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Nachrichten

20.04.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat der syrischen Regierung vorgeworfen, sie halte sich nicht an den vereinbarten Friedensplan. Die Zahl der gewaltsamen Zwischenfälle habe in den vergangenen Tagen wieder stark zugenommen, sagte Ban. Am Donnerstag wurden in Syrien nach Angaben von Aktivisten 16 Menschen von den Regierungstruppen getötet. Unterdessen forderten die USA schärfere Sanktionen gegen Syrien. US-Außenministerin Hillary Clinton sagte nach einem Treffen der "Freunde Syriens" in Paris, im UN-Sicherheitsrat müsse "sehr energisch" eine Resolution nach Kapitel VII angestrebt werden. Frankreichs Außenminister Alain Juppé drohte mit der Prüfung anderer Optionen, falls Syrien den Friedensplan nicht umsetzt. Zuvor hatten die Vereinten Nationen und die Regierung in Damaskus eine Vereinbarung über die Regeln des Einsatzes der UN-Beobachter getroffen. Darin sind die Funktionen der Beobachter sowie die damit verbundenen Aufgaben der syrischen Regierung festgehalten.

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Die Direktorin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, sorgt sich weiter um die Euro-Zone. Diese sei immer noch das "Epizentrum" bei den Risiken für die Weltwirtschaft, sagte Lagarde in Washington. Trotz einer verbesserten Lage und umfassender Maßnahmen der Euro-Länder gebe es weiterhin "sehr dunkle Wolken am Horizont“. Die europäische Schuldenkrise und die drohenden globalen Auswirkungen stehen von Freitag an auf der Tagesordnung der gemeinsamen Frühjahrstagung von IWF und Weltbank in Washington. Zu den Hauptthemen zählt die vom IWF angestrebte Ausweitung seiner Kreditlinie. Die Organisation will von ihren Mitgliedern 400 Milliarden Dollar zusammenbekommen, um eine Brandmauer gegen die Ausbreitung der Schuldenkrise zu errichten. Die Euro-Länder haben bereits 150 Milliarden Euro zugesagt. Die USA sperren sich allerdings gegen weitere Zahlungen.

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Nach dem Militärputsch in Guinea-Bissau hat sich die Junta mit der Opposition auf einen Übergangspräsidenten geeinigt. Der bei der Präsidentschaftswahl unterlegene Kandidat Manuel Serifo Nhamadjo werde die Übergangsregierung anführen, teilten die Militärjunta und die Opposition mit. Das Abkommen sieht zudem die Bildung eines Nationalen Übergangsrates vor. Die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS verurteilte jedoch die Einrichtung des Übergangsrates. Es handele sich um einen "illegalen Beschluss", nachdem die Militärjunta zuvor schriftlich zugesagt habe, die Macht abzugeben, teilte die Organisation mit. Nach dem Willen der Militärjunta soll es in den kommenden zwei Jahren keine Wahlen geben. In der früheren portugiesischen Kolonie in Westafrika hatten Soldaten kurz vor der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl vor einer Woche geputscht. In dem verarmten Land ist es seit 1974 immer wieder zu Aufständen und Staatsstreichen durch das Militär gekommen.

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Der gestürzte Präsident Malis, Amadou Toumani Touré, ist in den Senegal geflohen. Touré sei mit seiner gesamten Familie und Leibwächtern in der Hauptstadt Dakar eingetroffen, sagte ein Sprecher von Senegals Präsident Macky Sall. Außenminister Alioune Badara Cissé sei nach Bamako geflogen, um Touré in Empfang zu nehmen und mit der senegalesischen Präsidentenmaschine nach Dakar zu bringen. Die malischen Putschisten hatten Touré und 21 Beamte und Militärs am Donnerstag aus der Haft entlassen. Das Militär hatte Touré am 22. März entmachtet, danach war der 63-Jährige nicht mehr öffentlich aufgetreten. Am 8. April reichte Touré bei der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS ein formelles Rücktrittsgesuch ein. Die Lage in Mali ist seit der Revolte angespannt, auch wegen des Konflikts mit Tuareg-Rebellen und Islamisten im Norden des Landes.

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Zum zweiten Jahrestag der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko muss der britische Ölkonzern BP tausenden Geschädigten einen höheren Ausgleich zahlen. Das US-Justizministerium teilte mit, 7300 Opfer würden zusätzlich insgesamt 64 Millionen US-Dollar erhalten. Das Geld stammt aus dem Entschädigungsfonds von 20 Milliarden US-Dollar, den BP bereitgestellt hat. Nach Untersuchungen von Wirtschaftsprüfern habe es "erhebliche Fehler" bei der Entschädigung der Betroffenen gegeben, die nun korrigiert werden müssten. Bei der Explosion der Ölplattform "Deepwater Horizon" am 20. April 2010 waren elf Menschen ums Leben gekommen. 87 Tage lang liefen bis zu 4,9 Millionen Barrel Öl ins Meer. Ganze Küstenstreifen wurden verwüstet. Die wichtige Fischerei- und die Tourismusindustrie wurden empfindlich getroffen.

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