19.08.2013 – Langsam gesprochene Nachrichten | Nachrichten | DW | 19.08.2013
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

19.08.2013 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

***

In Ägypten sind bei einem Fluchtversuch von Islamisten aus einem Gefangenentransport 36 Mitglieder der Muslimbruderschaft getötet worden. Die Anhänger des entmachteten Präsidenten Mohammed Mursi seien an dem von der Polizei eingesetzten Tränengas erstickt, teilte das Innenministerium mit. Damit stieg die Zahl der Todesopfer der Gewalt der vergangenen Tage auf fast 800. Mit dem Transport sollten laut offiziellen Angaben mehr als 600 Muslimbrüder und Anhänger der Islamisten von Kairo aus in ein Gefängnis am Rande der ägyptischen Hauptstadt gebracht werden. Einige der Gefangenen hätten einen Polizisten überwältigt und ausbrechen wollen. Laut der Nachrichtenagentur Mena wurde der Transport von unbekannten Bewaffneten angegriffen, die den Gefangenen zu Hilfe kommen wollten. Die Muslimbruderschaft sprach von Mord. Die Militärführung bekräftigte, der harte Kurs gegen Islamisten werde fortgesetzt. "Wir werden niemals schweigend der Zerstörung des Landes zusehen", sagte Armeechef Abdel Fattah al-Sisi.

***

Saudi-Arabien warnt vor politischem Druck auf die ägyptische Regierung wegen der Gewalt gegen Anhänger des gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi. Außenminister Prinz Saud al-Faisal sagte bei einem Besuch in Paris, mit Drohungen sei nichts zu erreichen. Saudi-Arabien war mit dem 2011 gestürzten ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak verbündet und fürchtet, obwohl selbst streng islamisch, den Aufstieg von Mursis Muslimbrüdern und ihrer Ideologie in der Golf-Region. Wegen der Gewalt in Ägypten beraten an diesem Montag die Botschafter der 28 EU-Staaten in Brüssel über eine mögliche europäische Reaktion. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte im ZDF-"Sommerinterview", ein Stopp der Rüstungsexporte könne ein geeignetes Mittel sein, um der Regierung in Kairo deutlich zu machen, "dass Gewalt nicht akzeptabel ist".

***

Südkorea und die USA haben ein gemeinsames Militärmanöver begonnen, bei dem das Eindringen nordkoreanischer Streitkräfte in den Süden simuliert werden soll. Laut offiziellen Angaben beteiligen sich mehr als 80.000 südkoreanische und amerikanische Soldaten. Das jährlich abgehaltene Manöver "Ulchi Freedom Guardian" wird vom kommunistischen Norden regelmäßig als "provokativer Akt" kritisiert, allerdings fielen die Töne aus Pjöngjang angesichts der derzeitigen Bemühungen um Entspannung auf der koreanischen Halbinsel diesmal eher gemäßigt aus. Nach monatelanger Eskalation hat sich die Lage in den vergangenen Wochen entschärft. So beschlossen beide Seiten die Wiedereröffnung des gemeinsamen Industrieparks Kaesong. Am Sonntag verkündete Nordkorea, dass es erstmals seit 2010 wieder grenzübergreifende Treffen für koreanische Familien geben solle, die seit dem Korea-Krieg (1950-53) auseinandergerissen sind.

***
Nach wochenlangem Tauziehen beginnen die Chemiewaffen-Experten der Vereinten Nationen in Syrien heute mit ihren Untersuchungen. Das Team soll drei Orte untersuchen, an denen angeblich Chemiewaffen eingesetzt wurden. Regierung und Rebellen werfen sich gegenseitig vor, die international geächteten Waffen eingesetzt zu haben. Unterdessen sind im Nordosten des Libanon fünf Raketen aus Syrien eingeschlagen. Aus Sicherheitskreisen hieß es, die Geschosse seien über der Stadt Hermel und ihren Vororten niedergegangen. Hermel ist eine Hochburg der Hisbollah, die im syrischen Bürgerkrieg Präsident Baschar al-Assad unterstützt.

***

Wegen der Enthüllungen über das Ausspähprogramm des US-Geheimdienstes NSA ist der Lebenspartner des Journalisten Glenn Greenwald stundenlang auf dem Londoner Flughafen festgehalten worden. Der Brasilianer war auf dem Weg von Berlin in seine Heimatstadt Rio de Janeiro, als ihn die britische Polizei bei einem Zwischenstopp am Flughafen Heathrow festsetzte. Unter Verweis auf die geltenden Anti-Terrorgesetze konfiszierten die Sicherheitskräfte unter anderem sein Handy, seinen Laptop und Speichermedien, berichtete die britische Zeitung "The Guardian". Greenwald arbeitet für den "Guardian". Der Journalist hatte einen Großteil der Akten des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden über das NSA-Spähprogramm aufbereitet und veröffentlicht.

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema