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Nachrichten

19.10.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Die Gewerkschaften in Griechenland laufen weiter Sturm gegen den rigiden Sparkurs der Regierung und haben zu einem zweitägigen Generalstreik aufgerufen, mit dem sie das Land lahmlegen wollen. Als erste traten um Mitternacht die Fluglotsen in den Streik. Allerdings wollen sie ihren Ausstand nach zwölf Stunden wieder beenden. Bis einschließlich Donnerstag bestreikt werden sollen staatliche Unternehmen, Banken, Ministerien, Krankenhäuser und Verkehrsmittel. Auch Geschäfte und Bäckereien sollen geschlossen bleiben. Für den Nachmittag sind Demonstrationen geplant. Das Athener Parlament soll am Donnerstag ein weiteres drastisches Programm verabschieden, das neben Steuererhöhungen und Lohnkürzungen erstmals auch Stellenstreichungen im Staatsdienst vorsieht. Anlass sind die harten Auflagen, die das pleitebedrohte Griechenland erfüllen muss, um weitere internationale Finanzhilfen zu bekommen. Die Gewerkschaften beklagen, der Sparkurs sei sozial ungerecht und würge die Wirtschaft ab. Sie fordern höhere Steuern für die Reichen.

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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat nach übereinstimmenden Berichten erstmals offen die Funktionsweise des künftigen Euro-Rettungsschirms und dessen so genannte "Hebelung" erläutert, mit der das Garantievolumen vervielfacht werden könnte. Vor Bundestagsabgeordneten von Union und FDP habe der CDU-Politiker in diesem Zusammenhang eine Erhöhung der deutschen Haftungsobergrenze abgelehnt. Diese bleibe auf die derzeitigen 211 Milliarden Euro beschränkt. Der "Hebel", so Schäuble, solle in Form einer Versicherung für Staatsanleihen kriselnder Eurostaaten in die Richtlinien des Rettungsschirmes eingebaut werden. Eine Gesamtsumme dazu nannte der Finanzminister nicht. - Die Londoner Zeitung "The Guardian" berichtete, Deutschland und Frankreich seien sich einig, dass die Wirkungskraft des Rettungsfonds auf diese Weise mehr als vervierfacht werden könne. Die Ausleihungskapazität von derzeit 440 Milliarden Euro würde somit einen Sicherungseffekt von bis zu zwei Billionen Euro haben.

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Verteidigungsminister Thomas de Maizière plant im Rahmen der Bundeswehr-Reform auch Milliardenkürzungen bei Rüstungsprojekten. Unter anderem will der CDU-Politiker nach einer dem Haushaltsausschuss vorgelegten Streichliste auf 37 Kampf-Jets vom Typ Eurofighter, 40 Tiger-Kampfhubschrauber und 42 Transporthubschrauber verzichten. Auch 60 Schützen- und 125 Kampfpanzer sollen eingespart werden. Die geplante Streichung von 36.000 Personalstellen bei der Bundeswehr will de Maiziere nach eigenen Angaben durch milliardenschwere Vorruhestandsregelungen und Hilfen beim Berufswechsel begleiten. Die Chefs der größten Rüstungsunternehmen will er an diesem Mittwoch über seine Kürzungspläne informieren.

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Die USA, Russland und auch viele Länder Europas haben nach einer Bilanz der Menschenrechtsorganistion "Amnesty International" viele jüngst gestürzte arabische Alleinherrscher mit großen Mengen von Waffen versorgt. Darunter sei auch Deutschland gewesen. In der jetzt in London und Berlin vorgestellten Untersuchung werden Waffenverkäufe nach Bahrain, Ägypten, Libyen, Syrien und Jemen seit dem Jahr 2005 unter die Lupe genommen. Die Spannbreite reiche von Raketen, Gewehren und Munition bis hin zu Tränengas, heißt es dort. Die Gefahr, dass die Machthaber mit diesen Waffen oppositionelle Bewegungen blutig niederschlagen könnten, sei zur Zeit der Lieferung schon bekannt gewesen, kritisiert der Amnesty-Bericht.

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Zehntausende Palästinenser im Gazastreifen und im Westjordanland haben die Freilassung mehrerer hundert palästinensischer Häftlinge als Triumph über Israel bejubelt. Etwa 470 Gefangene, darunter viele Terrorattentäter, waren im Austausch gegen den entführten israelischen Soldaten Gilad Schalit freigekommen. Insgesamt sollen schrittweise über 1000 Palästinenser die Gefängnisse verlassen dürfen. Der Exilchef der radikalislamischen Hamas, Chalid Meschaal, erklärte bei einer Siegesfeier, die Strategie der Gewalt sei erfolgreich gewesen. Die deutschen Vermittler könnten bestätigen, dass die Israelis die Zugeständnisse gemacht hätten. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu warnte eindringlich vor neuer Gewalt und drohte mit harten Gegenschlägen. Der inzwischen 25jährige Soldat Schalit war am Dienstag zu seiner Familie in Nordisrael zurückgekehrt.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Südhälfte stark bewölkt und regnerisch. Sonst ein Wechsel von Sonne und Wolken mit einzelnen Schauern. Die Temperaturen steigen nur noch auf fünf bis 13 Grad. DIE AUSSICHTEN FÜR DONNERSTAG: Eine Mischung von Sonne und Wolken mit einzelnen Schauern. Im Südosten Regen. Maximaltemperaturen zwischen acht und elf Grad.

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