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Nachrichten

19.07.2013 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Vor den für diesen Freitag angekündigten erneuten Massenprotesten in Ägypten hat Übergangspräsident Adli Mansur Entschlossenheit demonstriert. Der "Kampf für Sicherheit" werde bis zum Ende geführt, sagte er am Donnerstagabend in der ersten TV-Ansprache seit seinem Amtsantritt. Ägypten befinde sich an einem "entscheidenden" Punkt seiner Geschichte und es gebe einige, die das Land "ins Ungewisse steuern" wollten, sagte Mansur. Der gewählte Präsident Mohammed Mursi war Anfang Juli vom Militär entmachtet worden. Seitdem kommt das Land nicht zur Ruhe, da sich sowohl Mursis Anhänger als auch dessen Gegner immer wieder zu Massenprotesten versammeln. Regelmäßig kommt es dabei zu gewalttätigen Zusammenstößen beider Lager sowie zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, bei denen in den vergangenen Wochen viele Menschen getötet wurden. Die ägyptische Armee rief derweil zu friedlichen Protesten auf und warnte, sie werde gegen jede Form des Aufruhrs mit aller Härte vorgehen.

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Die USA verstärken ihren Druck zur baldigen Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern. US-Präsident Barack Obama telefonierte mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu und forderte ihn auf, so früh wie möglich an den Verhandlungstisch zurückzukehren, wie das Weiße Haus mitteilte. US-Außenminister John Kerry, der sich zum sechsten Mal innerhalb weniger Monate in der Region aufhält, will in Jordanien abermals mit dem palästinensischen Chefunterhändler Saeb Erekat zusammenkommen, um auf Bewegung auf palästinensischer Seite zu dringen. Die Palästinenser beharren bislang auf einem Stopp des israelischen Siedlungsbaus als Vorbedingung für Verhandlungen. Ein Sprecher Netanjahus hatte dies am Donnerstag nochmals zurückgewiesen.

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Bei Protesten gegen die Verurteilung des russischen Oppositionellen Alexej Nawalny sind nach Angaben der unabhängigen Internetseite OVD-Info allein in Moskau mehr als 200 Menschen festgenommen worden. Das Internet-Portal ist auf Polizei- und Justizinformationen aus unabhängiger Quelle spezialisiert. Wie die russische Polizei mitteilte, nahmen 2500 Menschen an der nicht genehmigten Demonstration vor dem Kreml teil, Aktivisten sprachen von 10.000 Teilnehmern. Auch in Russlands zweitgrößter Stadt St. Petersburg gab es Proteste. Ein Gericht in der Stadt Kirow hatte Nawalny wegen Veruntreuung zu fünf Jahren Straflager verurteilt. Kritiker sprechen von einem politischen Prozess. Der 37-jährige Anwalt Nawalny ist einer der prominentesten Gegner von Präsident Wladimir Putin.

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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat bei seinem ersten Besuch in Griechenland seit Ausbruch der Schuldenkrise die Reformanstrengungen des Euro-Staates gelobt und einem weiteren Schuldenschnitt eine klare Absage erteilt. Ein weiterer Forderungsverzicht sei nicht machbar, und schon die Diskussion darüber sei schädlich, sagte Schäuble vor der deutsch-griechischen Handelskammer in Athen. Zugleich sicherte er dem Krisenland weitere Hilfe zu, forderte aber Strukturreformen als Grundlage für Wachstum. Man sei auf dem richtigen Weg, sagte der Bundesfinanzminister nach der Unterzeichnung einer Absichtserklärung für einen Wachstumsfonds im Volumen von 100 Millionen Euro, an dem auch die deutsche Staatsbank KfW beteiligt ist.

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Die einst blühende US-Autometropole Detroit im US-Bundesstaat Michigan ist pleite. Es ist der größte Bankrott einer Großstadt in der US-Geschichte. Detroit hat Schulden von schätzungsweise 18,5 Milliarden Dollar angehäuft. Die Stadt steckt trotz einer Erholung der in der Region beheimateten Auto-Konzerne General Motors und Ford in einer tiefen Krise. In der einst fünftgrößten US-Stadt mit 1,8 Millionen Einwohnern leben heute nur noch 700.000 Menschen, davon ein Drittel in Armut. Viele öffentliche Dienste wie etwa die Straßenbeleuchtung funktionieren nicht mehr, zahlreiche Wohnungen und Geschäfte stehen leer. Die Ausgaben zum Betrieb der städtischen Dienste haben seit 2008 die Einnahmen jährlich um rund 100 Millionen Dollar überstiegen. Zudem zehren Zahlungen für langfristige Verbindlichkeiten von rund 8,5 Milliarden Dollar fast 20 Prozent des Haushalts auf. Darüber hinaus belasten milliardenschwere Pensionsverpflichtungen die Stadtkasse.

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