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Sportgeschichten

1983: Porträt von Gerd Müller

"Von halb neun bis halb vier habe ich Möbel getragen" - Gerd Müller erinnert sich an die Anfänge seiner Fußball-Karriere

Bildergalerie Gerd Müller Fußball Fußballer des Jahres Torjäger-Kanone

Gleich mit zwei Ehrungen bedacht: In seiner linken Hand hält Gerd Müller 1969 den Goldenen Ball für den "Fußballer des Jahres", in seiner rechten die Torjäger-Kanone, die ihm als erfolgreichsten Torschützen der Saison (30 Treffer) verliehen wird

1972 Europameister, 1974 Weltmeister, unzählige Spiele mit der Nationalmannschaft und in der Bundesliga, ebenso unzählige erzielte Tore – aus der Geschichte des Fußballs ist Gerd Müller nicht wegzudenken.

Fußballerische Heimat

Bildergalerie Gerd Müller Fußball Europa Pokal Endspiel Madrid gegen Heredia

Gerd Müller beim Europa Pokal Endspiel in Brüssel 17.05.1974 FC Bayern München - Athletico Madrid 4 : 0

Gerd Müller kam am 3.11.45 in Nördlingen zur Welt. Dort besuchte er die Volksschule und absolvierte schließlich eine Weber-Lehre. Doch seine Chance fürs Leben sah er im Fußball. Sein erster Verein, in den er im Alter von neun Jahren eintrat, war der TSV 1861 Nördlingen. Über alle Altersklassen führte ihn sein Weg in die erste Auswahl seines Klubs. Als 19-Jähriger wechselte Gerd Müller zum FC Bayern München, der damals in der zweiten Bundesliga rangierte. Und gleich zu Beginn, beim Spiel gegen den Freiburger FC, erzielte er zwei Tore von vier für den FC Bayern München. Eine sagenhafte Fußball-Karriere, die mit einem Rekord enden sollte, nahm ihren Lauf.

Gerd Müller schiesst 3:2 gegen England - WM 1970

Gerd Müller schießt 3:2 gegen England - WM 1970

Ein jahrelanger Rekord

Im Jahr 1965 stieg der FC Bayern München in die erste Liga auf, und hier sollte Gerd Müller in die Fußballgeschichte eingehen. Ein Jahr später wurde er auch in die Fußball-Nationalmannschaft berufen und kam sofort zum Einsatz. Im gleichen Jahr, 1966, konnte Gerd Müller den ersten Titel verbuchen: durch den Sieg über die Glasgow Rangers im Finale des Pokalsieger-Europacups. 1963 wurde Gerd Müller mit dem FC Bayern München zum ersten Mal deutscher Meister, und es sollte nicht bei dem einen Titel bleiben. Insgesamt vier Mal konnte er sich deutscher Meister nennen. Und es waren bei weitem nicht die einzigen Erfolge des Ausnahmespielers. So etwa bei den 427 Bundesligaspielen, die er absolvierte, erzielte Gerd Müller sagenhafte 365 Tore, ein Rekord, der jahrelang nicht überboten werden konnte. Sechs Mal Torschützenkönig der Bundesliga, drei Mal Fußballer des Jahres – Europa und Deutschland, Weltpokalsieger und vier Mal Europapokalsieger – dies ist nur ein bescheidener Teil der Erfolge, die Gerd Müller vorzuweisen hat. Seine Torfreudigkeit brachte ihm schließlich den Namen "Bomber der Nation" ein. "Der Spiegel" vom 3.7.72 zitiert Gerd Müller mit den Worten: "Ich find' vielleicht, daß der Titel net das Richtige ist, weil ich bomb' ja meine Tore net, ich mach' sie ja aus 16 Metern." Dennoch: der Name blieb an ihm haften.

Doch kein US-Bürger

Sein letztes Spiel

Die deutsche Fußballnationalmannschaft gewinnt am 09.09.1970 in Nürnberg ein Länderspiel gegen Ungarn mit 3:1. Müller zeichnet sich als zweifacher Torschütze aus

Fünf Millionen D-Mark bot der FC Barcelona für einen Wechsel nach Spanien an, Gerd Müller schlug jedoch dieses Angebot aus und blieb in München. Erst nach einem Zerwürfnis mit dem damaligen Trainer Pál Csernai 1979 ging der Torjäger in die USA, wo er einen Vertrag für zweieinhalb Jahre bei den Fort Lauderdale Strikers bekam. Seine aktive Zeit als Fußballer beendete Gerd Müller 1982 beim Verein Smith Brothers Lounge in Ford Lauderdale. Nach dem Ende seiner Karriere blieb Gerd Müller zunächst mit seiner Familie in den USA. Doch die Sehnsucht nach München war stärker, und so kehrte er 1984 nach Deutschland zurück. Nach einer schweren persönlichen Krise fand er schließlich 1992 eine Beschäftigung beim FC Bayern München. Dort war er Talentsucher und Trainer. Am 6.10.15 teilte der FC Bayern Müchen mit, dass Gerd Müller an Alzheimer leidet und sich in ärztlicher Behandlung befindet.

Im September 1983 porträtierte die DW Gerd Müller und befragte dazu nicht nur den Ausnahmespieler selbst, sondern auch seine Trainer.

Autor: Andreas Zemke

Redaktion: Diana Redlich

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