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Schauspieler im Gespräch

1974: Interview mit Anneliese Uhlig

"Man weiss als Schauspieler nie, was das Publikum anspricht" - Anneliese Uhlig über den Beruf des Schauspielers

Anneliese Uhlig Die deutsche Schauspielerin und frühere UFA-Star Annelise Uhlig im November 1991. Sie wurde am 27. August 1918 in Essen geboren.

Anneliese Uhlig Schauspielerin

Mit neunzehn Jahren debütierte sie beim Film direkt mit einer Hauptrolle, mit achtzig Jahren stand sie immer noch vor der Kamera. Dazwischen liegt ein bewegtes Leben als Schauspielerin, Journalistin, Buchautorin und Dozentin. Anneliese Uhlig ist im deutschen Theater- und Filmbetrieb seit Jahren eine der prominentesten Schauspielerinnen.

Mit neunzehn ein Star

Zur Welt kam Anneliese Uhlig am 27.8.1918 in Essen. Die Schauspielerei wurde ihr mit in die Wiege gelegt, denn sie ist die Tochter des Schauspielers Kurt Uhlig und ihre Mutter war Opernsängerin. Ihre Kindheit unter den Fittichen der inzwischen geschiedenen Mutter beschreibt "Der Tagesspiegel" vom 19.3.89 mit folgenden Worten: "Das zarte, kränkelnde Kind Anneliese zog mit ihr den Engagements nach, in Essen, Dortmund, Leipzig, Brauschweig. In Potsdam mag seine eiserne Disziplin den letzten Schliff bekommen haben, … ". Diese "bewegte" Kindheit endete schließlich an der Peter-Reimann-Akademie in Berlin, an der Anneliese Uhlig Schauspielunterricht nahm. Breits 1937 kam nun das Debüt bei der Ufa: in dem Drama "Manege" wurde der neunzehnjährigen Schauspielerin eine der Hauptrollen anvertraut. Anneliese Uhlig verkörperte dort die Zirkusartistin Maria Morell. So ist der Einstieg in die Kinowelt Anneliese Uhlig prompt gelungen, und es sollten bald noch mehr Filme mit ihrer Mitwirkung entstehen, doch die Popularität, derer Anneliese Uhlig sich inzwischen erfreute, sollte auch ihre Schattenseiten haben.

Zwischenstopp in Italien

Anneliese Uhlig in dem Film Kriminalkommissar Eyck (1940)

Anneliese Uhlig in dem Film "Kriminalkommissar Eyck" (1940)

Anneliese Uhlig entwickelte nun eine rege Schauspielaktivität: zunächst war sie am Berliner Schiller-Theater zu sehen, und allein 1939 wirkte sie in einem halben Dutzend Filmen mit. Auch Bühnenrollen wurden ihr vermehrt angeboten, außerdem trat sie in Theatern an der Front auf. Doch die stetig wachsende Popularität der jungen und attraktiven Schauspielerin zeigte auch ihre dunkle Seite: mehreren Berichten zufolge soll Hitlers Propagandaminister Goebbels ihr Avancen gemacht haben, die sie resolut zurückwies. Anneliese Uhlig musste 1941 nach Italien ausweichen. Dort drehte sie einige Filme, bevor sie nach drei Jahren wieder in einem deutschen Film mitwirken konnte. Es waren unter anderem solche Ufa-Erfolge wie die Filme "Der Majoratsherr" von Hans Deppe oder auch "Solistin Anna Alt" von Werner Klingler. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges sollte für Anneliese Uhlig auch ein neues Lebenskapitel beginnen.

Viele Talente

Nach dem Zweiten Weltkrieg stellte Anneliese Uhlig auch ihre anderen Talente unter Beweis. Zunächst arbeitete sie in Salzburg als Produzentin und Regisseurin für den US-Special-Service und trat auch in einer Show auf. Außerdem betätigte sie sich als Journalistin. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" vom 27.8.88 weiß zu berichten, dass Anneliese Uhlig 1947 die erste deutsche Auslandskorrespondentin von der Biennale in Venedig war. Bald lernte sie auch ihren künftigen Ehemann kennen, mit dem sie schließlich 1948 in die USA übersiedelte. Dort intensivierte Anneliese Uhlig ihre journalistische Tätigkeit und ging auch viel auf Reisen. So schrieb sie unter anderem für die Blätter "Welt am Sonntag" oder auch "Echo der Woche". Sie berichtete unter anderem aus Hollywood und auch direkt aus dem Weißen Haus in Washington. Von ihren Reisen brachte sie zahlreiche Fotoreportagen mit, die in deutschen Zeitungen veröffentlicht wurden. Trotz der zahlreichen Betätigungsfelder blieb Anneliese Uhlig auch auf deutschen Bühnen und im Film präsent. Es entstanden weitere Filmproduktionen mit ihrer Mitwirkung. Auch das Fernsehen bot der Schauspielerin immer wieder Rollen an. So spielte sie unter anderem in 32 Folgen der Serie "Okay S.I.R.", war auch in dem Dauerrenner "Der Kommissar“ oder auch in dem ARD-Fernsehspiel "Der Winter, der ein Sommer war" zu sehen. Zuletzt trat sie 1998 vor die Kamera: an der Seite von Peter O’Toole übernahm sie in der Rosamunde Picher-Verfilmung "Heimkehr" die Rolle der Tante Lavinia. Heute lebt die vielseitige Schauspielerin und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes I. Klasse in Kalifornien.

Im Januar 1974 unterhielt sich für die DW Renate Büsing mit Anneliese Uhlig über ihre vielseitige Karriere.

Autor: Andreas Zemke

Redaktion: Diana Redlich

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