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Wissen & Umwelt

2016 war Rekordjahr für Erneuerbare Energien

Der Ausbau der erneuerbaren Energien geht weltweit zügig voran, vor allem durch den Zubau von Sonnen und Windkraft. Nach Angaben der internationalen Agentur für erneuerbare Energien (IRENA) war 2016 ein Rekordjahr.

"Wir sind Zeuge einer weltweiten Energietransformation. Dies spiegelt sich wieder in einem neuen Rekordjahr für den Zubau erneuerbarer Energien", sagt Adnan Z. Amin, Generaldirektor der internationalen Agentur für erneuerbare Energien (IRENA) bei der Vorstellung des Berichts Renewable Capapacity Statistic 2017 in Abu Dhabi.

Der aktuelle Statistikbericht listet auf wie sich die erneuerbaren Energien in über 200  Ländern seit 2007 entwickeln, wie viel Anlagen mit Wasser-, Solar-, Windkraft und Biomasse zur Stromversorgung aufgestellt wurden und welche Kapazität es inzwischen gibt.

Solarkraft überholt Windenergie

Nach Angaben von IRENA wurde im Jahr 2016 weltweit umweltfreundliche Anlagen zur Stromerzeugung mit einer Kapazität von 161 Gigawatt (GW) neu aufgestellt. Dies entspricht der Kapazität von rund 161 großen Atom- oder Kohlekraftwerken. 

Beim Zubau hatte erstmalig die Solarkraft die Nase vorn und die Windkraft überholt. Solarkraftwerke mit einer Kapazität von 71 GW wurden weltweit im letzten Jahr neu gebaut, fast 50 Prozent mehr als 2015. Dahinter folgen Windkraft (51 GW), Wasserkraft (30 GW), Biomasse (9 GW) und Geothermie (1 GW).

Bis Ende 2016 gibt es somit weltweit eine Kapazität von 2006 GW erneuerbare Kraftwerksleistung, mehr als doppelt so viel wie vor zehn Jahren. Vorangetrieben wird der weltweite Umbau der Energiesysteme vor allem dadurch, dass Wind- und Solarenergie inzwischen auch kostengünstig sind. Rund 80 Prozent des Zubaus von erneuerbaren Kraftwerke in der letzten Dekade entfallen auf diese beiden Energieträger.

Mehr Jobs und Wohlstand durch Erneuerbare

Seit 2009 sank der Preis für Strom aus Windkraft um etwa ein Drittel und bei der Solarkraft um rund 80 Prozent. Strom aus diesen neuen Anlagen ist inzwischen oft  günstiger als aus konventionellen Kraftwerken mit Diesel, Kohle, Gas und Atom.

Das starke Wachstum der Erneuerbaren hat nach Angaben von IRENA aber auch noch andere positive Nebeneffekte. "Sie sind sehr wirtschaftlich und haben einige sozioökonomischen Vorteile: Es entstehen so neue Arbeitsplätze und das Wohlergehen der Menschen und der Umwelt wird verbessert", so Amin.

Um die in Paris vereinbarten Weltklimaziele zu erreichen, müsse die Dynamik des Ausbaus jedoch noch beschleunigt werden. "Diese Dynamik erfordert zusätzliche Investitionen für die Entkarbonisierung des Energiesektors. Diese neuen Daten sind ein ermutigendes Zeichen dafür, wir sind auf dem richtigen Weg, aber es gibt noch viel zu tun", erklärt Amin.

Asien pusht und Europa fällt zurück

Haupttreiber beim globalen Ausbau der erneuerbaren Energien war in den letzen Jahren Asien und hier mit großem Abstand China. China errichtete nach Angaben von IRENA  2016 Windkraftanlagen mit einer Kapazität von 19 GW, mit großem Abstand dahinter folgen die USA (9 GW), Deutschland (5 GW) und Indien (4 GW).

Bei der Solarkraft ist die Dynamik in Asien sogar noch viel stärker. Mit 50 GW erfolgten im letzten Jahr in Asien rund 70 Prozent des globalen Zubaus. Solarmodule mit einer Kapazität von über 34 GW wurden in China aufgestellt, in Japan 8 GW und in Indien 4 GW.

Viele neue Solarkraftwerke gab es auch in den USA (8 GW). Europa und Deutschland als Vorreiter beim Ausbau der erneuerbaren Energien sackten beim Zubau jedoch weiter ab. Nur noch fünf GW Solarkraft wurden in Europa aufgestellt und in Deutschland waren es nur noch ein GW. Als Grund für die starke Abnahme sehen Energieexperten vor allem den Druck auf die Politik von konventionellen Energiekonzernen. "Man sieht ein starke Bewegung gegen erneuerbare Energien. Der fossile und atomare Sektor will den Ausbau der erneuerbaren Stroppen, weil dieser auf Kosten ihres traditionellen Geschäftsbereichs geht", sagt Stefan Gsänger, Generalsekretär der World Wind Energy Association (WWEA) im DW-Interview. 

Mobisol Photovoltaik Technologie in Ruanda (Mobisol)

Mit Modul und Batterie erstmalig Strom. Montage in Ruanda.

Rund 300 Millionen Menschen haben jetzt Strom

Erstmalig hat IRENAs Statistikbericht nun auch spezielle Daten von sogenannten Off-Grid-Systemen. Weltweit leben über eine Milliarde Menschen noch ohne Stromnetz, vor allem in abgelegenen Regionen. Hier hat sich in den letzten Jahren allerdings eine sehr starke Dynamik entwickelt, vor allem bei der Photovoltaik.

Ende 2016 waren hier weltweit rund 1,4 Gigawatt an Solarkraft installiert, fünf Mal mehr als noch 2011. Die oft sehr kleinen Systeme zur Versorgung eines Dorfes oder Haus mit Batterie für die Nacht, ermöglichen vielen Menschen erstmals überhaupt Zugang zu Strom. Einen besonders großen Erfolg haben die sogenannten Off-Grid Systeme in Afrika und Asien.Führende Länder sind nach Angaben von IRENA dabei Indien, Bangladesch, Algerien und Südafrika.

In Indien gibt es zudem noch einen Boom beim Ausbau von Bioenergie zur lokalen Stromversorgung. Hier wurden 2016 in den Dörfern Anlagen mit einer Kapazität von fast einem GW aufgebaut, 200 Mal mehr als im Jahr zuvor.

Nach Schätzungen von IRENA erhalten von diesen Inselsystemen weltweit inzwischen bis zu 60 Millionen Haushalte oder 300 Millionen Menschen netzunabhängigen Strom.

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