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Nachrichten

20.07.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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In Spanien haben in rund 80 Städten hunderttausende Demonstranten gegen die jüngsten Sparmaßnahmen der Regierung protestiert. Allein in der Hauptstadt Madrid nahmen nach Angaben der Zeitung "El País" mindestens 100.000 Menschen an den Kundgebungen teil. Zu den Protestaktionen hatten die Gewerkschaften CCOO und UGT aufgerufen, die für den Herbst einen Generalstreik ankündigten. Das Parlament hatte ein neues Sparpaket des konservativen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy in Höhe von 65 Milliarden Euro gebilligt. Unter anderem sollen die Mehrwertsteuer angehoben, das Weihnachtsgeld für Staatsbedienstete gestrichen und die Arbeitslosenhilfe gekürzt werden. --- Der Deutsche Bundestag hatte am Donnerstag den Weg freigemacht für ein Hilfspaket von bis zu 100 Milliarden Euro zur Rettung der spanischen Banken.

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Nach der Blockade einer neuen Syrien-Resolution durch Russland und China gehen die Bemühungen im UN-Sicherheitsrat um eine Verlängerung des an diesem Freitag auslaufenden Mandats für die 300 Beobachter in dem Land weiter. Der britische UN-Botschafter Mark Lyall Grant sagte, er habe einen neuen Resolutionsentwurf in Umlauf gebracht, der die Mission der unbewaffneten Beobachter ein letztes Mal um 30 weitere Tage verlängern würde. Der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin kündigte bereits Widerstand an. In dem Entwurf der Briten sei die Fortsetzung der Beobachtermission an politische Bedingungen geknüpft, beklagte er. Pakistan brachte einen rivalisierenden Entwurf ins Spiel, der eine Verlängerung der UN-Beobachtermission um 45 Tage vorsieht.

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In Syrien sind die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Aufständischen nach dem tödlichen Anschlag auf drei enge Vertraute von Präsident Baschar al-Assad weiter eskaliert. Die Hauptstadt Damaskus wurde mehr und mehr zum Schlachtfeld. Dort sollen die Rebellen unter anderem das Polizeihauptquartier angegriffen haben. Zahlreiche Polizisten seien getötet worden, erklärte ein Oppositionsvertreter. Zugleich eroberten Aufständische zwei Stützpunkte der Regierungstruppen an der Grenze zum Irak. Auch an der Grenze zur Türkei sollen sie weitere Posten eingenommen haben. Menschenrechtsaktivisten im Londoner Exil berichteten nach den Gefechten vom Donnerstag mit 250 Toten vom blutigsten Tag seit Beginn des Aufstands.

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Die chinesische Justiz hat den Einspruch des Dissidenten und Künstlers Ai Weiwei gegen eine Strafe von umgerechnet rund zwei Millionen Euro wegen angeblicher Steuerhinterziehung abgewiesen. An der abschließenden Verhandlung in dem Berufungsprozess vor einem Gericht in Peking konnte Ai auf Polizeianordnung nicht teilnehmen. Er berichtete im Internet, weiter in seiner Wohnung festgehalten zu werden. Dem von ihm gegründeten Unternehmen "Fake Cultural Development" wird Steuerhinterziehung in großem Umfang vorgeworfen. Ai bezeichnet die Beschuldigungen als politisch motiviert. Man wolle ihn nach den knapp drei Monaten Inhaftierung im vergangenen Jahr immer noch zum Schweigen bringen.

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Die Ermittler in Deutschland bereiten in der Formel-1-Schmiergeldaffäre gegen WM-Chef Bernie Eccelstone die Anklage vor. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet unter Berufung auf Insider, die Münchner Staatsanwaltschaft treibe ihre Untersuchungen "mit Hochdruck" voran. Der im Vormonat wegen Bestechlichkeit zu achteinhalb Jahren Haft verurteilte Ex-Vorstand der BayernLB, Gerhard Gribkowsky, habe umfänglich ausgesagt und den Briten dabei erneut belastet. Demnach soll der einst im Rennsport einflussreiche Gribkowsky den Erhalt von 44 Millionen Dollar von Ecclestone für den Verkauf von Formel-1-Anteilen noch einmal bestätigt haben.

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Beim US-Internetkonzern Google brummt das Geschäft: Trotz fallender Werbepreise steigerte der Suchmaschinen-Betreiber seinen Gewinn im zweiten Quartal 2012 um elf Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar. Wie Google weiter mitteilte, stieg der Umsatz von April bis Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 35 Prozent auf 12,2 Milliarden Dollar. Hingegen musste der Software-Riese Microsoft seinen ersten Quartalsverlust in Höhe von 492 Millionen Dollar verbuchen. Grund war eine bereits vor einigen Wochen angekündigte Abschreibung über 6,2 Milliarden Dollar auf die vor fünf Jahren gekaufte Online-Werbefirma Aquantive. Der Quartalsumsatz legte um 3,9 Prozent auf 18,06 Milliarden Dollar zu. Dies sei ein Rekordwert, betonte Microsoftchef Steve Ballmer.

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In Deutschland wird an diesem Freitag der schnellste Höchstleistungsrechner in Europa eingeweiht. Der SuperMUC genannte Computer am Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) in Garching bei München schafft pro Sekunde drei Billiarden Rechenoperationen. Er soll Forscher zum Beispiel bei der Analyse physikalischer Daten und der Simulation von Vorgängen im menschlichen Körper unterstützen. - Experten aus Deutschland sowie 23 weiteren Ländern Europas inclusive der Türkei und Israels werden die neue IBM-Anlage nutzen.

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