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Nachrichten

22.01.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Audio anhören 10:38

Nachrichten von Freitag, 22. Januar 2016 – langsam gesprochen als MP3

USA: NATO am Kampf gegen IS beteiligen:

Die Vereinigten Staaten wollen die NATO direkt in die Koalition gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) einbinden. Eine entsprechende Anfrage werde derzeit im Kreis der Partner geprüft, sagte eine Sprecherin des Militärbündnisses in Brüssel. Konkret geht es laut offiziellen Angaben um die Bereitstellung von Awacs-Flugzeugen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur könnten die Maschinen als fliegende Gefechtsstände Luftangriffe auf IS-Stellungen in Syrien und dem Irak koordinieren. Sollten alle NATO-Länder zustimmen, würden voraussichtlich auch deutsche Soldaten zum Einsatz kommen. - Bisher ist das nordatlantische Verteidigungsbündnis nicht formell an der Anti-IS-Koalition beteiligt. Die Mitglieder leisten lediglich als Nationalstaaten Unterstützung. So setzt Deutschland Tornado-Aufklärungsflugzeuge ein.

Kurden verkaufen laut TV-Bericht Bundeswehr-Waffen:

Auf dem Schwarzmarkt im irakischen Kurdengebiet werden nach Recherchen von des Nord- und Westdeutschen Rundfunks (NDR und WDR) Bundeswehr-Waffen angeboten. Es handelt sich dem Bericht zufolge um Waffen, die von der Bundesregierung an die kurdische Autonomieregierung geliefert wurden. In den Städten Erbil und Suleymanija hätten Reporter Sturmgewehre des Typs G3 und eine Pistole des Typs Walther P1 mit einer Bundeswehr-Gravierung gefunden, berichtete der NDR. Die Waffen seien anscheinend von Peschmerga-Kämpfern verkauft worden, die seit Monaten keinen Sold erhalten hätten. Das Bundesverteidigungsministerium erklärte auf Anfrage der Sender, die Regierung der Region Kurdistan-Irak habe sich zu einer "korrekten Nachweisführung der übergebenen Waffen verpflichtet". Eine deutsche Nachverfolgung einzelner Waffen sei nicht möglich.

Türkei fordert mehr Geld für Flüchtlingsunterbringung:

Kurz vor Beginn der ersten deutsch-türkischen Regierungskonsultationen in Berlin hat der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu indirekt mehr Geld für die Unterbringung von Flüchtlingen gefordert. Der Deutschen Presse-Agentur sagte Davutoglu, die von der EU bisher versprochenen drei Milliarden Euro reichten nicht aus. Sein Land habe bisher fast neun Milliarden Euro für Flüchtlinge ausgegeben, niemand könne von der Türkei erwarten, die gesamte Last alleine zu tragen. Die Flüchtlingspolitik ist eines der Themen der Regierungsgespräche, an denen neben Davutoglu und Bundeskanzlerin Angela Merkel auch mehrere Kabinettsmitglieder beider Staaten teilnehmen. Außerdem soll es um die gemeinsame Terrorbekämpfung gehen. Vor dem Treffen appellierten rund 100 Künstler an Merkel, von der Türkei Meinungsfreiheit und Rechtsstaatlichkeit einzufordern. Partnerschaft könne nicht bedeuten, bei Menschenrechtsverletzungen wegzusehen, heißt es in einem offenen Brief.

Mindestens 21 Tote in der Ägäis:

In der Ägäis hat sich ein neues Flüchtlingsdrama abgespielt. Nach dem Kentern eines Bootes entdeckte die griechische Küstenwache vor der Insel Farmakonisi sieben Leichen. Darunter waren auch sechs Kinder. 41 Menschen konnten gerettet werden. Wenige Seemeilen weiter südlich kenterte vor der Insel Kalolimnos ein anderes Flüchtlingsboot. Dort seien 14 Menschen ums Leben gekommen, berichtete das staatliche Fernsehen unter Berufung auf die Küstenwache. 26 Menschen überlebten das Unglück. Unklar ist noch, viele Menschen insgesamt an Bord waren.

IWF-Direktorin Lagarde kandidiert für zweite Amtszeit:

Die Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, kandidiert für eine zweite Amtszeit. Dies sagte sie dem Radiosender France 2. Zuvor hatten Deutschland, Großbritannien und Frankreich Unterstützung für eine Kandidatur Lagardes signalisiert. Der IWF hatte am Mittwoch offiziell das Rennen um den Spitzenposten eröffnet. Die Amtszeit der Französin Lagarde läuft Ende Juli aus. Den ungeschriebenen Regeln zufolge stellen die Europäer den Chef des IWF und die USA den Chef der Weltbank. Dieses Arrangement steht allerdings zunehmend in der Kritik. So fordern etwa die Schwellenländer mehr Einfluss in den internationalen Finanzinstitutionen.

"Rheinische Botschaft" nach Gewalt in Köln:

Nach den massiven Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht in Köln haben sich mehrere Prominente gegen sexuelle Gewalt und fremdenfeindliche Hetze gewandt. In einem Appell, der an diesem Freitag in mehreren Tageszeitungen erscheint, heißt es, die Ereignisse drohten die Gesellschaft zu spalten. Doch Deutschland müsse ein gastfreundliches Land bleiben. Die Verfasser beklagen ein "bedrückendes Frauenbild", das den Übergriffen zugrunde gelegen habe. Die Behörden hätten die Verbrechen zunächst verharmlost oder zu vertuschen versucht. Hierfür müssten die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Zu den Unterzeichnern der sogenannten "Rheinischen Botschaft" gehören der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki, der Schriftsteller Navid Kermani, der Musiker Wolfgang Niedecken und der frühere Bundesarbeitsminister Norbert Blüm.

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