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Nachrichten

21.06.2013 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Bei Massenprotesten gegen Korruption und soziale Ungerechtigkeit sind in Rio de Janeiro nach Schätzungen bis zu 300.000 Menschen auf die Straße gegangen. Nachdem der Protestzug zunächst friedlich verlief, kam es später zu Straßenschlachten. Die Polizei setzte Tränengas und Gummigeschosse ein, Demonstranten warfen Steine. Bei den Straßenschlachten gab es etliche Verletzte. Im Bundesstaat Sao Paulo wurde ein 18-Jähriger von einem Auto totgefahren. Zwischenfälle wurden auch aus Salvador gemeldet. In Brasília demonstrierten etwa 20.000 Menschen vor dem Kongress. Insgesamt gab es Kundgebungen in rund 80 Städten. Die Proteste richten sich auch gegen die hohen Ausgaben für die Fußballweltmeisterschaft 2014 und die Olympischen Spiele 2016. Angesichts der anhaltenden Sozialproteste sagte die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff eine für Ende Juni geplante Japan-Reise ab.

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Die Euro-Finanzminister haben sich auf Grundregeln für direkte Hilfszahlungen an angeschlagene Banken aus dem Euro-Rettungsfonds ESM verständigt. Das Instrument werde dazu beitragen, die Eurozone zu stabilisieren, sagte Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem in Luxemburg. Durch die direkten Finanzhilfen könne verhindert werden, dass die Finanzprobleme von Banken auch Staaten in Schwierigkeiten bringen. Die Möglichkeit zu direkten Hilfszahlungen war auf einem EU-Gipfel vor einem Jahr auf Druck von Südländern wie Spanien und Italien beschlossen worden. Künftig sollen 60 Milliarden Euro aus dem ESM für die Bankenhilfe ausgegeben werden können. Das sei "mehr als genug", sagte ESM-Chef Klaus Regling. Insgesamt umfasst der Rettungsfonds 500 Milliarden Euro, die bisher aber nur an klamme Euro-Staaten im Gegenzug für Spar- und Reformauflagen vergeben werden dürfen.

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Gut ein Jahr nach den Wahlen treibt Griechenland in eine neue Regierungskrise: Auch bei dem dritten Krisengipfel binnen vier Tagen konnten sich die drei Koalitionsparteien nicht darauf einigen, wie sie nach der Schließung des staatlichen Rundfunks ERT weiter vorgehen. Es blieb unklar, wie der Sendebetrieb wieder aufgenommen werden kann. Die Demokratische Linke schloss einen Austritt aus der Koalition nicht mehr aus. Ihre Abgeordneten wollen an diesem Freitag das weitere Vorgehen erörtern. Regierungschef Antonis Samaras erklärte im Fernsehen, er wolle weitermachen. Er rief die Demokratische Linke auf, seine Regierung zumindest mit Stimmenthaltungen zu unterstützen. Samaras hatte die Krise ausgelöst, als er ohne Absprache mit seinen Koalitionspartnern die ERT-Schließung angeordnet hatte. Samaras konservative Nea Dimokratia und die sozialdemokratische Pasok haben zusammen nur eine knappe Mehrheit im Parlament.

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Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hat bei seinem Besuch im afghanischen Masar-i-Sharif versichert, dass Deutschland sich weiterhin im Norden des Landes engagieren werde, "wenn einige Bedingungen erfüllt sind". Zum Abschluss seines Besuches traf De Maizière mit Provinzgouverneur Mohammed Atta zusammen. Dieser sprach sich für Friedensgespräche zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban aus. Die US-Regierung hat sich unterdessen offen gezeigt für Verhandlungen mit den radikalislamischen Taliban über einen Gefangenenaustausch. Die Taliban würden vermutlich über die Übergabe von Häftlingen aus dem Gefangenenlager Guantanamo reden wollen, sagte die Sprecherin des Außenministeriums, Jennifer Psaki. Die USA wiederum wollten mit den Islamisten "über die sichere Heimkehr" des Soldaten Bowe Bergdahl sprechen, der im Sommer 2009 in Afghanistan entführt worden war.

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Im Streit um Strafzölle auf chinesische Solarprodukte setzt die EU auf eine "friedliche Lösung". EU-Handelskommissar Karel De Gucht sagte nach Gesprächen in Peking, die Verhandlungen stünden aber noch am Anfang. Sein chinesischer Amtskollege Gao Hucheng sagte, es müsse eine Preisvereinbarung getroffen werden, die für beide Seiten annehmbar sei. Die EU hatte Anfang Juni Strafzölle auf Solarimporte aus China verhängt, weil sie nach EU-Ansicht zu Dumpingpreisen angeboten werden. Handelskommissar De Gucht verhandelt in China außerdem über ein bilaterales Investitionsschutzabkommen. Die EU dringt dabei auf besseren Marktzugang für Finanz- und Telekommunikationsdienstleister und will Urheberrechte in China besser geschützt sehen.

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