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Nachrichten

21.07.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Bundesaußenminister Guido Westerwelle hat die Präsentation eines konkreten Zeitplans für den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan abgelehnt. Es sei unklug zu sagen, wo und in welchem Monat welche Truppenteile reduziert würden, sagte der FDP-Politiker zu Beginn eines Afghanistan-Besuchs in Kabul. Ein solches Vorgehen wäre "geradezu eine Einladung" an die Aufständischen, "besonders dort mit ihren Gewalttaten aktiv zu werden", so der Minister zur Begründung. Beim Truppenrückzug dürften keine zusätzlichen Gefahren entstehen. Deutschland will Ende des Jahres mit dem Abzug seiner rund 5.000 Soldaten beginnen. Aus der Opposition war die Forderung laut geworden, konkrete Abzugsschritte für die nächsten Jahre festzulegen. - Anlass für die Reise Westerwelles ist die Übergabe der ersten Städte und Distrikte in afghanische Verantwortung. Mit der Provinzhauptstadt Masar-i-Scharif befindet sich darunter auch ein Gebiet im Zuständigkeitsbereich der Bundeswehr. Die "Abzugsperspektive" werde jetzt konkret, kommentierte Westerwelle.

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Deutschland und Frankreich haben sich kurz vor einem Sondergipfel der 17 EU-Staaten mit Euro-Währung auf eine gemeinsame Position zur Rettung Griechenlands vor der Staatspleite geeinigt. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hatten im Kanzleramt stundenlang beraten und dann auch überraschend den aus Frankfurt angereisten Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, angehört. Das gemeinsame Ergebnis werde der europäische Ratspräsident Herman Van Rompuy in die Beratungen in Brüssel einfließen lassen, verlautete offiziell aus Berlin. Einzelheiten sind bislang nicht bekannt. Der EU-Gipfel entscheidet über ein zweites Hilfspaket für das hochverschuldete Griechenland und soll dabei unter anderem den seit Monaten schwelenden Streit über einen Beitrag privater Banken und Versicherungen beilegen.

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Die Opposition in Deutschland verlangt von Bundeskanzlerin Angela Merkel mehr Durchsetzungskraft und Entscheidungen in der Euro-Schuldenkrise. Die SPD sieht Merkel derzeit in großer Bedrängnis in der Koalition. Sie müsse mit Blick auf die anstehenden, schwierigen Operationen um die eigenen Mehrheiten bangen, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Thomas Oppermann, im Interview mit der Nachrichtenagentur dapd. Es gebe auch in den eigenen Reihen "erheblichen Unmut über die Führungsschwäche und Konzeptlosigkeit der Kanzlerin in der Euro-Politik". Die Sozialdemokraten seien bereit, einem überzeugenden und "mutigen" Programm Merkels im Bundestag zur Mehrheit zu verhelfen, bot Oppermann an. Der Grünen-Bundesvorsitzende Cem Özdemir erwartet von Merkel, dass sie sich beim EU-Sondergipfel für konsequente Schritte einsetzt und fordert eine rasche Umschuldung für Griechenland. Es reiche nicht, immer nur hinterher zu hecheln, warf Özdemir der CDU-Chefin vor.

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Der Solidaritätszuschlag, den Millionen deutsche Steuerzahler als Folge der Wiedervereinigung zahlen müssen, kommt auf den Prüfstand. Der Bundesfinanzhof in München befasst sich in mündlicher Verhandlung mit zwei Klagen von Steuerzahlern gegen den so genannten "Soli". Dabei geht es um die Frage, ob der Zuschlag verfassungsgemäß und nach zwei Jahrzehnten immer noch berechtigt ist. Sollten die Richter Zweifel daran haben, legen sie den Fall dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe vor. Im vergangenen Jahr nahm der Bund 11,7 Milliarden Euro mit dem Solidaritätszuschlag ein. In diesem Jahr wird mit Einnahmen von rund 12 Milliarden Euro gerechnet.

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Zum ersten Mal seit dem Ende der Wehrpflicht haben freiwillige Rekruten vor dem Berliner Reichstagsgebäude ihr Gelöbnis abgelegt. Verteidigungsminister Thomas de Maizière erinnerte daran, dass der Dienst in den Streitkräften eine innere Überzeugung voraussetze. Die deutsche Bevölkerung müsse auch die Freiwilligenarmee weiterhin als wichtigen Teil der Gesellschaft begreifen. Bundespräsident Christian Wulff sagte, es sei Aufgabe des Parlaments und der Regierung, die Notwendigkeit der Militäreinsätze glaubhaft zu vermitteln. Das Gelöbnis fand am Jahrestag des gescheiterten Attentats auf Adolf Hitler statt.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden größere Auflockerungen und meist trocken. Im Westen, Süden und den Mittelgebirgen gebietsweise Schauer und Gewitter. Regen im äußersten Osten. Die Höchstwerte liegen zwischen 15 bis 23 Grad. DIE WEITEREN AUSSICHTEN: Am Freitag im Nordosten Regen und auch südlich von Main und Mosel Schauer und Gewitter. Sonst meist trocken. Die Temperaturen erreichen maximal 16 bis 19 Grad.

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