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Schauspieler im Gespräch

1975: Interview mit Helga Feddersen

"Jetzt donnere ich dir ein Stück und dann hab' ich Ruhe" – Helga Feddersen über die Anfänge ihrer Karriere als Drehbuchautorin

Helga Feddersen (1980)

Helga Feddersen (1980)

Sie spielte in fünf Dutzend Filmen mit, war ständiger Gast im Fernsehen bei diversen Klamauksendungen, schrieb Drehbücher und sang. "Das große Personenlexikon des Films" von Kay Weniger stellt sie dem Leser als "spindeldürre deutsche Schauspielerin" vor, die auf Komödiantenrollen abonniert war. Helga Feddersen begann ihre Schauspielkarriere in durchaus ernsten Rollen, avancierte jedoch später zur "Ulknudel der Nation".

Schicksalsschlag  und Neuanfang

Zur Welt kam Helga Feddersen am 14.3.30 in Hamburg. Nach dem Besuch einer Oberschule und einer Frauenfachschule absolvierte sie in den Jahren 1948-1950 die Schauspielschule von Prof. Eduard Marcks in Hamburg. Noch 1949 bekam sie ihre erste Rolle: im Hamburger "Theater im Zimmer" spielte sie die Eleonore in dem Dreiakter "Ostern" von August Strindberg. Bald folgten Engagements an den Hamburger Kammerspielen und am Musiktheater im Revier, Gelsenkirchen. Eine kleine Nebenrolle in einem Film hatte sie bereits auch schon vorzuweisen: in der Komödie "Professor Nachtfalter" mit Johannes Heesters von 1951 spielte die junge Schauspielerin die Rolle einer Schülerin. Jedoch sechs Jahre nach dem Debüt auf den Theaterbrettern ereilte Helga Feddersen ein Schicksalsschlag: nach einer Tumoroperation an der Ohrspeicheldrüse kam es zu einer Gesichtsentstellung. Zwei Jahre brauchte sie, um wieder Mut zu fassen und wieder von vorne anzufangen. Zunächst arbeitete sie beim NDR als Souffleuse und Regieassistentin. Bald bekam sie wieder Filmrollen. So spielte sie 1959 etwa in der Verfilmung der Buddenbrooks von Alfred Weidenmann. Es folgten weitere Filme und ein Engagement am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Die Schauspielerin Helga Feddersen war wieder da. Doch bald sollte noch ein weiteres Talent von ihr zu Tage kommen.

Erfolge mit Drehbüchern

Helga Feddersen konnte auch mal ernst wirken

Helga Feddersen konnte auch mal ernst wirken

1968 wurde das erste Fernsehspiel beim NDR ausgestrahlt, zu dem Helga Feddersen das Drehbuch schrieb. Es hieß "Vier Stunden vor Elbe 1" und erzählte von einem Seemannsfrauenheim in Brunsbüttelkoog und dessen Bewohnerinnen. Es wurde zu einem großen Erfolg und regte Helga Feddersen dazu an, weitere Drehbücher zu schreiben. So entstanden unter anderem bis 1985 solche Filme wie "Sparks in Neu-Grönland", "Bismarck von hinten oder Wir schließen nie", oder auch die ZDF-Serie "Kapitän Harmsen", die zur besten Sendezeit ausgestrahlt wurde, oder auch die Serie "Helga und die Nordlichter", in der sie auch die Titelrolle übernahm.

Die "Ulknudel der Nation"

Doch den meisten Fernsehzuschauern wird Helga Feddersen als "Ulknudel" in Erinnerung bleiben. Denn in den 70er-Jahren entdeckte die Schauspielerin ihre Neigung zum Klamauk. "Abramakabra" hieß eine 12-Telige ARD-Serie, mit der Helga Feddersen an der Seite von Dieter Hallervorden und Uwe Dallmeier großen Erfolg hatte. Die Erstausstrahlung dieser schwarzhumorigen Serie war im Mai 1972 und war eine schräge Mischung von zeitkritischen Sketchen, die vor allem von ihren Protagonisten lebte. Einen seltsamen Untertitel hatte diese Serie ebenfalls: "Spielereien mit Themen, Typen und Toupets". Nicht weniger erfolgreich war Helga Feddersen in der Jugendserie "Ach du dickes Ei" oder auch in der schrägen "Plattenküche" des WDR, in der sie an der Seite von Frank Zander Hits und Stars präsentierte. Ihren eigenen Hit hatte sie auch: im Duett mit Dieter Hallervorden stürmte sie mit "Du, die Wanne ist voll", einer Parodie des "Grease"-Welterfolges, die Charts. Doch die Schauspielerin kehrte immer wieder auch auf die Theaterbretter zurück. Zunächst war sie in der "Kleinen Komödie" in Hamburg als "Perle Anna" zu sehen, bis sie schließlich zusammen mit ihrem Lebensgefährten Olli Maier ein eigenes "Theater am Holstenwall" eröffnete. Nach vier Jahren musste dieses Theater jedoch schließen und Konkurs anmelden. Nicht zuletzt war dies auf die Erkrankung von Helga Feddersen zurück zu führen, die dort nicht mehr auftreten konnte. Helga Feddersen starb am 24.11.90 im Alter von 60 Jahren in Hamburg.

Im Juli 1975 war Helga Feddersen im Studio der DW zu Gast und sprach mit DW-Redakteur Wolfgang Sauer über ihre bisherige Karriere.

Autor: Andreas Zemke

Redaktion: Diana Redlich

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