1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

20.09.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Die Lösung der europäischen Schuldenkrise hat einen weiteren Rückschlag erlitten. Die US-Ratingagentur Standard & Poor's stufte die Kreditwürdigkeit Italiens um eine Stufe herab. Das Land werde bei der langfristigen Bonität fortan mit der Note "A" statt "A+" bewertet, teilte die Ratingagentur mit. Grund seien die sich "abschwächenden Wachstumsaussichten" und die Einschätzung, dass die derzeitige Koalition die Fähigkeit Roms einschränke, entschlossen auf die Schuldenkrise zu reagieren. Italien hat mit etwa 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts nach Griechenland den höchsten Schuldenstand in der Eurozone. Standard & Poor's hatte die Herabstufung bereits im Mai angedroht. Die Agentur vollzog diese nun, obwohl das italienische Parlament erst vor wenigen Tagen ein weiteres Sparpaket der Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi in Höhe von rund 54 Milliarden Euro verabschiedet hatte. Die Agentur hat aber Zweifel, ob das Programm wirklich umgesetzt wird.

***

Die Eurokrise ist auch zentrales Thema eines Telefonats zwischen US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel gewesen. Dabei vereinbarten sie, bei der Bewältigung der Euro-Krise zusammenzuarbeiten. Beide Seiten seien sich einig, dass weiterhin abgestimmte Aktionen notwendig seien, teilten das Weiße Haus und die Bundesregierung mit. Es gehe darum, die Erholung der Weltwirtschaft zu sichern. Die USA fordern von Europa ein entschiedeneres Handeln, um Staatspleiten in der Euro-Zone zu verhindern. In der vergangenen Woche hat US-Finanzminister Timothy Geithner an einem Treffen seiner EU-Kollegen in Polen teilgenommen. Dabei war er mit einem Plädoyer für ein stärkeres finanzielles Engagement der Euro-Staaten in der Schuldenkrise auf Ablehnung gestoßen.

***

Im Ringen um die Rettung seines Landes erwägt der griechische Regierungschef Giorgos Papandreou nach einem Medienbericht einen Volksentscheid über den Verbleib in der Euro-Zone. Der Ministerpräsident hoffe auf ein Votum zugunsten der Gemeinschaftswährung, um seine Sparpolitik fortführen zu können, berichtete die Zeitung "Kathimerini" - allerdings unter Berufung auf nicht näher benannte Quellen. Es werde bereits an einem Gesetzesvorschlag gearbeitet, der den Weg zu einem Referendum ebnen solle. Um einer Staatspleite zu entgehen, ist Griechenland auf Hilfsgeld des Internationalen Währungsfonds, der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank angewiesen. Vor der Freigabe der nächsten Tranche muss eine Experten-Troika Athens Fortschritte bei den Spar- und Reformmaßnahmen bewerten. Darüber will Griechenlands Finanzminister Evangelos Venizelos an diesem Dienstag erneut telefonisch mit den Vertretern der wichtigsten Gläubiger sprechen.

***

Am zweiten Tag seines Staatsbesuches trifft der türkische Präsident Abdullah Gül an diesem Dienstag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen. Die Kanzlerin hat bereits bei einem Regionaltreffen der CDU im hessischen Alsfeld ihre Ablehnung einer vollen EU-Mitgliedschaft der Türkei bekräftigt. Zugleich forderte sie, die EU müsse Mittel und Wege finden, ein enges politisches Verhältnis zu dem Land aufzubauen. Dagegen hat Gül schon zu Beginn seiner Gespräche in Deutschland den Wunsch seines Landes nach einer Vollmitgliedschaft in der Europäischen Union bekräftigt. Bei einem Staatsbankett im Berliner Schloss Bellevue lobte Gül das deutsch-türkische Verhältnis als außerordentlich. Bundespräsident Christian Wulff bedauerte die Unannehmlichkeiten, die Gül infolge einer Bombendrohung in der Berliner Humboldt-Universität hinnehmen musste. Eine Ansprache Güls war deswegen kurzfristig abgesagt worden. Der Präsident sprach später in einem anderen Saal über die türkisch-deutschen Beziehungen.

***

Nach dem jüngsten Wahldebakel der FDP haben die Spitzen der Regierungsparteien die Handlungsfähigkeit der schwarz-gelben Koalition auf Bundesebene beschworen. Kanzlerin Angela Merkel wies Spekulationen über ein Auseinanderbrechen des Bündnisses aus CDU/CSU und FDP zurück. Auch der Vorsitzende der FDP, Philipp Rösler, betonte, seine Partei übernehme für die volle Wahlperiode bis 2013 Verantwortung. Zugleich räumte er ein, dass sich die FDP nach den erzielten 1,8 Prozent bei der Berliner Abgeordnetenhaus-Wahl in der schwierigsten Situation seit ihrem Bestehen befinde. Ungeachtet dessen verteidigte Rösler seine umstrittene Haltung zur Euro-Schuldenkrise. Merkel hatte den FDP-Chef gerügt, weil dieser eine mögliche Staatspleite Griechenlands öffentlich thematisiert hatte.

***

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Überwiegend freundlich und trocken. Wolken vor allem südlich der Donau und im Nordwesten. Von der Nordsee her aufkommender Regen. Höchsttemperaturen zwischen zwölf Grad am Alpenrand und 21 Grad am Oberrhein. Die weiteren Aussichten: Am Mittwoch im Norden wolkig mit Regen, in der Mitte und im Süden deutlich freundlicher.

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema