1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Schauspieler im Gespräch

1984: Interview mit Thomas Fritsch

"Es ist die Möglichkeit den Leuten etwas geben zu können, eine Stimmung zu zaubern" - Thomas Fritsch über den Schauspielerberuf

Thomas Fritsch in Berlin

Thomas Fritsch in Berlin

Bereits im Alter von siebzehn Jahren stand er zum ersten Mal vor der Kamera und ist bis heute eine feste Größe im deutschen Kino- und Theaterbetrieb. Doch Thomas Fritsch kann nicht nur auf eine umfangreiche Filmografie als Schauspieler blicken, sondern auch auf eine ganze Reihe von Filmen, in denen er sein großes Talent als Synchronsprecher bewies.

Jungstar Thomas Fritsch mit Grethe Weiser auf dem Berliner Filmball (1964)

Jungstar Thomas Fritsch mit Grethe Weiser auf dem Berliner Filmball (1964)

Gefeierter Jungstar

Thomas Fritsch kam am 16.1.44 in Dresden in einer Schauspielerfamilie zur Welt. Es verwundert also wenig, dass er nach dem Schulabschluss ebenfalls den Weg in die Schauspielerei fand und in der Schauspielklasse an der Hamburger staatlichen Hochschule für Musik seine Ausbildung begann. Und ziemlich rasch kam auch sein erstes Engagement: als Siebzehnjähriger wurde Thomas Fritsch für seinen ersten Film verpflichtet. In der Komödie "Julia, du bist zauberhaft" spielte er an der Seite von Lilli Palmer ihren Filmsohn Roger und musste dafür sogar vom Unterricht freigestellt werden. Zwei Jahre später, 1963, debütierte Thomas Fritsch auch auf der Bühne: am Stadttheater Heidelberg übernahm er eine Rolle in dem erfolgreichem Stück "Candida" von George Bernard Shaw. Bald kam dann ein weiteres Engagement am Frankfurter Kleinen Theater am Zoo in dem Boulevardstück "Chéri" von Colette. Weitere Engagements folgten an der "Kleinen Komödie" in München, der Berliner Komödie, an der "Komödie im Marquardt" in Stuttgart oder auch an den Hamburger Kammerspielen. Inzwischen war Thomas Fritsch zu einem gefeierten Jungstar aufgestiegen, der bereits Rollen in mehreren Filmen angeboten bekam. Doch das Jahr 1966 markierte einen Knick in dieser steilen Karriere.

Die Enttäuschung

Fritsch auf der Titelseite der Illustrierten Twen in den 60er-Jahren

Thomas Fritsch auf der Titelseite der Illustrierten "Twen" in den 60er-Jahren

Am 28.6.67 meldete das "Hamburger Abendblatt" unter anderem: "Thomas Fritsch wieder Zivilist". Gemeint war der Wehrdienst, den der junge Schauspieler zu leisten hatte, wobei er während dieser Zeit "neben 27 regulären Urlaubstagen vierzig weitere als Sonderurlaub für Film- und Fernsehverpflichtungen" bekam, wie das Blatt weiter berichtete. Doch es war auch die Zeit gekommen, in der seine Karriere einen Rückschlag erlitt: die Rollenangebote wurden rarer und der Versuch, in Hollywood Fuß zu fassen, scheiterte ebenfalls. Tief enttäuscht zog sich der Schauspieler auf die griechische Insel Mykonos zurück, die er ins Herz schloss. Doch Thomas Fritsch kehrte der Bühne und der Kamera keineswegs den Rücken. In den 70er-Jahren drehte er wieder Filme und spielte Theater auf den verschiedensten Bühnen der Republik.

Thomas Fritsch in Berlin in dem Theaterstück Misery am Ernst-Deutsch-Theater (1998)

Thomas Fritsch in Berlin in dem Theaterstück "Misery" am Ernst-Deutsch-Theater (1998)

Das Comeback

Thomas Fritsch wurde im Laufe der Zeit auch zu einem gefragten Synchronsprecher. So lieh er seine Stimme unter anderem Burt Reynolds, Kris Kristofferson oder auch Jeremy Irons, um nur einige zu nennen. Auch bei der Synchronisierung von Walt Disney-Filmen griff man gerne auf die Stimme und das Können von Thomas Fritsch zurück. Und auch das Fernsehen hatte Verwendung für den Schauspieler. So spielte er immer wieder in den Krimiserien "Der Kommissar", "Derrick" oder "Der Alte", doch mit der ZDF-Serie "Drei sind einer zuviel" wuchs die Bekanntheit von Thomas Fritsch noch mehr, was schließlich in den großen Erfolg mit der Serie "Rivalen der Rennbahn" mündete. Der mehrfach ausgezeichnete Schauspieler ist heute eine feste Größe im deutschen Kulturbetrieb.

Im August 1984 sprach DW-Redakteurin Ellen Gödde mit Thomas Fritsch über seine Karriere.

Autor: Andreas Zemke

Redaktion: Diana Redlich

Audio und Video zum Thema