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Nachrichten

20.11.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Außenminister Guido Westerwelle hat sich besorgt über die jüngsten Ausschreitungen in Ägypten geäußert. Er rief alle Seiten auf, von jeder Gewaltanwendung abzusehen. Es sei sehr wichtig, dass die Parlamentswahl in gut einer Woche in einem friedlichen und geordneten Umfeld stattfinde. Die in den vergangenen Monaten angestoßene demokratische Entwicklung Ägyptens dürfe nicht aufs Spiel gesetzt werden. Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei auf dem Tahrir-Platz in Kairo sowie in Alexandria waren am Samstag mindestens drei Menschen getötet und fast 700 verletzt worden. Am Sonntag kam es erneut zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Die Demonstrationen richten sich gegen den herrschenden Militärrat, der nach dem Rücktritt des langjährigen Staatschefs Husni Mubarak am 11. Februar die Macht übernommen hatte.

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In der syrischen Hauptstadt Damaskus ist ein Gebäude der regierenden Baath-Partei von Staatschef Baschar al Assad nach Augenzeugenberichten von mindestens zwei Granaten getroffen worden. Sicherheitskräfte und Feuerwehr hätten das weitgehend menschenleere Haus im Bezirk Masraa abgesperrt, hieß es weiter. Staatschef Assad will sich unterdessen dem internationalen politischen Druck auf sein Land nicht beugen. Im Falle einer ausländischen Militärintervention sei er bereit zu kämpfen und zu sterben, sagte er der britischen Zeitung "Sunday Times". Der 46-Jährige kündigte an, weiter gegen, wie er sagte, "bewaffnete Banden" in seinem Land vorzugehen. Seit Beginn der Proteste gegen Assads Regierung vor acht Monaten sind nach Schätzungen der Vereinten Nationen mehr als 3.500 Menschen getötet worden.

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Truppen aus Äthiopien sind nach Augenzeugenberichten in das Bürgerkriegsland Somalia einmarschiert. Das meldete der britische Sender BBC. Demnach rollten mindestens 20 Militärfahrzeuge über die Grenze, mehrere hundert Soldaten sollen unter anderem in der Region Galguduud in Zentralsomalia gesehen worden sein. Es wäre der größte Einsatz der äthiopischen Armee in Somalia seit Jahren. Die Führung in Addis Abeba wies die Berichte offiziell zurück. Mit der Aktion soll nach Einschätzung von Beobachtern der Druck auf die radikal-islamische Miliz Al-Shabaab in Somalia erhöht werden. Die Miliz beherrscht große Teile des Südens und des Zentrums und will dort einen islamischen Gottesstaat schaffen. Sie gilt als Verbündete des Terror-Netzwerks Al-Kaida. - Mitte Oktober waren bereits kenianische Truppen in Somalia einmarschiert, nachdem zuvor mehrere Europäer aus Kenia in das Nachbarland entführt worden waren.

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In Spanien wird ein neues Parlament gewählt. Nach Umfragen steuert die konservative Volkspartei von Oppositionsführer Mariano Rajoy auf einen Erdrutschsieg und die absolute Mehrheit zu. Der bislang regierenden Sozialistischen Arbeiterpartei mit Alfredo Pérez Rubalcaba als Spitzenkandidat werden dagegen kaum Chancen zugebilligt. Dessen Parteifreund, Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero, ist nach mehr als sieben Jahren an der Regierung nicht mehr angetreten. Zur Stimmabgabe sind 36 Millionen Spanier aufgerufen, gewählt werden 350 Abgeordnete und 208 Senatoren. Die Wahl steht unter dem Eindruck von Wirtschaftskrise und hoher Arbeitslosigkeit. Die spanische Wirtschaft wurde von der weltweiten Finanzkrise 2008 stark getroffen, die Arbeitslosigkeit liegt derzeit bei fast 22 Prozent, unter Jugendlichen sogar bei 46 Prozent.

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Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat eine Entschädigung für die Angehörigen der Neonazi-Mordopfer angekündigt. Auch wenn finanzielle Hilfe das Leid nicht ungeschehen machen könne, wolle sie so versuchen, den Familien ein Zeichen der Solidarität zu geben, sagte die FDP-Politikerin der "Welt am Sonntag". Sie fürchte, so Leutheusser-Schnarrenberger weiter, dass am Ende der Aufklärung der Morde der rechtsextremen Zwickauer Terrorzelle noch mehr Opfer von Fremdenhass zu beklagen seien als heute bekannt. Die rechtsextreme Terrorzelle aus Zwickau soll hinter der bundesweiten Mordserie an neun Migranten in den Jahren 2000 bis 2006 stehen und 2007 zudem eine Polizistin erschossen haben. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich sprach in diesem Zusammenhang davon, dass offenbar einige Behörden kläglich versagt hätten.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Verbreitet neblig-trüb, nur vereinzelt Auflockerungen mit etwas Sonnenschein, weiterhin trocken. Höchstwerte zwischen drei und zwölf Grad. Die weiteren Aussichten: Am Montag zunächst verbreitet zäher Nebel. Später vielfach freundlich mit längeren sonnigen Abschnitten. Die Maximaltemperaturen liegen bei vier bis 13 Grad.

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