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Nachrichten

19.05.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Der geschäftsführende Direktor des Internationalen Währungsfonds, Dominique Strauss-Kahn, tritt zurück. Auf der Internetseite des IWF wurde eine Erklärung veröffentlicht, in der der 62-jährige Franzose schreibt, mit der Entscheidung wolle er seine Familie und das Ansehen des Fonds schützen. Zugleich wies er "mit größtmöglicher Entschiedenheit" alle Vorwürfe zurück. Strauss-Kahn sitzt seit Samstag in New York in Untersuchungshaft. Er ist wegen sexueller Nötigung und Freiheitsberaubung einer Hotelangestellten angeklagt. Strauss-Kahn hat einen neuen Antrag auf Freilassung gegen eine Kaution von einer Million Dollar gestellt. Das zuständige Gericht soll sich damit an diesem Donnerstag befassen. Bis Freitag muss eine sogenannte Grand Jury über eine formelle Anklage entscheiden. Der IWF teilte weiter mit, dass Strauss-Kahns Stellvertreter John Lipsky die Geschäfte kommissarisch führen werde, bis ein neuer Direktor ernannt sei.

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Pakistans politische und militärische Führung war nach Erkenntnissen der USA nicht darüber informiert, dass sich Al-Kaida-Chef Osama bin Laden in der pakistanischen Stadt Abbottabad versteckt hielt. Für Mutmaßungen, die Regierung in Islamabad habe dessen Unterschlupf gekannt, gebe es keinerlei Beweise, erklärte US-Verteidigungsminister Robert Gates in Washington. Er habe sogar Belege für das Gegenteil gesehen, sagte Gates. In den USA war heftige Kritik an Pakistan laut geworden, weil bin Laden jahrelang unbehelligt in dem Land leben konnte. Politiker forderten die Streichung milliardenschwerer Hilfszahlungen. Al Kaida veröffentlichte derweil eine bisher unbekannte Audiobotschaft ihres Anfang Mai von einer US-Spezialeinheit getöteten Anführers. Darin begrüßt bin Laden die Volksaufstände in der arabischen Welt.

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Im Gefangenenlager Guantanamo hat ein Häftling nach Angaben des US-Militärs offensichtlich Selbstmord begangen. Der 37 Jahre alte Afghane wurde beschuldigt, Mitglied des Terrornetzwerks Al-Kaida gewesen zu sein. Der Mann saß seit 2007 in Guantanamo. Derzeit sind in dem umstrittenen Lager noch etwa 170 Menschen inhaftiert.

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Die Bundeswehr soll kleiner, aber dafür schlagkräftiger werden. Verteidigungsminister Thomas de Maizière kündigte bei der Vorstellung neuer Reformpläne in Berlin eine Reduzierung der Truppenstärke von derzeit 220.000 Berufs- und Zeitsoldaten auf 185.000 an. Zugleich sollen jedoch mehr Soldaten für Auslandseinsätze zur Verfügung stehen. Die Zahl der freiwillig Wehrdienst Leistenden wird nach den Erwartungen de Maizières künftig bei etwa 5.000 liegen. Geplant sind außerdem ein drastischer Abbau des zivilen Personals und schlankere Strukturen im Verteidigungsministerium. Als Zeitrahmen für die Reform nannte der Minister eine Spanne von sechs bis acht Jahren. Offen bleibt zunächst die Zukunft der rund 400 Bundeswehr-Standorte in Deutschland. Hierzu soll es erst im Herbst Entscheidungen geben. In den von möglichen Schließungen besonders betroffenen Bundesländern regt sich bereits breiter Widerstand.

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Die Inhaftierung des Künstlers und Regimekritikers Ai Weiwei ist nach Ansicht des Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung, Markus Löning, eine "Belastung" für die deutsch-chinesischen Beziehungen. Nach fünftägigen Gesprächen in Peking kritisierte er eine spürbare verschärfte Repression in China und einen Mangel an Rechtsstaatlichkeit im Umgang mit Ai Weiwei. Der 53-Jährige werde ohne Zugang zu einem Anwalt an einem unbekannten Ort festgehalten. Seine Familie habe sechs Wochen kein Lebenszeichen von ihm erhalten, beklagte Löning. Er habe in Peking deutlich gemacht, dass die Summe der Ereignisse einfach schwierig und aus deutscher Perspektive eine Belastung sei.

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Am zweiten Tag ihres historischen Besuches in der Republik Irland hat die britische Königin, Elisabeth II., zur Versöhnung aufgerufen. Bei einem Staatsbankett im Dubliner Schloss sprach die Königin allen Opfern des jahrhundertelangen britisch-irischen Konfliktes ihr tiefes Mitgefühl aus. Im Nachhinein betrachtet gebe es Dinge, von denen wir wünschten, dass sie anders oder gar nicht gemacht worden wären, erklärte Elisabeth. Mittlerweile seien Grossbritannien und Irland aber feste Freunde und gleichberechtigte Partner. Der viertägige Aufenthalt der 85-jährigen Königin in Irland ist der erste eines britischen Monarchen dort seit hundert Jahren. Zuletzt hatte ihr Großvater, König George V., Dublin besucht. Damals gehörte Irland noch zum Vereinigten Königreich.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Südosthälfte zunächst noch sonnig, später wie auch in den übrigen Regionen häufig bewölkt und zeitweise Regen, örtlich auch Gewitter. Die Temperaturen erreichen 14 bis 26 Grad. Die weiteren Aussichten: Am Freitag anfangs aufgelockert, später zunehmend bewölkt und teils kräftige Schauer oder Gewitter. Höchstwerte 21 bis 27 Grad, an den Küsten etwas kühler.

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