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Nachrichten

20.08.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Die Aufständischen in Libyen haben nach eigenen Angaben die Ölstadt Brega vollständig unter ihre Kontrolle gebracht. Auch die wichtigen Raffinerieeinrichtungen seien in den Händen der Rebellen, meldet der arabische Nachrichtensender Al Dschasira. Die Rebellen hatten die Stadt im März schon einmal eingenommen, sie wurde dann aber von den Streitkräften von Machthaber Muammar al-Gaddafi zurückerobert. Zuvor hatten die Aufständischen ebenfalls nach eigenen Angaben bereits die Küstenstadt Sliten östlich von Tripolis sowie die Stadt Sawija westlich der Hauptstadt vollständig eingenommen. Indes lief mit Abdessalam Dschallud ein weiterer früherer Vertrauter Gaddafis zu den Rebellen über. Aus Kreisen der Aufständischen hieß es, er habe aus Tripolis fliehen können. Dschallud war von 1972 bis 1977 Gaddafis Regierungschef, überwarf sich aber in den 1990er Jahren mit dem Machthaber. Er ist in der Bevölkerung sehr beliebt.

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Der bislang ungeklärte Tod von ägyptischen Grenzpolizisten hat zur schwersten diplomatischen Krise Israels mit dem Nachbarland seit langem geführt. Die Übergangsregierung in Kairo zog aus Protest ihren Botschafter aus Israel ab. Seit Ägypten 1979 als erstes arabisches Land Frieden mit Israel schloss, hatte es dies bislang nur einmal gegeben. Zudem berief die Arabische Liga wegen der jüngsten israelischen Angriffe auf den palästinensischen Gazastreifen für Sonntag eine Krisensitzung ein. Nach Informationen ägyptischer Staatsmedien fordert die Übergangsregierung in Kairo von Israel eine Entschuldigung. Außerdem sei der israelische Botschafter einbestellt worden. Die Todesumstände der fünf ägyptischen Grenzpolizisten sind unklar. Nach einer Version wurden sie Opfer einer israelischen Rakete, nach einer anderen wurden sie von bewaffneten Eindringlingen an der Grenze zu Israel getötet. Israel hat einen bewussten Angriff seinerseits ausgeschlossen.

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Die deutsche Wirtschaft ist enttäuscht über die schwarz-gelbe Bundesregierung. Nach der Hälfte der Wahlperiode hätten Union und FDP die Erwartungen nicht erfüllt, sagte der Präsident der Bundesvereinigung deutscher Arbeitgeberverbände Dieter Hundt im "Hamburger Abendblatt". Die schwarz-gelbe Wunschkoalition sei deutlich hinter ihren Möglichkeiten zurückgeblieben, vor allem vor dem Hintergrund der guten wirtschaftlichen Entwicklung, so Hundt. Die Steuersenkungspläne der Koalition lehnte er ab: Der Schuldenabbau müsse eindeutig Priorität haben. Zudem sprach er sich gegen die Einführung gemeinsamer Staatsanleihen zur Stabilisierung des Euro aus. Die so genannten Eurobonds seien ein Anreiz für schwächere Länder, sich weiter zu verschulden - auf Kosten der stärkeren Länder. Es dürfe nicht sein, dass ordentlich wirtschaftende Länder wie Deutschland die Schulden der nachlässigen Länder bezahlen müssten, sagte er.

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Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel bezweifelt die ernsthafte Absicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel, eine Steuer auf Finanzgeschäfte in Europa einführen zu wollen. Die Kanzlerin und ihre jeweiligen Wirtschaftsminister hätten diese Finanzmarkt-Besteuerung immer verhindert, sagte Gabriel der Zeitung "Die Welt". Solange die CDU-Politikerin mit der FDP regiere bleibe sie ein Bremsklotz bei der Regulierung der Finanzmärkte, so Gabriel. Um der Schuldenkrise entgegen zu treten, hatten Merkel und der französische Präsident Nicolas Sarkozy bei ihrem Treffen am Dienstag unter anderem vorgeschlagen, eine europaweite Steuer auf Börsengeschäfte zu erheben. Auch die EU-Kommission ist dabei, dieses Vorhaben zu konkretisieren. Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble hatte in der Vergangenheit wiederholt geäußert, er würde sich notfalls damit begnügen, wenn die Steuer nur in der Euro-Zone, also ohne den wichtigen Finanzplatz London, erhoben werde.

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Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich von der CSU hat harten deutschen Widerstand gegen die Pläne der EU-Kommission für ein vereinheitlichtes Asylrecht angekündigt. Man wolle vor allem verhindern, dass es eine Aufweichung der Bestimmungen gebe, sagte Friedrich beim Tag der offenen Tür in der Bundespressekonferenz in Berlin. Es dürfe "keine Signalwirkung weltweit" geben, dass es jetzt leichter sei, in Deutschland Asyl zu beantragen, oder noch einfacher, hier dauerhaft zu bleiben. Die EU-Kommission hatte jüngst gegen Widerstand aus den Mitgliedsstaaten einen neuen Vorstoß für eine einheitliche Flüchtlingspolitik gemacht. Die 27 Länder sollen die Gesetze für die Aufnahme von Asylbewerbern angleichen, ihnen mehr Rechte gegen und zugleich mehr gegen Missbrauch tun. - Friedrich berichtete, Deutschland liege mit rund 40.000 Asylbewerbern im Jahr 2010 weit unter den Zahlen von Anfang der 90er Jahre, als es in einem Jahr über 400.000 gegeben habe. Gegenüber dem Vorjahr suchten 2011 aber wieder mehr Ausländer Zuflucht in der Bundesrepublik.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Südlich der Donau noch einzelne Schauer, sonst verbreitet sonnig bei Temperaturen zwischen 19 Grad Celsius an der Nordsee und bis zu 30 Grad im Südwesten. DIE WEITEREN AUSSICHTEN: Am Sonntag weiterhin sommerlich, später von Nordwesten her aufkommende Schauer und Gewitter. Die Tageshöchstwerte steigen auf 24 bis 35 Grad.

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