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Schauspieler im Gespräch

1983: Interview mit Otto Schenk

"Ich möchte, dass die Menschen zum aktiven Denken gezwungen werden, durch das Theater, durch die Kunst überhaupt" - Otto Schenk über die Aufgabe des Theaters

Otto Schenk bei der Überreichung Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst Wien am 16. 06. 2011

Otto Schenk bei der Überreichung Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst Wien am 16. 06. 2011

Für viele ist er einfach eine Wien-Legende, für andere ein Garant für beste Unterhaltung - ein Schauspieler, der seit Jahrzehnten auf den Bühnen deutschsprachiger Theater zu Hause ist. Doch Otto Schenk spielte während seiner Karriere nicht nur Theater, sondern auch in zahlreichen Filmen, darüber hinaus betätigte er sich als Regisseur und Theaterintendant. Er ist ein Allrounder, der bis heute sein breites Publikum erfreut.

Schauspieler und Opernregisseur

Otto Schenk mit Sandra Cervik bei der Probe für das Stück Der eingebildete Kranke von Moliere

Otto Schenk mit Sandra Cervik bei der Probe für das Stück "Der eingebildete Kranke" von Moliere

Zur Welt kam Otto Schenk am 12.6.30 in Wien, wo er nach dem Abitur und einer Ausbildung am Max-Reinhardt-Seminar seine schauspielerische Karriere startete. So spielte er zunächst am Wiener Volkstheater und am Theater in der Josefstadt. Bald wurde er zu einem der beliebtesten Schauspieler, der sich als ein wahrer Meister der Komödie entpuppte, der aber bald auch Opern inszenierte. Seine erste Regiearbeit auf diesem Gebiet lieferte Otto Schenk bereits 1957: am Salzburger Landestheater führte er Regie bei der "Zauberflöte". Und der Durchbruch als Regisseur sollte nicht lange auf sich warten lassen: im Alter von 32 Jahren inszenierte Otto Schenk mit überwältigendem Erfolg an der Wiener Staatsoper Alban Bergs Oper "Lulu". Es folgten nun weitere Engagements als Regisseur: so etwa in Frankfurt am Main, Berlin, Stuttgart, Zürich und München. Und bald wurde man auch in Übersee auf Otto Schenk aufmerksam. Seine Inszenierung von "Fidelio" an der New Yorker Metropolitan Opera, die er mit Karl Böhm herausbrachte, erfreute sich eines überwältigenden Erfolgs. Einen weiteren großen Erfolg erzielte Otto Schenk am selben Haus mit der Inszenierung von Wagners "Tannhäuser". Es folgten weitere Triumphe an dieser und an anderen Theatern im deutschsprachigen Raum. Rund 120 Operninszenierungen hat Otto Schenk vorzuweisen. Und es sollte noch ein weiterer Schritt in der Karriere des Schauspielers und Regisseurs folgen: als Intendant machte sich Otto Schenk ebenfalls einen großen Namen.

Otto Schenk in der Rolle des Partikuliers Herr von Ledig (2008)

Otto Schenk in der Rolle des Partikuliers Herr von Ledig (2008)

Intendant und Kabarettist

Die Gelegenheit dazu, sich in der Leitung eines Schauspielhauses zu üben, bekam Otto Schenk bereits 1966: so war er als ständiger Regisseur und zeitweise Oberspielleiter an der Wiener Staatsoper tätig. 1986 wurde Otto Schenk zum Intendanten des Theaters in der Josefstadt – es begann eine Blütezeit für diese renommierte Bühne. Seine Intendanz leitete er mit der Inszenierung von der Komödie "Professor Bernhardi" von Arthur Schnitzler ein. Im Laufe der zehn Jahre, in denen er das Amt inne hatte, machte Otto Schenk das Theater zu einer der besten Bühnen im deutschsprachigen Raum. Bis zu 45 000 Zuschauer jährlich wurden in dieser Zeit gezählt. Die Homepage des Theaters in der Josefstadt zitiert ihn in diesem Zusammenhang mit folgenden Worten: "Ich bin geprägt worden von diesem Theater. Ich habe in der Josefstadt die Natürlichkeit im Schauspiel gelernt. Dieses Theater hat meinen Stil geprägt, wo immer ich in der Welt gearbeitet habe. Ich habe es nie verraten." Seit seinem Theaterdebüt 1954 hatte er auf den Bühnen der Josefstadt 56 Rollen gespielt. Nach dem Ende seiner Intendantur am Theater in der Josefstadt arbeitete Otto Schenk weiter für die Bühne sowie das Fernsehen. Außerdem trat er in zahlreichen deutschen und österreichischen Filmproduktionen auf. Zu seinen bekanntesten Filmen zählen unter anderem solche Komödien wie "Mein Opa ist der Beste", "Opa und die 13 Stühle", "Ein Schutzengel auf Reisen", "Ein Herz wird wieder jung" oder auch "Tafelspitz".Einen Namen machte sich Otto Schenk auch als Kabarettist. Insbesondere sorgte er mit seinen Leseabenden wie etwa "Sachen zum Lachen" im gesamten deutschsprachigen Raum für Furore. Derzeit präsentiert Otto Schenk im Akzent-Theater mit seinem neuen Programm "Sternstunden und alte Hüte" unzählige Sternstunden des Humors. In seiner Karriere wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bayerischen Fernsehpreis und dem Titel Kammerschauspieler.

Im Januar 1983 sprach Ursula Deutschendorf für die DW mit Otto Schenk über seine schauspielerische Arbeit.

Autor: Andreas Zemke

Redaktion: Diana Redlich

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