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Schauspieler im Gespräch

1988: Interview mit Percy Adlon

"Ich konnte die Schauspielerei nicht mehr ertragen, ich habe es drei Jahre gemacht" – Percy Adlon über seinen Weg in den Regisseursberuf

16.06.2010 DW-TV TYPISCH DEUTSCH REPORTAGE PERCY ADLON

Percy Adlon

Er gehört zu den erfolgreichsten und angesehensten deutschen Regisseuren, doch er ist zugleich auch ein Multitalent, der sich unter anderem als Darsteller, Drehbuchautor, Kameramann, Cutter, Komponist und Produzent bewies. Und seine Filmographie ist ebenfalls imposant: sie umfasst über 150 Dokumentarfilme, etliche Kinofilme, die nicht selten zum Publikumsrenner wurden und auch außerhalb Deutschlands große Triumphe feierten. Percy Adlon –  eine feste Größe des deutschen Films.

Über 150 Dokumentarfilme

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Percy Adlon bei DW-TV in der Sendung "Typisch Deutsch" am 04.07.2010

Zur Welt kam Percy Adlon am 1.6.35 in München als Sohn von Opernsänger Rudolf Laubenthal und Susanne Adlon, deren Großvater unter Kaiser Wilhelm II. das berühmte Berliner Hotel gleichen Namens gründete. Bevor sich Percy Adlon für den Schauspielerberuf entschied, studierte er an der Ludwig-Maximilians-Universität München Germanistik, Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte. Doch es sollte nicht nur bei der Schauspielerei bleiben. Bald arbeitete er als Radiosprecher und Fernsehmoderator, wirkte bei Hörspielen mit und schrieb schließlich selbst welche. Das Jahr 1970 markierte einen neuen Abschnitt in der Karriere von Percy Adlon: für den Bayerischen Rundfunk drehte er einen Dokumentarfilm. Und in diesem Metier sollte er dann auch sehr produktiv werden: in den folgenden Jahren entstanden über 150 solcher Filme. So etwa "Tomi Ungerers Landleben", "Fräulein Annette Kolb" oder auch "Wolfgang Wagner, Herr der Ringe", um nur einige wenige zu nennen. Doch den Regisseur interessierte auch die Sparte des Spielfilms.

Die Regisseure Felix Adlon (li) und Percy Adlon (re) und die Schauspieler Johannes Silberschneider und Barbara Romaner bei der Premiere ihres Films Mahler auf der Couch (2010)

Die Regisseure Felix Adlon (li) und Percy Adlon (re) und die Schauspieler Johannes Silberschneider und Barbara Romaner bei der Premiere ihres Films "Mahler auf der Couch" (2010)

"Out of Rosenheim"

Im Jahre 1978 gründete Percy Adlon seine eigene Produktionsfirma "Pelemele Film GmbH", und  nach noch einigen weiteren Fernsehfilmen kam 1982 nun unter dem Titel "Céleste" der erste Spielfilm von Percy Adlon in die Kinos, den er in Kooperation mit dem Bayerischen Rundfunk produzierte. Der Film schildert die Geschichte von Céleste Albaret, der langjährigen Haushälterin Marcel Prousts. Diesem Film wurden sehr positive Kritiken zuteil, aber einen ganz großen Erfolg sollte Percy Adlon mit einem anderen Streifen erlangen. Die Geschichte der Ur-Bayerin Jasmin Münchgstettner, gespielt von Marianne Sägebrecht, die sich in den USA mit einer dunkelhäutigen Motelbesitzerin anfreundet und in dem Motel eine neue Heimat findet, wurde unter dem Titel "Out of Rosenheim" bzw. "Bagdad Cafe"zu einem wahren Renner, der mit Preisen überschüttet wurde. Bald kamen weitere Filme von Percy Adlon, die kleinere und größere Erfolge feierten. So etwa die Komödien "Rosalie goes shopping" – ebenfalls mit Marianne Sägebrecht oder "Younger & Younger" mit Donald Sutherland. Sein bis jetzt letzter Film kam 2010 in die Kinos: "Mahler auf der Couch". Der Film erzählt die Geschichte des Komponisten, der infolge einer Romanze seiner Frau Alma mit Walter Gropius Hilfe bei dem Psychoanalytiker Sigmund Freud sucht. Unendlich lang ist auch die Liste der Preise und Ehrungen, die Percy Adlon bis jetzt zuteil wurden. Angefangen mit dem Adolf-Grimme-Preis in Gold, mit dem 1979 das Doku-Drama "Der Vormund und sein Dichter" ausgezeichnet wurde, bis hin zum Bundesverdienstkreuz oder auch dem Bayerischen Verdienstorden Pour le Mérite – die Kollektion ließe sich beliebig fortsetzen.

Im März 1988 sprach DW-Mitarbeiterin Elisabeth Bachtler mit Percy Adlon über seine Arbeit.

Autor: Andreas Zemke

Redaktion: Diana Redlich

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