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Nachrichten

21.04.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Japan hat um das schwer beschädigte Atomkraftwerk Fukushima eine offizielle Sperrzone eingerichtet. Ministerpräsident Naoto Kan erklärte bei einem Besuch in der gleichnamigen Provinz Fukushima die Umgebung des Kraftwerks im Umkreis von 20 Kilometern zu einem Sperrgebiet, das niemand ohne staatliche Genehmigung betreten dürfe. Die Regierung hatte dieses Gebiet zwar bereits zuvor zu einer Evakuierungszone erklärt, es gab jedoch kein ausdrückliches Verbot, es zu betreten. - Immer wieder waren ehemalige Bewohner trotz der akuten Gefahr durch radioaktive Strahlen auf eigene Faust in ihre Wohngebiete zurückgekehrt, um Habseligkeiten herauszuholen. Das wird jetzt nur noch mit ausdrücklicher Genehmigung und unter Auflagen möglich sein. Die Menschen müssen dabei Schutzkleidung und ein Dosimeter tragen, erklärte Regierungssprecher Yukio Edano.

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Ein Jahr nach der Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko hat der Energiekonzern BP den Betreiber Transocean der damals im Meer explodierten Bohrplattform auf 40 Milliarden Dollar Schadenersatz verklagt. Außerdem reichte das Unternehmen eine weitere gerichtliche Forderung gegen den Hersteller des Absperrventils, Cameron International, ein. Das Ventil soll ein unkontrolliertes Ausströmen von Öl nicht verhindert haben. Beide Klagen wurden bei einem Bundesgericht in New Orleans registriert. Auch dem Hersteller des Zements, mit dem das Bohrloch ausgekleidet wurde, steht eine Klage ins Haus. Dem Unternehmen Halliburton wirft BP in seiner ebenfalls am Mittwoch eingereichten Klage unter anderem Betrug und Nachlässigkeit vor. - Durch die Explosion der Plattform "Deepwater Horizon" waren elf Menschen ums Leben gekommen. Aus dem beschädigten Bohrloch liefen in den folgenden Monaten mehr als 750 Millionen Liter Rohöl ins Meer. Die Havarie und ihre Folgen kosteten BP nach eigenen Angaben bislang rund 41 Milliarden Dollar.

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Die Euro-Zone steht nach Ansicht ihrers Vorsitzenden Jean-Claude Juncker zu Unrecht im Mittelpunkt der weltweiten Schuldenkrise. In den USA und Japan sei die Staatsverschuldung viel höher als in den Euro-Ländern, sagte der luxemburgische Premierminister in Brüssel. Auch den wirtschaftlichen Unterschieden zwischen den Mitgliedstaaten werde unangemessen viel Aufmerksamkeit zuteil, kritisierte er. Die finanziellen Probleme in Griechenland, Portugal und Irland seien zudem völlig unterschiedlich. Internationale Beobachter steckten diese Staaten dennoch alle in einen Topf. Irland, so Juncker, habe in erster Linie Schwierigkeiten mit seinem Bankensektor und anders als etwa Griechenland keine unsolide Haushaltspolitik verfolgt. Die amerikanische Rating-Agentur Standard & Poor's hatte zu Wochenbeginn erstmals auch den USA wegen ihrer staatlichen Überschuldung den Entzug der Top-Bonitätsnote "AAA" angedroht und damit die Weltfinanzmärkte in Aufregung versetzt.

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US-Präsident Barack Obama hat bei Internetnutzern für die Haushaltspläne seiner Regierung geworben. Bei einer Diskussion am Sitz des Internet-Netzwerks Facebook in Palo Alto in Kalifornien trat Obama vor überwiegend jungen Zuschauern an der Seite von Facebook-Chef Mark Zuckerberg auf. Die Debatte wurde live auf Facebook übertragen. Obama kritisierte dabei die Vorschläge der gegnerischen Republikaner für die Sanierung des defizitären Staatshaushalts. Diese seien "eher radikal als mutig", sagte der US-Präsident. Die Republikaner, die im US-Repräsentantenhaus die Mehrheit haben, wollen vor allem bei den Sozialausgaben sparen. Obamas Demokraten wollen allzu viele soziale Einschnitte vermeiden und die Steuern für Reiche erhöhen. - Obama rief zudem junge Menschen dazu auf, sich politisch zu engagieren. - Die Versammlung bei Facebook war die zweite von mehreren Diskussionsveranstaltungen, bei denen Obama derzeit an mehreren Orten der USA für seine Haushaltspolitik wirbt.

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Die USA werden die Opposition gegen den libyschen Machthaber Muammar Gaddafi erstmals direkt unterstützen. Wie Außenministerin Hillary Clinton in Washington mitteilte, sollen die Aufständischen medizinische Artikel, Uniformen, Schutzausrüstung sowie Nahrungsmittel im Wert von 25 Millionen Dollar erhalten. Der so genannte Übergangsrat im ostlibyschen Bengasi hatte auch um Waffenhilfe gebeten. Darüber hat die amerikanische Führung bislang noch nicht entschieden. Dagegen wollen Großbritannien, Frankreich und Italien die in Bedrängnis geratenen Rebellen mit Militär-Fachleuten unterstützen. Hilfe durch internationale Bodentruppen stehe allerdings nicht zur Debatte, sagte der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy nach einer Unterredung mit Vertretern des libyschen Übergangsrates in Paris. Bei den anhaltenden Gefechten um die Stadt Misrata im Westen Libyens wurden nach jüngsten Berichten zwei westliche Journalisten getötet und ein weiterer verletzt.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Fast überall sonnig. Im Tagesverlauf örtlich Quellwolken, dabei bleibt es aber meist trocken. Die Höchstwerte erreichen 15 bis 25 Grad. Die weiteren Aussichten: Auch am Karfreitag gibt es viel Sonne, nur im Südwesten zeitweise ein paar lockere Wolken, und die Temperaturen steigen erneut auf bis zu 25 Grad.

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