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Europa

2000 Päckchen für Kinder in Osteuropa

Jedes Jahr zu Weihnachten schickt ein Rentnerehepaar aus Kerpen Hunderte Päckchen nach Osteuropa. Ursula und Helmut Bach sammeln seit sieben Jahren Kleidung, Spielzeug und Süßigkeiten für bedürftige Kinder in Osteuropa.

Ein Rentnerehepaar sitzt auf einem Sofa, vor ihnen liegen viele Geschenke (Foto: Erftland Mission e.V.)

Vor dem Einpacken: Ehepaar Bach in Kerpen

Berge von Schokoladetafeln und Stofftieren, ein komplettes Regal mit gespendeter Kleidung: Vom Flur über die Treppe bis zum Keller stapeln sich bunte Päckchen und reichen vom Boden bis zur Decke. Im Hause Bach herrscht Ausnahmezustand - wie jedes Jahr zu Weihnachten.

"Wir haben das Elend gesehen"

Ein Kinderheim in Bulgarien (Foto: DW)

Das Ziel der Päkchen: Kinderheime in Osteuropa

Ursula und Helmut Bach sind vor sieben Jahren auf die Not vieler Kinder in dem Gebiet der früheren Sowjetunion aufmerksam geworden. Damals waren sie mit dem Missionswerk "Friedensbote“ zu Besuch in der Ukraine. "Wir haben das Elend gesehen. Wir waren dabei, wie Kinder aus den Heizungsschächten rausgezogen wurden, die eine Tüte zum Schnüffeln hatten und tagsüber entweder bettelten oder stahlen“, erinnert sich Helmut Bach. "Und dann haben wir überlegt: Was können wir für die Kinder tun, die zu Weihnachten nichts bekommen?“

Helmut Bach, Pastor aus Kerpen bei Köln, und seine Frau überzeugten das Missionswerk, eine Weihnachtsaktion für Kinder aus den GUS-Staaten zu starten. Sie stürzten sich mit großer Freude und Engagement in die Arbeit. "Wir haben einen Aufruf gestartet, damit die Leute uns Päckchen bringen. Wir haben Anzeigen gedruckt und sie an Zeitungen gegeben und auch an die Stellen, wo mein Mann predigt", erinnert sich Ursula Bach.

250 Wollsocken für Kinder

Kinder mit Geschenken (Foto: Erftland Mission e.V.)

Der Lohn für die Mühen: strahlende Kinder

Die Weihnachtsaktion lief von Beginn an erfolgreich. Schon ein paar Tage nach den Aufrufen brachten hilfsbereite Bürger aus ganz Nordrhein-Westfalen ihre Spenden nach Kerpen: Kinderbekleidung, Schreibmaterial, Spielsachen und Süßigkeiten wurden sortiert und in Schuhkartons gepackt. Von den Geldspenden kauften die Bachs Schokolade und Hygieneartikel. Viele Menschen unterstützen diese Aktion bereits seit Jahren. Eine Dame habe schon 250 Wollsocken gestrickt, eine andere stricke Schals und dazu passende Mützen, sagt Ursula Bach. "Dafür sammeln wir Wolle, die wir dann an die Frauen weitergeben, damit sie auch wieder für das nächste Jahr stricken."

Jedes Jahr bereitet das Rentnerehepaar über 2000 Päckchen vor. Alle werden in Geschenkpapier eingepackt: insgesamt anderthalb Kilometer. Helmut Bach klappert die großen Supermärkte nach Bananenkartons ab, in die mindestens vier Päckchen passen und die für den Transport geeignet sind. "Wir brauchen ungefähr 500 bis 550 Bananenkartons. Man ist ständig unterwegs", erzählt der Rentner Helmut Bach. Wenn alles gepackt ist, holt ein Lastwagen vom Missionswerk "Friedensbote" die Weihnachtsgeschenke ab.

"Wir wären gerne dabei"

Zwei Rentner stehen mitten in einem Geschenkeberg (Foto: Erftland Mission e.V.)

Tausende Geschenke werden jedes Jahr verschickt

Die Pakete fahren tausende Kilometer Richtung Osten. Zu Weihnachten landen sie bei den Heimkindern und bei Kindern aus bedürftigen Familien in der Ukraine, Estland, Georgien, Kirgisien und anderen GUS-Staaten. Und jedes Jahr kurz nach Weihnachten bekommen die Bachs viele Briefe mit Fotos, die die strahlenden Kinder zeigen. Noch lieber wäre Ursula Bach aber selbst dabei, wenn die Kinder die liebevoll gepackten Geschenke auspacken: "Ich würde gerne wissen, worüber sich die Kinder noch mehr freuen würden oder was man besser nicht rein tun sollte“, sagt sie. Doch dieser Wunsch bleibt vorerst unerfüllt. Mit ihrer Rente können die Bachs sich eine solche Reise nicht erlauben. Und ihre gesamten Ersparnisse fließen seit Jahren in die Weihnachtsaktion.

Autorin: Nadia Baeva
Redaktion: Julia Kuckelkorn

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