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Schauspieler im Gespräch

1964: Interview mit Martin Held

"Die Rollen, die man sich relativ schwer erarbeitet und die zum Erfolg führen, sind Rollen, die man dann am liebsten spielt" - Martin Held über seine Theaterarbeit

Martin Held (li.) und Walter Giller in dem Film Rosen für den Staatsanwalt (1959)

Martin Held (li.) und Walter Giller in dem Film "Rosen für den Staatsanwalt" (1959)

Er war aus dem Berliner Theaterleben nicht weg zu denken, spielte aber auch in zahlreichen Filmen mit und glänzte in verschiedenen TV-Produktionen. Martin Held wurde auch während seiner langjährigen Schauspielerkarriere mehrfach mit verschiedenen Auszeichnungen geehrt.

Viele Stationen

Geboren wurde Martin Helm am 11.11.1908 in Berlin und sollte nach dem Willen seiner Eltern einen technischen Beruf ergreifen. Doch sein Interesse galt vor allem dem Theater. So absolvierte er an der Berliner Theaterschule eine Schauspielausbildung und ging zunächst auf Provinzbühnen. Sein Weg führte ihn nach Königsberg, Dresden, Bremerhaven, Darmstadt, und er landete schließlich 1941 an den Städtischen Bühnen in Frankfurt am Main. Doch Frankfurt sollte nicht die letzte Station seiner Karriere bleiben. Denn nach seinem enormen Erfolg in "Des Teufels General" von Carl Zuckmayer dauerte es nicht lange, bis Martin Held 1951 an das Berliner Schiller- und Schloßparktheater geholt wurde. Diese Bühne sollte nun zu seiner schauspielerischen Heimat werden.

Charakter- und Komödienrollen

Für Martin Held begann nun der Aufstieg zu einem Schauspieler, der jeder Rolle gewachsen war, und seine Vielseitigkeit wurde legendär. So spielte er bravourös sowohl Charakterrollen als auch Komödienrollen – Martin Held wurde zu einer wahren Größe des Berliner Theaterbetriebes. "Das große Personenlexikon des Films" schreibt unter anderem über ihn: "Er beherrschte das Unterspielen wie die große Geste, die leise Ironie wie das aufgeplusterte Poltern. Held spielte den Leicester in 'Maria Stuart' und den Bürgermeister Obermüller in 'Der Hauptmann von Köpenick' …" Bei so vielen Talenten war es dann auch nur eine Frage der Zeit, bis der Schauspieler für den Film entdeckt wurde.

Trotz Theater auch Film

Als Filmschauspieler debütierte Martin Held 1951 – wenn man seine kleine Rolle in dem Stummfilm "Die  Hose" 1927 außer Acht lässt – in dem Film "Schwarze Augen", in dem er an der Seite von Will Quadflieg die Rolle des Alexander Grabner übernahm. Besonders in Erinnerung blieb seine Rolle des Obergruppenführers Reinhard Heydrich in dem Film "Canaris", den er an der Seite von O. E. Hasse 1954 drehte. Erzählt wird hier eine fiktive Geschichte aus dem Leben des echten Admirals Canaris, der Anfang April 1945 wegen angeblicher Teilnahme am Hitler-Attentat hingerichtet wurde. Es folgten weitere zahlreiche Filme mit Martin Held, die er trotz sehr intensiver Theaterarbeit immer wieder drehte – mindesten zwei im Jahr. So war er unter anderem 1959 in dem Film "Rosen für den Staatsanwalt" als Oberstaatsanwalt Dr. Wilhelm Schramm zu sehen, in der Komödie "Lange Beine – lange Finger" als Baron Holberg oder auch als Prof. Abel Cornelius in dem Film "Unordnung und frühes Leid". So brachte es Martin Held auf eine Filmografie von über vier Dutzend Filmrollen. Für viele dieser Rollen wurde der Schauspieler auch ausgezeichnet. So wurde er unter anderem mit dem Filmband in Gold des Bundesfilmpreises, mit der "Goldenen Nofretete", mit der Goldenen Kamera oder auch mit dem Ernst-Lubitsch-Preis geehrt. 1988 wurde Martin Held das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Der Schauspieler starb am 31.1.92 in Berlin.

Im Juni 1964 sprach DW-Redakteur Klaus Colberg mit Martin Held über seine schauspielerische Karriere.

Autor: Andreas Zemke

Redaktion: Diana Redlich

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