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Nachrichten

19.05.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Die Ausreise des blinden Bürgerrechtlers Chen Guangcheng aus China steht möglicherweise unmittelbar bevor. Der 40-jährige erklärte Agenturberichten zufolge, dass er sich auf dem internationalen Flughafen von Peking befinde. Er habe zwar noch keinen Pass, glaube aber, dass er nach New York fliegen werde. Seine Frau und seine beiden kleinen Kinder seien bei ihm. US-Außenministerin Hillary Clinton hatte bei ihrem jüngsten Peking-Besuch darauf gedrungen, dass Chen seinem Wunsch entsprechend in die USA fliegen darf, um dort ein Studium aufzunehmen. Zuvor war Chen aus dem Hausarrest geflüchtet und hatte zwischenzeitlich Zuflucht in der US-Botschaft in der chinesischen Hauptstadt gesucht.

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Die Lage in Syrien und der Atomkonflikt im Iran haben die Gespräche zum Auftakt des G8-Gipfels im US-amerikanischen Camp David bestimmt. Beim Abendessen, das US-Präsident Barack Obama zur Begrüßung der Gipfelteilnehmer gab, habe weitgehende Einigkeit darüber geherrscht, im Streit mit Teheran den Druck auf das Regime weiter aufrecht zu erhalten, hieß es. Zu Syrien hätten alle Beteiligten die Notwendigkeit eines politischen Wandels betont. Die Staats- und Regierungschefs der sieben wichtigsten Industrieländer und Russlands dürften sich bei ihren Beratungen auch mit der Euro-Schuldenkrise beschäftigen. Gastgeber Obama rief die Europäer dazu auf, mehr für das Wachstum zu tun. Weitere Themen sind der Kampf gegen den Hunger und Fragen des Klimaschutzes. An die Gespräche in Camp David schließt sich der Nato-Gipfel in Chicago an.

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In Athen wird an diesem Samstag das griechische Parlament aufgelöst. Staatspräsident Karolos Papoulias will ein entsprechendes Dekret unterzeichnen. Dann beginnt auch offiziell der Wahlkampf für die Neuwahlen am 17. Juni. Nach dem Urnengang Anfang Mai hatten es die Parteien nicht geschafft, eine Koalitionsregierung zu bilden. Zu scharfen Reaktionen führte in Athen ein angeblicher Vorschlag von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Griechen sollten in einem Referendum über den Verbleib in der Euro-Zone abstimmen. Führende Parteivertreter Griechenlands werteten ein solches Vorgehen als Einmischung in innere Angelegenheiten. Allerdings dementierte die Bundesregierung Berichte, wonach die Kanzlerin den Vorschlag in einem Telefonat mit Staatspräsident Papoulias überhaupt unterbreitet habe.

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In der deutschen Metall- und Elektroindustrie ist ein Streik abgewendet worden. Die Industriegewerkschaft Metall und die Arbeitgeber einigten sich in der Nacht zum Samstag auf einen neuen Tarifabschluss. Danach bekommen die Beschäftigten rückwirkend zum 1. Mai 4,3 Prozent mehr Lohn. Die Einigung wurde im Pilotbezirk Baden-Württemberg mit seinen 800.000 Beschäftigten erzielt, sie soll aber auch in den anderen Bundesländern übernommen werden. Gewerkschaft und Arbeitnehmer einigten sich ebenfalls auf die prinzipiell unbefristete Übernahme von Auszubildenden und eine weitgehende Mitbestimmung von Betriebsräten bei der Gestaltung von Leiharbeit. Der Vertrag hat eine Laufzeit von 13 Monaten.

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Mit einer genehmigten Großdemonstration sollen die kapitalismuskritischen Aktionstage in der Banken-Metropole Frankfurt am Main an diesem Samstag ihren Höhepunkt erreichen. Die Veranstalter des sogenannten "Blockupy"-Bündnisses erwarten bis zu 20.000 Teilnehmer. Die Polizei befürchtet gewaltsame Ausschreitungen. Bereits seit Mittwoch waren - trotz eines Verbots der Stadt - immer wieder Demonstranten durch Frankfurt gezogen und hatten zeitweise zentrale Plätze besetzt. Hunderte Aktivisten wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen. - Die "Blockupy"-Anhänger protestieren gegen die Macht der Banken und die europäische Sparpolitik. Der Begriff "Blockupy" setzt sich zusammen aus den englischen Wörtern "block" (blockieren) und "occupy" (besetzen).

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