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Sportgeschichten

1982: Interview mit Toni Sailer

"Eine gewisse Kondition beim Skifahren oder überhaupt beim Sport ist Grundvoraussetzung, weil in besonderem Maße eine Koordination zwischen Armen und Beinen notwendig ist " - Toni Sailer gibt Tipps für Einsteiger

Toni Sailer in Kitzbühel in Österreich (1971)

Toni Sailer in Kitzbühel in Österreich (1971)

Olympiasieger, Weltmeister, Schauspieler, Sänger und schließlich Sportfunktionär – dies waren die Stationen eines Sportlers, der sich enormer Popularität erfreute. Denn Toni Sailer war eine Ski-Legende, die zu den besten der Welt zählte.

Skilegende Toni Sailer

Toni Sailer holt sich am 3.2.1956 im Abfahrtslauf der Herren seine dritte Goldmedaille bei den Olympischen Winterspielen von Cortina d'Ampezzo.

Steiler Aufstieg mit Malheur

Toni (Anton) Sailer erblickte das Licht der Welt am 17.11.1935 in Kitzbühel, dem Ski-Mekka schlecht hin. Mit knapp zwei Jahren stand er zum ersten Mal auf den Skibrettern, die ihm später sein Leben bedeuten sollten. Bereits acht Jahre später nahm er an seinem ersten Skirennen teil und es dauerte nur wenige Jahre, bis er in die Spitze der österreichischen Skifahrer aufrückte. Doch mit 17 Jahren erlitt Toni Sailer nach einen schweren Sturz eine Verletzung, die seinen steilen Aufstieg unterbrach. Vier Monate musste sein Bein in Gips gehalten werden, bevor er mit dem Training wieder beginnen konnte. Und dies tat er an der Côte d'Azur auf Wasserschiern. In der kommenden Saison 1954/1955 erlangte Toni Sailer wieder seine gewohnte Form und fuhr bei diversen Rennen der Konkurrenz davon. Doch erst das Jahr 1956 sollte für den jungen Sportler ein ganz besonderes Jahr werden.

Olympiasieger und Weltmeister

Toni Sailer beim Lauberhornrennen

Toni Sailer während seines zweiten Abfahrtslaufs beim Lauberhornrennen in Wengen (Schweiz) im Januar 1956. Er belegte den zweiten Platz hinter seinem Landsmann Rieder.

Der 19-Jährige Toni Sailer lief zu Höchstform auf. Nach mehreren Siegen bei diversen Rennen qualifizierte er sich für das österreichische Olympia-Team. 1956 wurden die Olympischen Winterspiele im italienischen Cortina d’Ampezzo ausgetragen. Die Italiener bereiteten sich sorgfältig vor, hatten aber ein wenig Ärger mit dem Schnee. Auf www.olympia-lexikon.de ist folgendes zu lesen: „Mit erheblichen finanziellen Mitteln aus dem Fußball-Toto wurden prächtige Sportstätten errichtet - denen aber zunächst der Schnee fehlte. Lastwagen karrten ihn unermüdlich heran und mussten ihn, weil es am Eröffnungstag stark wie kaum zuvor schneite, wieder wegschaffen.“ Und auf diesem Schnee sollte Toni Sailer zum Olympiaheld werden. In den Disziplinen Slalom, Riesenslalom und Abfahrt siegte der junge Österreicher als erster Skiläufer in der Geschichte des Skisports überlegen in allen drei Wettbewerben und wurde damit nicht nur Olympiasieger sondern auch zugleich Weltmeister, da die Rennen auch für die Weltmeisterschaft zählten. Toni Sailer stieg zum Volkshelden auf. "Der Spiegel" vom 4.4.1956 wusste unter anderem zu berichten, dass er "in den letzten Wochen über 3300 Briefe erhielt, deren Absender zu 70 Prozent Frauen und Mädchen waren." Doch nach einigen weiteren Siegen – auch in den USA – sollte Toni Sailer einen anderen Karriereweg einschlagen.

Anton Engelbert Toni Sailer

Toni Sailer (2009)

"Tiroler Hula Hup"

Auf den gut aussehenden jungen Tiroler wurde auch der Film aufmerksam. Bereits 1957 bekam Toni Sailer seine erste Filmrolle. In der Bundesdeutschen Produktion „Ein Stück vom Himmel“ spielte er an der Seite von George Thomalla und Boy Gobert den Peter Keller. Insgesamt spielte Toni Sailer in knapp zwei Dutzend Filmen mit. Diese Filme waren meistens "leichte Kost" – Heimatfilme, Komödien oder Schlagerfilme, in denen er nicht selten sich selbst darstellte oder auch sang. "Tiroler Hula Hup" hieß etwa einer seiner bekanntesten Schlager. Als Ergebnis seiner musikalischen Betätigung entstanden schließlich 18 Schlager-Schallplatten. Mitte der 60er-Jahre kehrte Toni Sailer zum Ski-Sport zurück, allerdings als Sportfunktionär. 1967 wurde er zum Präsidenten des Kitzbüheler Skiclubs gewählt, später war er auch technischer Direktor des österreichischen Ski-Verbandes, bekleidete diverse weitere Ämter bis er schließlich 1991 zum Vorsitzenden des Alpin-Komitees von der 1924 gegründeten Fédération Internationale de Ski gewählt wurde. Toni Sailer wurde für seine Verdienste um den Ski-Sport vielfach ausgezeichnet. Unter anderem wurde er in Österreich als „Sportler des Jahrhunderts“ geehrt. Toni Sailer starb am 24.8.09 in Innsbruck.

Im Oktober 1982 sprach DW-Redakteur Karl Bernd Skamper mit Toni Sailer über den Ski-Sport.

Autor: Andreas Zemke

Redaktion: Uta Hardes-Schmeißer

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