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Nachrichten

20.12.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Nur zwei Tage nach dem Abzug der letzten US-Truppen aus dem Irak deutet sich in Bagdad ein Machtkampf zwischen Schiiten und Sunniten in der Regierung an. Ministerpräsident Nuri al-Maliki erließ einen Haftbefehl gegen den sunnitischen Vize-Präsidenen Tarek al Haschemi, wegen angeblicher Verwicklung in "terroristische Aktivitäten". Ein richterliches Komitee habe den Haftbefehl in Übereinstimmung mit den Anti-Terror-Gesetzen ausgesprochen, hieß es aus Sicherheits- und Justizkreisen. Der Regierung in Bagdad gehören überwiegend schiitische Moslems an, Haschemi ist der ranghöchste sunnitische Politiker des Landes. Nach Angaben des Innenministeriums hatten Mitglieder der Leibgarde von Haschemi zugegeben, Attentate geplant und verübt zu haben. Sie hätten Geld dafür erhalten und sich der Unterstützung Haschemis sicher sein können, berichtet das irakische Fernsehen.

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Angesichts der brutalen Gewalt gegen Regimegegner in Syrien hat die UN-Vollversammlung das arabische Land scharf verurteilt. 133 Mitgliedsstaaten prangerten - so wörtlich - "schwere und systematische Menschenrechtsverstöße durch die syrische Obrigkeit" an. 49 Länder enthielten sich der Stimme oder nahmen nicht an der Abstimmung teil. Lediglich elf der 193 UN-Mitglieder lehnten die von Großbritannien, Frankreich und Deutschland eingebrachte Resolution ab. Nach Einschätzung der Vereinten Nationen kamen seit Beginn der Proteste gegen Machthaber Baschar al-Assad schon mehr als 5000 zivile Regimegegner ums Leben. Im Weltsicherheitsrat ist eine Resolution gegen die syrische Führung bisher am Veto von Russland und China gescheitert.

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Nach dem Tod von Machthaber Kim Jong Il hat Nordkorea mehrere Armeeeinheiten von jährlichen Winterübungen in die Kasernen zurückgerufen. Es gebe bislang keine ungewöhnlichen Truppenbewegungen oder Anzeichen von Provokationen auf der Seite Nordkoreas, berichtet die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Militärkreise. Der Tod Kims und die Machtübergabe an seinen politisch unerfahrenen Sohn Kim Jong Un hatte in der Region Sorgen vor einer gefährlichen Instabilität ausgelöst. Japan und die USA seien an einem friedlichen und stabilen Übergang interessiert, betonte US-Präsident Barack Obama nach einem Telefonat mit dem japanischen Ministerpräsidenten Yoshihiko Noda. US-Außenministerin Hillary Clinton rief Nordkorea auf, den Pfad des Friedens einzuschlagen. Sie appellierte an die neue Führung in Pjöngjang, Bereitschaft zur atomaren Abrüstung zu dokumentieren.

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Im Kampf gegen die Schuldenkrise wollen die Staaten der Europäischen Union die Mittel des Internationalen Währungsfonds um mehr als 170 Milliarden Euro aufstocken. Darauf verständigten sich die Finanzminister der EU bei einer Telefonkonferenz. In einer in Brüssel verbreiteten Erklärung hieß es, 150 Milliarden steuerten die 17 Euro-Länder bei, davon Deutschland allein bis zu 45 Milliarden Euro. Beiträge kämen auch von Schweden, Dänemark, Polen und Tschechien. Die auf dem letzten EU-Gipfel angepeilten 200 Milliarden Euro an neuem Geld für den IWF wurden damit allerdings nicht erreicht. So will sich Großbritannien vorerst nicht beteiligen. Das Vereinigte Königreich werde Anfang 2012 im Rahmen der G-20 Länder über seinen Beitrag entscheiden, verlautete aus London. Die EU forderte weitere finanzkräftige Länder auf, sich an der Aufstockung der Mittel zu beteiligen.

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Die Deutsche Telekom bleibt auf ihrer ungeliebten Mobilfunktochter T-Mobile USA sitzen. Der US-Branchenriese AT&T hat nach erheblichen Bedenken der amerikanischen Wettbewerbshüter die 39 Milliarden Dollar schwere Übernahme abgeblasen. Das teilte der Konzern in Dallas mit. Durch die Fusion wäre der größte Mobilfunkanbieter der USA entstanden. Die Regulierungsbehörde und das Justizministerium befürchteten jedoch eine Konzentration auf wenige große Anbieter und damit steigende Preise. Die Deutsche Telekom darf sich immerhin über eine vereinbarte Entschädigung freuen: Sie bekommt drei Milliarden Dollar in bar. Zudem darf sie das Netz des Rivalen mitnutzen und bekommt begehrte Funkfrequenzen. AT&T bezifferte den Wert des Ausgleichspakets auf vier Milliarden Dollar. Für die Telekom ist das Scheitern des Deals ein herber Rückschlag, weil sie mit dem Verkaufserlös die Schulden abbauen wollte.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Richtung Oder und Neiße sowie in Südostbayern zunächst noch kurze Auflockerungen und erst zum Abend hin Schneefall. Sonst von Westen her zeitweise Schnee, Schneeregen oder Regen. Höchstwerte minus zwei bis plus sieben Grad. Die weiteren Aussichten: Am Mittwoch kaum Wolkenlücken. Dabei anhaltende Niederschläge, im Südosten als Schnee. Höchstwerte zwei bis sechs Grad.

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