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Nachrichten

22.01.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

In einem Referendum stimmen rund 4,5 Millionen Kroaten über den Beitritt ihres Landes zur Europäischen Union ab. Bei dem Votum wird mit einer knappen Mehrheit für den Beitritt gerechnet. Laut jüngsten Umfragen sind rund 60 Prozent der Kroaten für eine EU-Mitgliedschaft. Der Beitritt ist zum 1. Juli 2013 vorgesehen. Die Verhandlungen zwischen Zagreb und Brüssel hatten 2005 begonnen. Wegen eines Grenzkonflikts mit Slowenien gerieten sie aber immer wieder ins Stocken. Im Dezember unterzeichnete Kroatien schließlich den Beitrittsvertrag.

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In Finnland wird ein neuer Präsident gewählt. Als Favorit für die Nachfolge von Staatschefin Tarja Halonen gilt nach Umfragen der konservative Ex-Minister Sauli Niinistö. Er liegt mit knapp 30 Prozent deutlich vor den anderen sieben Kandidaten. Ohne die absolute Mehrheit für einen Bewerber im ersten Wahlgang wird eine Stichwahl in zwei Wochen fällig. Stimmberechtigt sind rund 4,4 Millionen Finnen.

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Die Vorwahl um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner im US-Bundesstaat South Carolina hat überraschend Newt Gingrich für sich entschieden. Der ehemalige Vorsitzende des Repräsentantenhauses in Washington kam nach Auszählung fast aller Stimmen auf fast 40 Prozent, der favorisierte Ex-Gouverneur von Massachusetts Mitt Romney nur auf 27 Prozent. Damit ist das Rennen um die Kandidatur bei den Republikanern wieder offen. Ein erneuter Sieg des Multi-Millionärs Romney hätte nach Einschätzung vieler Beobachter dagegen eine Vorentscheidung bedeuten können. - Die US-Parteien ermitteln ihren Präsidentschaftskandidaten traditionell in Vorwahlen in den einzelnen Bundesstaaten. Bei den Demokraten ist der Nominierungsprozess diesmal lediglich Formsache, da es keinen Gegenkandidaten zu Präsident Barack Obama gibt. Die Präsidentenwahl findet am 6. November statt.

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Taucher haben aus dem Wrack des vor der italienischen Insel Giglio vor mehr als einer Woche havarierten Kreuzfahrtschiff "Costa Concordia" eine zwölfte Leiche geborgen. Sie fanden die tote Frau am Samstag im gefluteten Heck. Noch immer werden mehr als 20 Menschen vermisst. Die Verantwortung für das Unglück schieben sich Kapitän und Reederei weiterhin gegenseitig zu. Zunehmend in den Mittelpunkt der Diskussion tritt inzwischen die Gefahr einer Umweltkatastrophe. In den Tanks an Bord befinden sich noch mehr als zwei Millionen Liter Treibstoff, vor allem Schweröl. Bis zum Sonntagabend soll nach Darstellung des Krisenstabes entschieden werden, wie und ab wann das Schiff leergepumpt werden soll. Sollten der Treibstoff und andere giftige Substanzen auslaufen, wäre das Ökosystem an den Stränden der Insel und im Meer von Zerstörung bedroht.

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Im Streit mit der Europäischen Union über Änderungen an der Verfassung hat Ungarns Regierungschef Victor Orban Rückendeckung erhalten. Zehntausende Landsleute zeigten ihre Unterstützung bei einem Marsch durch Budapest. Auf Transparenten standen Sympathiebekundungen für den Ministerpräsidenten. Zu der Aktion hatten Journalisten aufgerufen, die Orbans regierender rechts-konservativer Partei Fidesz nahestehen. Der Ministerpräsident steht in Europa wegen mehrerer Verfassungsänderungen unter Druck. Die EU-Kommission leitete vergangene Woche ein Vertragsverletzungsverfahren wegen dreier Gesetze ein, die die Unabhängigkeit der Notenbank, der Justiz und der Datenschutzbehörde betreffen. Die EU geht davon aus, dass die an der Verfassung veränderten Passagen gegen Demokratieprinzipien der Gemeinschaft verstoßen. Zuletzt hatte Orban signalisiert, einlenken zu wollen. Die Kehrtwende steht offenbar in Zusammenhang mit dringend benötigten Finanzhilfen von EU und IWF, ohne die Ungarn der Staatsbankrott droht.

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Mehr als einen Tag nach der blutigen Anschlagsserie in der nigerianischen Stadt Kano ist die Zahl der Todesopfer auf mehr als 160 gestiegen. Nach Angaben der Rettungskräfte werden noch immer Tote geborgen. Die radikal-islamische Sekte Boko Haram bekannte sich zu den Taten und sprach von Vergeltungsschlägen. Die Millionenstadt Kano im Norden des Landes war am Freitag von mindestens 20 Explosionen erschüttert worden, gefolgt von Feuergefechten. Laut Polizei wurden bei der koordinierten Angriffsserie vorwiegend Einrichtungen der Sicherheitskräfte attackiert. Stundenlang standen zahlreiche Gebäude in Flammen. Die Sekte Boko Haram will den Vielvölkerstaat Nigeria mit seinen mehr als 160 Millionen Einwohnern dem islamischen Recht der Scharia unterwerfen. Jeglichen westlichen Lebensstil sowie das Christentum lehnen ihre Anhänger strikt ab. Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle verurteilte die Anschläge als große Gefahr für den inneren Frieden in Nigeria.

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