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Schauspieler im Gespräch

1990: Interview mit Uwe Friedrichsen

"Was ich bei ihm gelernt habe, das sind Qualitätskriterien" - Uwe Friedrichsen über seine Zusammenarbeit mit Gustav Gründgens

Deutschland Schauspieler Uwe Friedrichsen beim Neujahrsempfang des Hamburger Abendblatt (2012)

Deutschland Schauspieler Uwe Friedrichsen beim Neujahrsempfang des "Hamburger Abendblatt" (2012)

Laut dem Filmportal "ofdb.de" wirkte er bereits in über 100 Filmen mit, darüber hinaus übernahm er bis heute unzählige Theaterrollen, ist ein gefragter Synchronsprecher, der auch vorm Gesang nicht schreckt. Uwe Friedrichsen - ein Multitalent eben, der zu den bekanntesten deutschen Schauspielern gehört und für seine schauspielerische Leistungen sowie sein soziales Engagement mehrfach ausgezeichnet wurde.

Bei Ida Ehre und Gustav Gründgens

Geboren wurde Uwe Friedrichsen am 27.5.34 in Hamburg-Altona. Noch in der Schule macht er seine ersten Schritte auf deren Bühne und begeistert sich für die Schauspielerei. Diese Begeisterung findet ihre Fortsetzung zunächst in einer Laiengruppe einer Hamburger Volkshochschule und in privater Schauspielausbildung, die er sich mit Hilfsjobs finanzierte. Und nun folgte der nächste Schritt: 1953 gründete Uwe Friedrichsen mit Marcus Scholz das "Theater 53", in dem er selbstinszenierte Kurzgeschichten spielte - tagsüber weiterhin als Hafenarbeiter und Zeitungsausträger sein Auskommen verdienend. Doch dieser Zustand sollte sich nach zwei Jahren radikal ändern. Denn die damalige Intendantin der Hamburger Kammerspiele, Ida Ehre, verpflichtete den jungen Schauspieler für das Stück "Ein Ausgangstag" des dänischen Dramatikers Otto Leck-Fischer, in dem er die Rolle des Lars übernahm. Der Anfang zu einer große Karriere war nun getan und es sollte lediglich noch ein Jahr dauern, bis nun das alles entscheidende Engagement kam. 1956 holte Gustav Gründgens den jungen Schauspieler an das Hamburger Deutsche Schauspielhaus, wo Uwe Friedrichsen sein schauspielerisches Talent unter Beweis stellen konnte.

Unzählige Rollen

Als Schüler in Gründgens legendärer Inszenierung des "Faust" machte er nun den Anfang und spielte an diesem Theater die verschiedensten Rollen, dem er auch bis 1968 angehörte. Aus einem Theaterbegeisterten wurde einer der populärsten und gefragtesten Schauspieler Deutschlands. Und sein Talent war nicht nur an Theaterbühnen gefragt: auch der junge deutsche Nachkriegsfilm hatte für Uwe Friedrichsen einige Rollen zu bieten. So spielte er unter anderem 1957 den Studenten Jochen in der Komödie "Lemkes selige Witwe" mit Grethe Weiser und Paul Hörbiger in den Hauptrollen. Und es sollten unzählige weitere Filme mit Uwe Friedrichsen folgen. So spielte er in über 30 Folgen der ersten TV-Serie "Familie Schöllermann", die in den Jahren 1954-1960 über die Bildschirme flimmerte und es auf 111 Folgen brachte. Als Detektiv Jones Burte in der Kriminalserie "John Klings Abenteuer" erreichte der Schauspieler weitere Popularität, hinzu kamen Rollen in Filmen wie „Der Gorilla von Soho“, in der grandiosen Verfilmung des Dramas von Gehart Hauptmann "Die Ratten" von 1969, oder auch als Zollfahnder Zaluskowski in der Krimi-Reihe "Schwarz-Rot-Gold", um nur einige aus der unendlich langen Liste seiner Rollen zu nennen. Seine aktuellste Rolle spielte Uwe Friedrichsen 2012 in dem Film "Das Haus der Krokodile".

"Ein musikalisches Ohr"

Uwe Friedrichsen in Bremen mit Rettungsflagge der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger in Bremen, deren Botschafter er war (2011)

Uwe Friedrichsen in Bremen mit Rettungsflagge der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger in Bremen, deren Botschafter er war (2011)

Ebenso imposant präsentiert sich Liste der Hörbücher, an denen Uwe Friedrichsen bis heute mitwirkt. Auch als Synchronsprecher wurde Uwe Friedrichsen oft engagiert. Doch der vielbeschäftigte Schauspieler hatte noch weitere Talente bei sich entdeckt: sein "musikalisches Ohr" bewies er unter anderem mit der Aufnahme von Balladen des François Villon in Plattdeutsch oder auch mit teilweise selbstgetexteten Chansons. Arnold Schönbergs "Gurre-Lieder" trug Uwe Friedrichsen mit solchen Größen der Musik wie Zubin Mehta, Pierre Boulez oder auch Herbert von Karajan unter anderem in der Mailänder Scala und in der Londoner Albert Hall vor. Auch als Regisseur hat Uwe Friedrichsen zahlreiche Inszenierungen gemacht. Anerkennung fand auch das soziale Engagement des Schauspielers, der verschiedene Selbsthilfegruppen und Initiativen unterstützt. Seine schauspielerische Leistung und eben auch seine soziale Arbeit wurden vielfach mit Preisen gewürdigt. So wurde Uwe Friedrichs unter anderem mit der Biermann-Ratjen-Medaille des Hamburger Senats und dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Derzeit steht der unermüdliche Schauspieler auf der Bühne des Hamburger "Ernst Deutsch Theaters".

Im März 1990 sprach DW-Mitarbeiter Jörn Freyenhagen mit Uwe Friedrichsen über Stationen seines Lebens.

Autor: Andreas Zemke

Redaktion: Diana Redlich

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