200.000 Menschen aus El Salvador müssen USA verlassen | Aktuell Amerika | DW | 08.01.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

US-Flüchtlingspolitik

200.000 Menschen aus El Salvador müssen USA verlassen

Den Einwanderern war ein Bleiberecht nach einer Erdbebenserie in ihrem Heimatland gewährt worden. Das hob die US-Regierung nun auf. Die Bedingungen in El Salvador hätten sich verbessert, hieß es.

Grenze Mexiko USA Mutter und Kind (Getty Images/J. Moore)

Ein illegal eingereiste Mutter aus El Salvador und ihr Kind werden aus den USA abgeschoben (Archivbild)

Sie leben seit mindestens 17 Jahren in den USA, nun sollen sie das Land verlassen. Die Trump-Regierung hob den Schutzstatus für rund 200.000 Menschen aus El Salvador auf, der ihnen nach einer Serie von Erdbeben in ihrer Heimat 2001 gegeben worden war. Er räumte den Salvadorianern ein befristetes Bleiberecht (TPS) ein, das in den Folgejahren mehrere Male verlängert worden war.

In einer Mitteilung des Heimatschutzministeriums an den US-Kongress heißt es, die Bedingungen in El Salvador hätten sich erheblich verbessert. Die ursprüngliche Rechtfertigung für einen andauernden Schutz vor Abschiebung sei damit entfallen. "Nur der Kongress" könne eine permanente Lösung für jene finden, die durch TPS geschützt sind und "seit Jahren in den USA leben und arbeiten". Die Menschen müssen nun bis September 2019 die USA verlassen oder einen neuen Weg suchen, um legal bleiben zu können.

"Familien werden auseinandergerissen"

Zuvor hatte das Heimatschutzministerium bereits einen vergleichbaren Schutzstatus für 60.000 Menschen aus Haiti und 2500 Einwanderer aus Nicaragua beendet. 57.000 Honduraner erhielten einen Aufschub um sechs Monate.

Die meisten salvadorianischen Erdbebenflüchtlinge haben sich in den USA neue Existenzen aufgebaut. Rund 200.000 Kinder seien in den Flüchtlingsfamilien geboren worden, berichtete die "Los Angeles Times". Kevin Appleby vom New Yorker "Zentrum für Einwanderer-Studien" kritisierte die Entscheidung als verheerend. Sie werde "nicht nur Familien und Kinder auseinanderreißen, die seit Jahren hier leben, sondern auch ein bereits von Gewalt geprägtes Land weiter destabilisieren". Dies sei "enorm kurzsichtig".

cw/sti (dpa, kna)