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Sport

2013 - ein sportliches Übergangsjahr

Dieses Jahr wird sportlich wohl etwas ruhiger verlaufen als das vergangene. Es stehen keine Olympischen Spiele und keine Fußball-EM oder -WM an. Aber trotzdem ist der Kalender auch 2013 voll mit Höhepunkten.

Zugegeben – mit einem der beiden größten Sportereignisse der Welt, den Olympischen Spielen oder der Fußball-Weltmeisterschaft der Männer, kann 2013 nicht aufwarten. Trotzdem dauert es gar nicht lange, bis auch in diesem Jahr das erste große internationale Fußball-Turnier ansteht: Ab Ende Januar messen sich in Südafrika die besten Mannschaften Afrikas beim African Cup of Nations. Der Cup ging im vergangenen Jahr mit einer großen Überraschung zu Ende: Außenseiter Sambia setzte sich im Elfmeterschießen gegen die Favoriten von der Elfenbeinküste durch. Dieses Mal soll diese Schmach getilgt werden – die in die Jahre gekommenen Ivorer um "Altstar" Didier Drogba wollen zum ersten Mal nach 1992 wieder den Titel, bevor ihre goldene Generation die Karriere beendet. Weitere Favoriten sind Ghana, Ägypten und Gastgeber Südafrika. Neben internationalen Top-Stars werden auch viele Bundesligaspieler beim Afrika-Cup auf dem Rasen stehen.

Nationalelf: Pflichtaufgabe WM-Qualifikation

Bundestrainer Joachim Löw sitzt nach dem EM-Aus gegen Italien alleine auf der Trainerbank (Foto: REUTERS/Kai Pfaffenbach)

Joachim Löw muss sein Team wieder zurück in die Spur bringen

Die deutsche Nationalmannschaft kommt in diesem Jahr dagegen ganz ohne Turnierstress aus und konzentriert sich voll und ganz auf die Qualifikation für das kommende WM-Turnier 2014 in Brasilien. Mit Kasachstan, den Färöer, Österreich, Irland und Schweden stehen diesem Ziel eher kleinere Gegner im Weg, die der DFB-Elf in der zweiten Jahreshälfte von 2012 aber bereits einige Probleme bereitet haben. Der Gruppensieg in der Quali wird zur lästigen, aber notwendigen Pflichtaufgabe für das Team des zuletzt heftig kritisierten Bundestrainers Joachim Löw. Für Abwechslung sorgt da die erste Partie des Jahres: Im Freundschaftsspiel empfängt Deutschland Anfang Februar die französische Equipe tricolore um Bayern-Star Franck Ribéry. Der Bundestrainer will 2013 nutzen, um den Spielstil seiner Mannschaft zu perfektionieren: "Unsere Mannschaft hatte in vielen wichtigen Spielen die richtigen Lösungen parat", sagte Löw. "Wichtig wird aber sein, dass wir diese Top-Performance ständig abrufen, um dann bei der WM 2014 bis zum krönenden Abschluss durchzukommen. Da fehlen uns noch ein paar Prozent."

Um internationale Titel im Fußball geht es aber auch für weitere deutsche Teams: Die Frauen treten im Juni in Schweden bei der EM an und werden versuchen, die Pleite der Heim-WM von 2011 vergessen zu machen. Damals war im Viertelfinale Schluss, diesmal ist mindestens das Finale das Ziel. Dorthin möchte auch Deutschlands U21. Bei der EM in Israel zählen die Deutschen zu den Favoriten. Und schließlich könnte es auch im Vereinsfußball endlich wieder einen internationalen Titel für ein deutsches Team geben: In der Champions League rechnen sich Bayern München und Borussia Dortmund Chancen aus. Auch in der Europa League sind noch alle vier deutschen Teilnehmer dabei.

Bolt-Show und ehrgeizige Gastgeber

Usain Bolt jubelt mit ausgestrecktem Arm (Foto by Julia Vynokurova/Getty Images)

Sprint-Superstar Usain Bolt ist heiß auf weitere Medaillen

Ein Jahr nach London 2012 steht für die Leichtathleten in diesem Sommer das nächste Großereignis an. Bei der Weltmeisterschaft in Moskau im August werden sich erneut alle Augen auf Sprint-Superstar Usain Bolt aus Jamaika richten. Der schnellste Mann der Welt wird versuchen, bei all seinen Starts, über 100 und 200 Meter sowie mit der Sprintstaffel, auch eine Goldmedaille zu gewinnen. In der Pflicht stehen nach ihrem schlechten Abschneiden in London Kenias Langstreckenläufer. Und auch die russischen Leichtathleten, in deren Reihen es 2012 zahlreiche positive Dopingbefunde gab, werden alles daran setzen, bei der Heim-WM nur durch sportliche Erfolge in die Schlagzeilen zu kommen. Beste Chancen auf deutsche Medaillen bestehen traditionell in den Wurfdisziplinen. Der amtierende Welt- und Europameister im Kugelstoßen, David Storl, und Diskus-Olympiasieger Robert Harting zählen zu den Titelfavoriten – aber auch Hochspringerin Ariane Friedrich könnte nach überstandener Verletzung für eine Überraschung sorgen.

Zum 100. Mal auf die große Schleife

Das Feld der Tour de France auf einer kurvigen Passstraße (Foto:Christophe Ena/AP/dapd)

Optisch beeindruckt die Tour de France immer wieder - sportlich lastet ein Schatten auf ihr

Die Affäre um den einst besten Radsportler aller Zeiten, Lance Armstrong, und die Aberkennung seiner sieben Tour-de-France-Titel wird einen Schatten auf die diesjährige Ausgabe des härtesten und wichtigsten Radrennens der Welt werfen. Doch strahlt das Ereignis in diesem Jahr so hell, dass man sich davon kaum beeindrucken lassen wird: 2013 wird die Tour nämlich zum 100. Mal gefahren. Die Streckenführung hat es in sich – alle wichtigen Berge der Tourgeschichte müssen zwischen dem 29. Juni und dem 21. Juli bewältigt werden. Die deutschen Andre Greipel und Zeitfahr-Spezialist Tony Martin hoffen auf einen Tagessieg, die Entscheidung über den 100. Toursieg werden andere Fahrer unter sich ausmachen. Dabei werden sich nicht nur vor der Konkurrenz im Rennradsattel, sondern auch vor dem sie stets begleitenden Dopingverdacht davonfahren.

Für Aufsehen wird auch die Formel-1-Weltmeisterschaft wieder sorgen. Dreimal in Folge holte zuletzt Sebastian Vettel den WM-Titel. 2013 soll der vierte Coup folgen. Ärgster Konkurrent für den deutschen Red-Bull-Piloten bleibt Fernando Alonso im Ferrari. Gemeinsam mit Fernando Alonso ist Vettel wieder Top-Favorit, auch wenn Vettels Technikchef Adrian Newey die Erwartungen dämpft: "Wir waren am Ende der vergangenen Saison sehr stark, aber das garantiert gar nichts", sagte er. "Wir wissen, was wir über den Winter erreichen wollen, aber wir haben absolut keinen Plan davon, was die anderen erreichen werden. Aber das ist das Großartige an der Formel 1: Man weiß nie etwas im Voraus." Spannend wird auch sein, was Lewis Hamilton aus dem zuletzt nicht konkurrenzfähigen Silberpfeil herausholt. Der Engländer tritt beim Mercedes-Team in die Fußstapfen von Rekordweltmeister Michael Schumacher, der seine erfolgreiche Karriere endgültig beendet hat. Den Auftakt zur WM macht traditionell der Australien-Grand-Prix Mitte März in Melbourne.

Deutsche Handballer in der Pflicht

Spielszene mit Nationalspieler Christoph Theuerkauf gegen Tschechien (Foto: EPA/GEORGI LICOVSKI)

Deutschlands Handballer wollen wieder nach oben

Für andere Mannschaftssportler geht es ebenfalls um große Titel: Die Basketballer kämpfen im September in Slowenien um EM-Gold. Das deutsche Team muss dabei allerdings auf seine beiden Stars aus der US-amerikanischen Profiliga NBA verzichten. Dirk Nowitzki und Chris Kaman haben für die EM bereits frühzeitig abgesagt. Gleiches gilt für die deutschen Handballer, die bei der Handball-WM in Spanien ohne Holger Glandorf, einen der erfolgreichsten Werfer der vergangenen Jahre, auskommen müssen. Dennoch ist das Team von Bundestrainer Martin Heuberger auf Wiedergutmachung aus. Bei der WM 2011 war man nur Elfter geworden, bei der EM 2012 nur Achter und hatte damit die Olympia-Teilnahme in London verpasst. Mit dem Schwung des Olympiasiegs von London reist das deutsche Hockey-Team der Männer im August zur EM nach Belgien.

Und auch die Wintersport-Fans kommen 2013 auf ihre Kosten: Während, wie in jedem Jahr ohne Olympische Winterspiele die Biathleten um Weltmeisterschaftsmedaillen kämpfen, finden auch zwei weitere Wintersport-Höhepunkte statt, die nur jedes zweite Jahr ausgetragen werden. Ab dem 20. Februar kämpfen die besten Langläufer, Kombinierer und Skispringer bei der Nordischen Ski-WM um die Medaillen. Besonders die deutschen Spezialspringer um Severin Freund sollten im italienischen Val di Fiemme zu den Besten zählen. Außerdem trifft sich ebenfalls im Februar die Elite der alpinen Skirennfahrer zur WM im österreichischen Schladming. Star des deutschen Teams ist Maria Höfl-Riesch, die 2009 Gold im Slalom holte.