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Nachrichten

21.05.2011 - Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Einen Tag vor den Kommunalwahlen in Spanien haben Zehntausende Menschen trotz eines Verbots ihrem Unmut über Wirtschaftskrise und Sparkurs der Regierung auf der Straße Luft gemacht. Im Zentrum Madrids strömten wieder vor allem jugendliche Demonstranten auf den seit Anfang der Woche besetzten Platz der Puerta del Sol. Kundgebungen gab es nach Fernsehberichten auch in Barcelona, Valencia und Sevilla, kleinere Versammlungen in vielen anderen Städten. Die sozialistische Regierung von Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero verzichtete - wie angekündigt - auf die Durchsetzung des Demonstrationsverbots, um eine Eskalation zu vermeiden. - Auch die Demonstranten machten Zugeständnisse. Sie verzichteten vor dem Wahltag auf Parolen gegen Parteien und riefen anstatt dessen einen "Tag der kollektiven Besinnung" aus.

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In der Debatte um die Neubesetzung des Chefpostens beim Internationalen Währungsfonds -IWF- hat sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble für seine französische Kollegin Christine Lagarde ausgesprochen. Sie sei fachlich bestens geeignet und werde in der gesamten Finanzwelt überaus geschätzt, sagte Schäuble der Zeitung "Bild am Sonntag". Zuvor hatte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre Präferenz für die Französin erkennen lassen. Die SPD-Opposition beklagte, dass die Bundesregierung keinen eigenen Kandidaten ins Rennen schicke. - Lagarde hat sich immer deutlicher als Favoritin für eine gemeinsame Kandidatin Europas herausgestellt. Allerdings stellen Schwellenländer wie China, Indien und Brasilien den traditionellen Anspruch Europas auf den IWF-Chefposten infrage. Die UN-Sonderorganisation will bis Ende Juni einen Nachfolger für den zurückgetretenen Dominique Strauss-Kahn finden. Dieser muss sich in den USA wegen des Vorwurfs der versuchten Vergewaltigung einer Hotelangestellten verantworten.

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Bundesaußenminister Guido Westerwelle hat die Umbrüche in der arabischen Welt als "große Chance für Fortschritte im Nahost-Friedensprozess" bezeichnet. In Medieninterviews sagte er, eine umfassende Zwei-Staaten-Lösung zwischen Israel und den Palästinensern sei alternativlos. Das Modell sieht die Schaffung eines unabhängigen Staates Palästina neben Israel vor. Das Vorhaben der Palästinenser, im September mit Hilfe der Vereinten Nationen einseitig einen eigenen Staat auszurufen, lehnte Westerwelle aber ab. Die Zwei-Staaten-Lösung sei nur auf dem Verhandlungswege zu erreichen. Dabei habe die Vermittlergruppe, bestehend aus den USA, Russland, der UN und der EU, bislang eine positive Rolle gespielt. In einer Grundsatzrede hatte US-Präsident Barack Obama Israel aufgefordert, eine Friedenslösung in den Grenzen vor dem Sechstagekrieg von 1967 anzustreben. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu wies den Vorschlag bei einem Gespräch in Washington scharf zurück mit der Begründung, es sei unmöglich diese Grenzen zu verteidigen.

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Die Vereinten Nationen haben eine anhaltende Diskriminierung von Zuwanderern und ihren Nachkommen in Deutschland kritisiert. Migranten müssten bis in die zweite Generation erhebliche Benachteiligungen in Beruf und Ausbildung erdulden, beanstandete der UN-Sozialausschuss in einem in Genf veröffentlichten Bericht. Weit verbreitete Vorurteile stünden einer Gleichberechtigung der Einwanderer im Weg. Oft fehle es Migranten aber auch an Wissen über ihre Rechte. Deutschland sollte die Migranten besser in die Gesellschaft integrieren, die bestehenden Gesetze gegen Diskriminierung müssten konsequenter umgesetzt werden. Der UN-Ausschuss untersucht jeweils im Abstand von einigen Jahren die Umsetzung des internationalen Paktes über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte von 1966 durch die Vertragsstaaten. Dazu gehört auch Deutschland.

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Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich will die Bundeswehr im Inland zur Terrorabwehr einsetzen und dafür auch das Grundgesetz ändern. Für bestimmte Bedrohungslagen reichten die Mittel der Polizei nicht aus, sagte der CSU-Politiker zur Begründung. Zugleich warnte er wegen der Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden vor Racheakten auch in Deutschland. Der liberale Koalitionspartner lehnte den Vorschlag Friedrichs umgehend ab. Die Vize-Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Gisela Piltz, erklärte, die Bekämpfung des Terrorismus sei und bleibe eine polizeiliche Aufgabe. Eine Vermischung von Polizei und Militär komme für die FDP nicht infrage. - Die oppositionellen Sozialdemokraten sprachen von einem Griff des Ministers in die Mottenkiste und verweigerten die Zustimmung für eine Verfassungsänderung. Diese müsste im Bundestag mit einer Zweidrittelmehrheit beschlossen werden, was die Unterstützung auch durch Oppositionsabgeordnete notwendig machte.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden und Westen meist freundlich und trocken. Sonst Schauer und Wärmegewitter mit Schwerpunkt von Württemberg über Bayern bis nach Sachsen. Tageshöchstwerte 20 bis 26 Grad, an den Küsten etwas kühler. Die weiteren Aussichten: Am Sonntag gibt es im ganzen Land zunächst einen Wechsel aus Sonne und Wolken. Später dann erneut viele Schauer und Gewitter, zum Teil mit Unwetterpotential. Tageswerte 20 bis 27 Grad.

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