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Nachrichten

20.01.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

In Griechenland sind die Verhandlungen der Regierung mit den Privatbanken über einen freiwilligen Schuldenschnitt für das pleitebedrohte Land offenbar vorangekommen. Nach einem Treffen mit dem Chef des Internationalen Bankenverbandes IIF, Charles Dallara, berichtete Ministerpräsident Lucas Papademos in einer Fernseherklärung von "substanziellen" Beratungen. Bankenunterhändler sprachen in Athen von "produktiven Debatten". Voraussetzung für ein zweites Hilfspaket für Griechenland ist ein Verzicht der privaten Gläubiger auf 50 Prozent ihrer Forderungen. Als Reaktion auf Drohungen von Papademos, im Notfall den Forderungsverzicht gesetzlich zu erzwingen, sollen Hedgefonds eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte erwägen.

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Die Leiter von elf großen internationalen Wirtschaftsorganisationen warnen die Staatschefs aller Länder vor einem zu strengen Sparkurs. Auf lange Sicht könnten finanzielle Kürzungen Wachstum und Arbeitsplätze gefährden, heißt es in einem jetzt veröffentlichten gemeinsamen Appell. Unterzeichner sind unter anderem die Chefs der Welthandelsorganisation, der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds. Die Regierungen müssten zum Beispiel die Jugendarbeitslosigkeit senken, entlassene Arbeiter in einem sozialen Netz auffangen und sicherstellen, dass Banken weiter Kredite an Unternehmen vergeben. Gefordert wird zudem, die Transformationen in den aufstrebenden Schwellenländern stärker zu fördern. Die Erklärung "Call to action" richtet sich an die Staatschefs, die ab 25. Januar zum Weltwirtschaftsforum in Davos zusammenkommen.

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In der Europäischen Union wächst die Zustimmung für zusätzliche Schritte für mehr Wirtschaftswachstum und Beschäftigung in Europa. Neben Deutschland und Frankreich wollten sich auch Österreich, Portugal und Schweden auf dem EU-Sondergipfel Ende Januar für ein entsprechendes Maßnahmenpaket einsetzen, berichtete die Bundesregierung nach einem Treffen mehrerer Regierungschefs auf Schloss Meseberg bei Berlin. Kanzlerin Angela Merkel hatte ihren österreichischen, portugiesischen und schwedischen Kollegen - Werner Faymann, Pedro Passos Coelho und Fredrik Reinfeldt - dort zu einem informellen Gedankenaustausch empfangen. Dabei sei es sowohl um die derzeitige Schuldenkrise in der Eurozone gegangen, als auch um die zukünftige Entwicklung der EU als Ganzes, wurde mitgeteilt. Thema dürfte auch der geplante Fiskalpakt für straffere Haushaltsdisziplin gewesen sein.

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Mit einem Marsch durch die Hauptstadt Bukarest haben etwa 7000 Rumänen ihren Widerstand gegen das Sparprogramm der Regierung fortgesetzt. Am siebten Tag des Protests hatten vor allem die größten Oppositionsparteien mobilisiert. Gefordert wurde erneut der Rücktritt des Kabinetts von Ministerpräsident Emil Boc sowie des Präsidenten Traian Basescu. Die Polizei setzte Tränengas gegen die Demonstranten ein, die mit Steinen und Flaschen warfen. Etwa 50 Personen wurden festgenommen. Auch in anderen Städten Rumäniens kam es zu Kundgebungen.

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Bei einer Razzia in Neuseeland sind vier Drahtzieher der von US-Behörden gesperrten Internet-Plattform Megaupload festgenommen worden. Es handelt sich um drei Deutsche und einen Niederländer. Bei Megaupload konnten Daten aller Art hochgeladen werden. Nach den Vorwürfen der US-Behörden waren darunter auch illegal kopierte Musik, Filme und digitale Bücher. Megaupload habe den rechtmäßigen Eigentümern der Inhalte einen Schaden von deutlich über einer halben Milliarde Dollar zugefügt, erklärte das amerikanische Justizministerium. Zudem wird dem Unternehmen Geldwäsche vorgeworfen. Unter den insgesamt sieben in den USA Angeklagten sind vier Deutsche, ein Niederländer, ein Slowake und ein Este. Vier der Beschuldigten sind bereits festgenommen worden.

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Der entlassene Sprecher von Bundespräsident Christian Wulff ist wegen Korruptionsverdacht ins Visier der Justiz geraten. Bei einer Razzia hätten Ermittler Privat- und Geschäfttsräume von Olaf Glaeseker und des Eventmanagers Manfred Schmidt durchsucht, teilte die Staatsanwaltschaft Hannover mit. Die Aktion fand demnach in Wunstorf bei Hannover, Berlin und in der Schweiz statt. Den Beschuldigten werde Bestechlichkeit beziehungsweise Bestechung vorgeworfen. Aufgrund von Medienberichten und Ermittlungen bestehe der Verdacht, dass Glaeseker bis 2009 die Finanzierung der von Schmidt ausgerichteten Veranstaltungsreihe "Nord-Süd-Dialog" im Rahmen seiner Dienstgeschäfte "gefällig gefördert" habe, teilte die Behörde mit. Als Gegenleistung soll Glaeseker unentgeltlich Urlaube in Feriendomizilen Schmidts verbracht haben. Glaeseker war zu Wulffs Zeit als Ministerpräsident niedersächsischer Regierungssprecher im Rang eines Staatssekretärs. Schmidt werden enge Kontakte zur Staatskanzlei nachgesagt.

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