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Nachrichten

19.08.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Ein Spionageschiff der Bundesmarine kreuzt nach Zeitungsinformationen derzeit vor der syrischen Küste. Das Flottendienstboot habe moderne Aufklärungstechnik des Bundesnachrichtendienstes (BND) an Bord, schreibt die "Bild am Sonntag". Damit ließen sich Truppenbewegungen bis zu 600 Kilometer tief in Syrien beobachten. Erkenntnisse etwa über Militäraktionen der Truppen von Präsident Baschar al-Assad würden an amerikanische und britische Partnerdienste weitergegeben, hieß es. Von dort aus gelangten auch Informationen an die syrischen Aufständischen. Dem Blatt zufolge sind ferner BND-Agenten im türkischen Nato-Stützpunkt in Adana stationiert, die Telefonate und Funkverkehr aus Syrien abhörten. Daneben werde der informelle Kontakt zu Quellen im direkten Umfeld der Assad-Regierung gehalten.

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In Syrien gehen die Kämpfe zwischen den Truppen des Regimes von Präsident Baschar al-Assad und Aufständischen in mehreren Landesteilen mit aller Härte weiter. Gefechte gab es unter anderem im Bezirk Tadamun der Hauptstadt Damaskus, in der nördlichen Millionenmetropole Aleppo sowie in den Provinzen Homs, Daraa und Deir as-Saur. Nach Angaben von Oppositionellen wurden allein am Samstag mindestens 172 Menschen getötet. Assad absolvierte unterdessen einen seiner inzwischen seltenen Auftritte in der Öffentlichkeit. Das Staatsfernsehen zeigte ihn betend in einer Moschee in Damaskus.

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Ecuador hat im Streit um den in seiner Botschaft in London festsitzenden Gründer der Internet-Enthüllungsplattform Wikileaks, Julian Assange, Unterstützung von seinen lateinamerikanischen Verbündeten erhalten. Das Bündnis linksgerichteter Staaten ALBA drohte der britischen Regierung mit ernsthaften Konsequenzen, sollte sie die Immunität der Botschaft missachten. Ecuador hat Assange, der wegen seiner drohenden Auslieferung nach Schweden in die Botschaft geflohen war, Asyl gewährt. London kündigte an, den 41-Jährigen festzunehmen, sobald er das Gebäude verlasse. Assange will sich laut Wikileaks an diesem Sonntag zu seinem Fall äußern.

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Der Territorialstreit zwischen Japan und China spitzt sich weiter zu. Ungeachtet des Protests der chinesischen Regierung ist eine Gruppe japanischer Aktivisten auf einer von beiden Ländern beanspruchten Insel an Land gegangen. Die neun oder zehn Frauen und Männer seien ohne Genehmigung auf die Insel Uotsuri geschwommen, teilte die japanische Küstenwache mit. Uotsuri gehört zu einer kleinen Gruppe unbewohnter Inseln, die von Japan als Senkaku- und von China als Diaoyu-Inseln bezeichnet werden. Sie werden von Japan kontrolliert, aber auch von China und Taiwan beansprucht. Am Mittwoch waren 14 chinesische Aktivisten auf den Inseln gelandet. Sie wurden von der japanischen Küstenwache festgenommen und ausgewiesen. In dem Meeresgebiet werden reiche Rohstoffvorkommen vermutet.

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Bundespräsident Joachim Gauck hat sich zurückhaltend zu einem möglichen neuen Verfahren zum Verbot der rechtsextremen NPD geäußert. Der "Leipziger Volkszeitung" sagte Gauck, dies müsse sehr sorgfältig bedacht werden. Solche Verfahren bräuchten auch Zeit. Ausdrücklich rief der Bundespräsident die Bürger dazu auf, sich dem Rechtsextremismus entgegenzustellen. Wörtlich sagte Gauck: "Überall, wo die Braunen auftreten, sind wir zehnmal mehr als die ... Und das macht Mut." Seit Bekanntwerden der Morde der Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" im vergangenen Jahr hat die Diskussion um ein NPD-Verbot wieder Fahrt aufgenommen. Ein Verbot der rechtsextremistischen Partei müsste vom Bundesverfassungsgericht ausgesprochen werden. 2003 ist ein erstes Verfahren in Karlsruhe gescheitert.

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Die italienische Küstenwache hat vor der Mittelmeerinsel Lampedusa insgesamt mehr als 350 Boots-Flüchtlinge gerettet, darunter mehrere Kinder. Die Afrikaner waren von einem Hubschrauber aus in zwei kleineren Booten gesichtet worden. Da sich bei rauer See zumindest eines der Boote in bedenklichem Zustand befand, wurde umgehend die Rettungsaktion gestartet. Die Geretteten wurden in ein Auffanglager auf der Insel gebracht. Über die zu Italien gehörende Mittelmeerinsel versuchen immer wieder Flüchtlinge aus Afrika, Asien und dem Nahen Osten in die Europäische Union zu gelangen, um der Armut in ihrer Heimat zu entkommen. In den vergangenen Jahren sind Tausende Menschen bei dem Versuch ums Leben gekommen, von Nordafrika über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen.

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