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Schauspieler im Gespräch

1983: Interview mit Dieter Hallervorden

"Ich lehne an sich Stuntmans ab" - Dieter Hallervorden über seinen Umgang mit gefährlichen Szenen

Dieter Hallervorden (2004)

Dieter Hallervorden (2004)

Derzeit spielt er Theater, in Berlin natürlich, und steht auch seit 2008 für die beliebte ARD-Märchenreihe "Sechs auf einen Streich" vor der Kamera. Doch bereits vor über fünfzig Jahren startete er eine Bühnenkarriere, die ihn zu einem der populärsten deutschen Schauspieler machte. Vor allem die von ihm erfundene Figur "Didi", "ein vertrottelter Durchnschittstölpel, der von einem Missgeschick ins nächste stolpert" – wie sie von dem "Großen Personenlexikon des Films" beschrieben wird – prägte sich dauerhaft ins Gedächtnis des deutschen Fernsehpublikums ein. Dieter Hallervorden wurde im Laufe seiner Karriere zu einer festen Größe im deutschen Kulturbetrieb.

"Die Wühlmäuse"

Dieter Hallervorden vor dem Plakat zu dem Stück Ich bin nicht Rappaport

Dieter Hallervorden vor dem Plakat zu dem Stück "Ich bin nicht Rappaport"

Dieter Hallervorden kam am 5.9.35 in Dessau zur Welt. Nach dem Abitur studierte er an der Humboldt-Universität in Ost-Berlin Romanistik und Publizistik. Dieses Studium setzte er in West-Berlin nach seiner Flucht 1958 fort und ergänzte es um das Fach Theaterwissenschaft. Da seine Bewerbung an der Max-Reinhardt-Schule "mangels Talent" abgeschmettert wurde, nahm Dieter Hallervorden Privatunterricht bei der Schauspielerin und Pädagogin Marlise Ludwig. Seine erste Station auf der Bühne machte Dieter Hallervorden bei dem politischen Kabarett "Die Bedienten", bevor er sein eigenes satirisches Kabarett gründete. Im Dezember 1960 war nun Premiere für "Die Wühlmäuse", und es sollte sich zeigen, dass diese Bühne von einer langen "Lebensdauer" ist – sie besteht bis heute und das, wie sie stolz verkündet, ohne jede Subvention. Was das neue Kabarett von den anderen unterschied, beschreibt der Text auf dessen Internetseite: "Man löste sich von der herkömmlichen Form beziehungslos nebeneinander stehender Einzelszenen (Nummernkabarett) zugunsten eines Kabarettprogramms mit durchgehenden Rollen und einem roten Handlungsfaden oder einem über den ganzen Abend sich erstreckenden Grundthema." Ein Konzept, das völlig aufging und vom Publikum angenommen wurde. Doch für die Popularität von Dieter Hallervorden sollte auch ein weiteres Medium sorgen.

Dieter Hallervorden bei der Verleihung des Kulturpreises der Zeitung BZ (2012)

Dieter Hallervorden bei der Verleihung des Kulturpreises der Zeitung BZ (2012)

In "ernsten" Rollen

"Das Millionenspiel" hieß ein Fernsehfilm aus dem Jahr 1970, in dem Dieter Hallervorden eine der Hauptrollen übernahm, und das ihn dem deutschen Fernsehpublikum über die Mattscheibe zum ersten Mal vorstellte. Denn vor der Kamera stand er bereits 1960 in einer kleinen Nebenrolle in dem Film "Die 100 Augen des Dr. Mabuse" von Fritz Lang. Ein nächster Film, diesmal schon mit dem Schauspieler in der Hauptrolle, folgte dann vier Jahre später. Der Film hieß "Der Springteufel" und erzählte eine Geschichte über einen aus der Irrenanstalt geflohenen Anhalter, der von einem reichen Geschäftsmann im Auto mitgenommen wird und diesen dann in den Wahnsinn treibt. Es waren Filme, in denen Dieter Hallervorden sein schauspielerisches Können mit Bravour unter Beweis stellte, doch den endgültigen Durchbruch sollte er auf einem anderen Gebiet schaffen.

Die Erfindung "Didi"

Dieter Didi Hallervorden überraschte Moderator Frank Elstner in dessen letzter Wetten, dass...?-Sendung (5.4.87)

Dieter "Didi" Hallervorden überraschte Moderator Frank Elstner in dessen letzter "Wetten, dass...?"-Sendung (5.4.87)

Im Mai 1972 wurde in der ARD zum ersten Mal "Abramakabra" ausgestrahlt, eine zeitkritische, mit schwarzem Humor gepfefferte Fernsehserie mit Dieter Hallervorden und Helga Feddersen. Dieser Reihe schlossen sich die Serien "Grand Gala dreimal klingeln" und "Läster-Lexikon" an, bis Dieter Hallervorden schließlich ab März 1975 als "Didi" mit der Erfolgsserie „Nonstop Nonsens“ seine größten Triumphe als Komiker und Satiriker feierte. Diese Serie erreichte über 50 Prozent der Einschaltquoten und wurde vom SDR für die ARD produziert. Weitere Erfolge kamen nun mit den ZDF-Reihen "Welle Wahnsinn" und "Die Nervensäge". Es folgten zahlreiche weitere Fernsehsendungen, wobei der Schauspieler jedoch auch den Kinofilm nicht vernachlässigte. So kamen 1981 in die Kinos die Komödien "Ach du lieber Harry" und "Alles im Eimer" und schließlich drei Jahre später ebenfalls eine Erfolgskomödie mit dem Titel "Didi - Der Doppelgänger". Die Filmografie des populären Schauspielers umfasst laut dem Portal ofdb.de über 50 Filme und Serien, in denen Dieter Hallervorden spielte. 2008 übernahm er als Intendant mit einem zehnjährigen Mietvertrag das Berliner Schlosspark-Theater. Die damals stillgelegte Bühne nahm ihren Betrieb mit Erfolg wieder auf. Für seine Arbeit wurde Dieter Hallervorden mehrfach ausgezeichnet: unter anderem mit dem "Telestar 96" oder auch 2009 mit dem Berliner Bären.

Im März 1983 sprach DW-Mitarbeiter Wolfgang Jansen mit Dieter Hallervorden über seine Arbeit.

Autor: Andreas Zemke

Redaktion: Diana Redlich

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