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Aktuell Europa

2000 Polizisten sichern Proteste in Paris

Der nun doch erlaubte Pariser Aufmarsch der französischen Gewerkschaften gegen die Arbeitsmarktreformen war nach 1,5 Kilometern schon wieder zu Ende. Schon im Vorfeld gab es etwa 100 Festnahmen.

Die linken Gewerkschaften sprachen von 60.000 Teilnehmern, die Polizei von 20.000: Trotz der massiv gekürzten Route des Demonstrationszuges konnten sich CGT und Force Ouvrière in Paris mit einer eindrucksvollen Kundgebung gegen die Arbeitsmarktreformen der sozialistischen Regierung präsentieren. Bis zum Abend blieb es friedlich, aber die Behörden hatten mit drastischen Sicherheitsvorkehrungen vorgebeugt.

Mehr als 2000 Polizisten waren mobilisiert worden. Sie sollten den Aufmarsch absichern, der aus Sorge vor neuen Ausschreitungen ursprünglich verboten worden war. Bis zu 100 Personen wurden laut Polizeiangaben festgenommen, die meisten mit Gegenständen, die "als Wurfgeschosse geeignet" waren.

Außer in Paris gingen auch in Marseille, Toulouse und Le Havre tausende Menschen auf die Straßen. In Rennes zerstörten dabei vermummte Demonstranten eine Reihe von Schaufenstern.

Die Gewerkschaftsführer an der Spitze der Proteste in Paris gegen die Arbeitsmarktreform (foto: picture-alliance/dpa)

Die Gewerkschaftsführer an der Spitze der Proteste in Paris

Präsident Francois Hollande bekräftigte, die Arbeitsmarktreform werde durchgezogen. Das Gesetz werde "über die Ziellinie" gebracht, sagte Hollande vor der Presse. Es sei notwendig, damit Unternehmen mehr Menschen einstellen könnten, damit es es mehr unbefristete Verträge und Fortbildungen gebe. Hollande will im Kampf gegen die hohe Arbeitslosigkeit unter anderem die 35-Stunden-Woche aufweichen und den Kündigungsschutz lockern. Die Gewerkschaften kritisieren die Reform als zu arbeitgeberfreundlich und befürchten schlechtere Arbeitsbedingungen und Sozialstandards.

Terrorgefahr, Fußball-EM und Gewerkschaftsproteste

Die Proteste gegen die Arbeitsmarktreform waren in den vergangenen Wochen immer wieder von Krawallen überschattet worden. Vermummte Aktivisten lieferten sich dabei heftige Auseinandersetzungen mit der Polizei. Wegen Sicherheitsbedenken - und weil die Polizei wegen Terrorbedrohung und Fußball-Europameisterschaft an ihre Belastungsgrenzen kommt - hatte die Pariser Polizeipräfektur am Mittwoch zunächst ein Verbot der Gewerkschaftskundgebung in der Hauptstadt erlassen.

Nach einem Sturm der Entrüstung und Kritik auch in den eigenen Reihen vollzog die sozialistische Regierung nur wenige Stunden später eine Kehrtwende: Die Demonstrationsroute führte vom Bastille-Platz aber nur einmal um das Kanalbecken Bassin de l'Arsenal zur Seine und zurück...

SC/sti (afp, APE, rtre)

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