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Schauspieler im Gespräch

1981: Interview mit Ilse Werner

"Ich habe eigentlich zu früh Karriere gemacht, um das kontinuierlich weiter zu machen" - Ilse Werner über ihre Ufa-Zeit

Ilse Werner in dem Film Ihr erstes Erlebnis (1939)

Ilse Werner in dem Film "Ihr erstes Erlebnis" (1939)

Sie war weit über 60 Jahre im Geschäft, spielte in Filmen, auf der Bühne und im Fernsehen. Dazu sang sie und bewies auch ihr Pfeiftalent im Rundfunk und auf Schallplatten. Ilse Werner wurde vor allem durch zahlreiche Ufa-Produktionen populär und blieb es bis ins hohe Alter.

Ilse Werner in den 1940er-Jahren

Ilse Werner in den 1940er-Jahren

Ein Star der Ufa

Ilse Werner kam am 11.7.21 in Batavia, dem heutigen Jakarta, zur Welt. Ihre schauspielerische Ausbildung absolvierte sie in den Jahren 1936-37 am Max-Reinhardt-Seminar in Wien, wo sie auch auf der Bühne des Theaters in der Josefstadt debütierte. Doch es sollte der Film sein, der ihr sehr schnell enorme Popularität  bescherte. Zum ersten Mal stand Ilse Werner 1938 vor der Kamera. In dem Drama "Das Leben kann so schön sein" spielte sie die Rolle der Näherin Nora Kramer, doch der Film wurde von der Nazi-Zensur mit einem Verbot belegt und wurde erst 1951 uraufgeführt. Dennoch war die junge Schauspielerin kein unbeschriebenes Blatt mehr und bekam bald weitere Rollenangebote. In den folgenden Filmen spielte sie nicht nur, sondern zeigte darin bald auch ihr Gesangs- und Pfeiftalent. Streifen wie "Bel Ami. Der Liebling schöner Frauen" oder auch "Wunschkonzert" steigerten ihre Popularität beim deutschen Publikum, und bald sollte Ilse Werner zum "Inbegriff der Soldatenbraut" werden, wie es "Der Spiegel" vom 8.8.05 formulierte, denn sie zählte auch zu den beliebtesten Stars der Soldaten an der Front. Bis zum Zusammenbruch des Dritten Reiches spielte Ilse Werner in ca. 18 Filmen mit, was später nicht ohne Konsequenzen bleiben sollte.

Ein Schlager wird zum Welthit

Ilse Werner gab auch zahlreiche Schallplatten heraus

Ilse Werner gab auch zahlreiche Schallplatten heraus

Als "Durchhaltemieze" von den Alliierten abgestempelt, bekam Ilse Werner zeitweilig ein Berufsverbot und musste eine Pause einlegen, die etwa 18 Monate andauerte. Doch bereits 1949 stand sie wieder vor der Kamera: in der österreichischen Produktion "Geheimnisvolle Tiefe" spielte sie an der Seite von Paul Hubschmid die weibliche Hauptrolle. Bis 1955 folgten einige weitere Filme mit Ilse Werner, darunter solche "leichten" Streifen wie "Mutter sein dagegen sehr", "Die gestörte Hochzeitsnacht" oder auch "Der Vogelhändler". Sie widmete sich auch wieder dem Gesang, trat immer öfters im Rundfunk und Fernsehen mit Schlagern auf und gab Schallplatten heraus. Und das nicht ohne Erfolg: ihr Schlager "Baciare" erlangte den Status eines Welthits. Sieben Jahre nach diesem Erfolg, 1967, hatte ihr das Fernsehen auch eine eigene Show anvertraut: die ZDF-Sendung "Eine Frau mit Pfiff". Und es sollte nicht der letzte Auftritt als Moderatorin sein.

Ilse Werner (1950)

Ilse Werner (1950)

Einstieg in die Charakterrollen

Das Fernsehen begann nun verstärkt Ilse Werner zu beschäftigen. So trat sie unter anderem in solchen TV-Serien auf wie "Haus Vaterland", "Großstadtrevier", "Ein heikler Fall" oder auch "Rivalen der Rennbahn". Und endlich gelang ihr auch der Einstieg in die Charakterrollen: 1973 spielte sie in dem Drama von Thornton Wilder "Wir sind noch einmal davongekommen" eine der Hauptrollen und ging mit diesem Stück auch auf Tournee. Und auch der WDR wollte nicht auf Ilse Werner verzichten. 1982 übernahm sie von Alfred Biolek die Moderation des "Senftöpfchens" im Kölner Boulevardtheater. Und immer wieder kamen weitere Schallplatten von Ilse Werner heraus, so 1984 unter anderem die Langspielplatte "Gepfiffen klingt's so", auf der sie zahlreiche Evergreens pfiff. Während ihrer Karriere brachte Ilse Werner es insgesamt auf eine ansehnliche Zahl von knapp vier Dutzend Filmrollen, in die sie schlüpfte. Erst mit sechzig Jahren wurde Ilse Werner zum ersten Mal ausgezeichnet: 1981 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz I. Klasse. Es folgten noch das Filmband in Gold für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film und ein weiteres für ihre Mitwirkung in der Komödie "Die Hallo-Sisters" von 1990. Ilse Werner starb am 8.8.05 in Lübeck. Damit "endete auch eine Epoche des deutschen Films", wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" am 9.8.05 schrieb.

Im Juli 1981 sprach DW-Redakteur Werner Bader mit Ilse Werner über den Verlauf ihrer Karriere.

Autor: Andreas Zemke

Redaktion: Diana Redlich

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