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Wissen & Umwelt

20 Jahre „World Wide Web“

1989 begann der Triumphzug des Internets, der rasanter kaum sein könnte. Mittlerweile sind Schätzungen zufolge weltweit mehr als 1,3 Milliarden Menschen im Netz unterwegs.

Breitbandkabel vernetzen die Welt. (Photo: Daniel Roland, AP)

Breitbandkabel vernetzen heute die ganze Welt

Das Internet selbst ist jedoch schon um einiges älter. Schon Mitte der 1960er Jahre wurden Fundament und Keller für das heutige Internetgebäude entworfen und gebaut. Die US-Militärs wollten damals ein Netz von Computern haben, durch das Daten ganz sicher transportieren werden können. Selbst im Fall eines Atomschlages und bei der Zerstörung eines großen Teil des Netzes sollte der Transport der Daten noch einwandfrei funktionieren. Das Ergebnis der Forschung hieß "Arpanet" und verband am Anfang nur einige wenige Rechner miteinander.

Vom Militärnetz zum Forschungsnetz

Ein Bild des ersten Web-Servers. (Photo: CERN)

So sahen die ersten Web-Server aus.

In den nächsten Jahren und Jahrzehnten wuchs das Internet Schritt für Schritt – allerdings eher im Verborgenen. Vor allem Universitäten und Forscher entdeckten das Netz für sich. Viele fanden es ausgesprochen nützlich; konnten sie doch erstmals ohne großen Aufwand über Ländergrenzen hinweg miteinander kommunizieren. Allerdings musste man damals sehr genau wissen, was man tat: Nur mittels kryptischer Befehle ließen sich Daten hin- und herschicken. Sich per Mausklick um die halbe Welt bewegen – damals absolut undenkbar.

Der Durchbruch: Das WWW wird erfunden

Das änderte sich erst mit der Forschungsarbeit von Tim Berners-Lee. Er arbeitete in den 1980er Jahren am Kernforschungszentrum CERN in der Schweiz. Was ihm fehlte, war eine Möglichkeit, seine Forschungsarbeiten schnell und unkompliziert einer Öffentlichkeit zu präsentieren oder Daten und Informationen mit Kollegen in der ganzen Welt auszutauschen. Genau das leistet heute das "World Wide Web"; die Erfindung des Forschers.

Tim Berners-Lee vor seinem Computer sitzend, Anfang der 90er Jahre, am CERN bei Genf. (Photo: CERN)

Tim Berners-Lee Anfang der 90er am CERN bei Genf.

Berners-Lee entwickelt ab 1989 alles, was man braucht, um Internet-Seiten zu erstellen und wieder abzurufen. Er programmiert den ersten Web-Server, auf dem sich Dokumente für das World Wide Web abspeichern lassen, er erfindet den Browser, der das Betrachten der Seiten am Computer ermöglicht und Berners-Lee kommt auch auf die Idee, Dokumente miteinander zu verknüpfen – die Links waren erfunden.

Technik für alle – ganz umsonst…

Im Prinzip funktioniert das Internet heute noch genauso wie vor 20 Jahren – mit dem Unterschied, dass inzwischen viele Multimedia-Elemente Einzug ins Netz gehalten haben: Musik, Fotos, Grafiken, Videos und Spiele – all das war in den Anfangsjahren noch gänzlich undenkbar.

Tim Berners-Lee ist mit seiner Erfindung übrigens nicht reich geworden – durch die kostenlose Freigabe seiner Entwicklung im Jahr 1993 ist das Internet damals praktisch verschenkt worden. Wahrscheinlich war aber genau das auch der Schlüssel zum Erfolg: Hätte der Forscher hohe Lizenzgebühren verlangt – so populär wie es heute ist, wäre das Internet vermutlich niemals geworden.

Autor: Jörg Brunsmann

Redakteurin: Judith Hartl

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