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Nachrichten

21.01.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Die Verhandlungen über einen Beitrag der Privatgläubiger Griechenlands an einer Rettung des pleitebedrohten Eurolandes stehen offenbar kurz vor dem Abschluss. Bis tief in die Nacht zum Samstag wurde in Athen verhandelt und eine Einigung nahezu erreicht. An diesem Samstag gehe es bei den Gesprächen der Regierung mit den Vertretern der privaten Geldgeber über einen Schuldenschnitt nur noch um technische Details, teilte das griechische Finanzministerium mit. Offen ist jedoch weiter, ob große Gläubiger - vor allem die Hedge-Fonds - bei dem geplanten Schuldenerlass so mitziehen wie erhofft. Die Finanzwirtschaft soll im Rahmen eines freiwilligen Anleihentausches auf bis zu 70 Prozent ihrer Ansprüche verzichten und so helfen, den griechischen Schuldenberg von an die 350 Milliarden Euro (etwa 205 Milliarden bei privaten Gläubigern) um rund 100 Milliarden zu reduzieren.


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US-Außenministerin Hillary Clinton hat die deutsche Führungsrolle in der Euro-Krise gelobt. Es sei gut, dass Deutschland den Weg vorgebe, Entscheidungen treffe und Vertrauen aufbaue, sagte Clinton nach einem Treffen mit Außenminister Guido Westerwelle in Washington. Es gebe aber noch viel harte Arbeit zu tun. Zuletzt hatte es immer wieder Kritik von amerikanischer Seite am europäischen Krisenmanagement gegeben. Westerwelle betonte, Europa habe sich entschieden, die Symptome der Krise nicht dadurch zu mildern, indem Schulden mit mehr Schulden bekämpft würden, sondern durch Strukturreformen. Weiteres Thema der Gespräche war der Atomstreit mit dem Iran. Der deutsche Außenminister bekräftigte die Entschlossenheit der EU, den Iran im Konflikt um dessen Atomprogramm mit neuen Sanktionen weiter unter Druck zu setzen.


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Ungarn hat im Streit mit der Europäischen Union überraschend Zugeständnisse angekündigt. Die Regierung in Budapest sei bereit, umstrittene Gesetze zu ändern, wenngleich sie von ihrer Richtigkeit weiter überzeugt sei, sagte Ministerpräsident Victor Orbán im Parlament. Unter anderem werde Ungarn den geplanten Zusammenschluss der Zentralbank mit einer Regulierungsbehörde aufgeben. Da die Forderungen aus Brüssel nicht ernsthaft den nationalen Interessen entgegenstünden, sehe er keine Hindernisse für entsprechende Anpassungen, sagte der rechts-konservative Orbán. Die EU hatte kritisiert, dass die Fusion die Unabhängigkeit der ungarischen Zentralbank gefährden könnte und eine Rücknahme des neuen Zentralbankgesetzes zur Vorbedingung für einen neuen Milliardenkredit an das hochverschuldete Land gemacht. Ohne neues Geld der EU droht Ungarn der Staatsbankrott.


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Die USA erwägen die Schließung ihrer Botschaft in Damaskus und den Abzug des gesamten Personals. Angesichts der zunehmend bedrohlichen Sicherheitslage in Syrien habe man keine andere Wahl, hieß es aus dem Außenministerium. Zudem verweigere die Regierung von Präsident Baschar al-Assad zusätzliche Schutzmaßnahmen für die US-Vertretung. Ein Sprecher von Präsident Barack Obama bezeichnete Assads Sturz als "unvermeidbar". Es sei klar, dass sein Regime keine volle Kontrolle mehr über das Land habe, sagte Jay Carney in Washington. In dem seit März anhaltenden Konflikt zwischen dem Regime in Damaskus und der Protestbewegung wurden nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 5.400 Menschen getötet. Die Arabische Liga will an diesem Wochenende in Kairo über eine mögliche Verlängerung ihrer Beobachtermission in Syrien beraten.


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Der Nahe und Mittlere Osten ist die Region mit den weltweit höchsten Verteidigungsausgaben im Verhältnis zur Wirtschaftskraft. Das geht aus dem Globalen Militarisierungsindex hervor, den das Internationale Konversionszentrum Bonn veröffentlichte. Mit Israel, Syrien, Jordanien, Kuwait und Saudi-Arabien finden sich fünf der ersten zehn Länder im Nahen und Mittleren Osten. Der Index definiert den Militarisierungsgrad eines Landes unter anderem dadurch, wie sich die staatliche Mittelverteilung an das Militär zum Bruttoinlandsprodukt oder zu anderen gesellschaftlichen Bereichen wie etwa der medizinischen Versorgung verhält. Deutschland landet danach im Mittelfeld auf Platz 81. Die USA nehmen Platz 30 ein; dennoch geben sie mit einem Verteidigungsbudget von 687 Milliarden US-Dollar weltweit am meisten für Rüstung aus.

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