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Nachrichten

19.03.2011 - Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

TRIPOLIS: Trotz einer am Vortag angekündigten Waffenruhe in Libyen haben Truppen des Machthabers Gaddafi die Hafenstadt Bengasi angegriffen. Neben Bodentruppen kamen dabei laut Medien auch Kampflugzeuge zum Einsatz. Der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira berichtet, die Regimegegner, die die Stadt im Osten des Landes kontrollieren, hätten ein Flugzeug abgeschossen. Das Regime in Tripolis dagegen bestritt einen Angriff. Die Soldaten hätten nach Attacken der Rebellen "in Selbstverteidigung" gehandelt, heißt es in einer Erklärung der staatlichen Nachrichtenagentur Jana. Am Donnerstag hatte der Weltsicherheitsrat die Verhängung einer Flugverbotszone über dem nordafrikanischen Land beschlossen und militärische Maßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung erlaubt.

BERLIN: Mit ihrer Enthaltung zu einer Flugverbotszone über Libyen zieht die schwarz-gelbe Bundesregierung weiter Unmut auf sich. Nach zahlreichen Negativ-Bewertungen aus der Politik kritisierte auch der Völkerrechtler Ischinger die Entscheidung. Da weite Teile der Resolution von der Regierung mitgetragen würden, hätte Deutschland im Sicherheitsrat zustimmen können, sagte der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz im Deutschlandradio. Dabei hätte man klar machen können, dass die Zustimmung prinzipiell gelte, die Beteiligung an einem möglichen Einsatz mit eigenen Soldaten aber nicht ins Auge gefasst werde. Der stellvertretende Fraktionschef der SPD im Bundestag, Erler, sagte im WDR, Außenminister Westerwelle sei bei seiner Entscheidung von der falschen Vorstellung ausgegangen, eine Flugverbotszone würde automatisch auch einen Einsatz von Soldaten bedeuten.

TOKIO: Die Techniker im schwer beschädigten Atomkraftwerk Fukushima Eins arbeiten unvermindert daran, den atomaren Gau in Japan abzuwenden. Die Betreiberfirma Tepco teilte zwar mit, dass eine Stromleitung zu der von Erdbeben, Tsunami und Explosionen verwüsteten Anlage inzwischen stehe. Doch seien noch weitere Arbeiten nötig, bevor die Kühlung der überhitzten Reaktoren wieder in Gang gesetzt werden könne. Wie die japanische Regierung mitteilte, wurde in der Nähe der Anlage Radioaktivität in Lebensmitteln wie Spinat und Milch nachgewiesen.

TOKIO: Gut eine Woche nach dem Erdbeben und dem Tsunami in Japan gelten weiterhin knapp 11.000 Menschen als vermisst. Nach Angaben der Polizei wurden rund 7200 Todesopfer geborgen. Der Bau von Baracken und Behelfswohnungen für die Überlebenden gestaltet sich laut Medienberichten problematisch. Weil vielerorts der Kraftstoff knapp ist, kann dringend benötigtes Baumaterial nur langsam angeliefert werden.

SANAA: Ungeachtet des Ausnahmezustands haben im Jemen wieder zehntausende Menschen gegen die Herrschaft von Präsident Salih protestiert. Sie versammelten sich im Zentrum von Sanaa und forderten den Rücktritt des Staatschefs. Am Vortag hatten Scharfschützen in Zivil von Dächern aus auf die Demonstranten geschossen. Laut Ärzten wurden mindestens 46 Menschen getötet und 240 verletzt. Anschließend hatte der Präsident den Ausnahmezustand verhängt.

BANGKOK: In Thailand hat Ministerpräsident Abhisit ein Misstrauensvotum im Parlament überstanden. Der Antrag war von der Opposition eingebracht worden, die den Regierungschef für rund 90 Tote bei den Massenprotesten im vergangenen Jahr verantwortlich macht. Damit bleibt die Regierung bis zu der noch in diesem Jahr geplanten Wahl im Amt. Die oppositionelle Partei Puea Thai ist eng mit der Bewegung der so genannten Rothemden verbunden, die mit den Massenprotesten den Rücktritt Abhisits erreichen wollten.

BERLIN: Der geplante neue Euro-Schutzschirm (ESM) könnte den Bundeshaushalt nach Worten von Finanzminister Schäuble mit 22 Milliarden Euro belasten. Das Eigenkapital des ESM könnte eine Größenordnung von etwa 80 Milliarden Euro erreichen, sagte Schäuble in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung" . Endgültig entschieden sei das zwar noch nicht. Deutschland müsste in einem solchen Fall aber gut 22 Milliarden Euro beisteuern.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Nordhälfte ein freundlicher Mix aus Sonne und Wolken. Sonst vielfach stark bewölkt. Am Alpenrand etwas Regen. Tageshöchstwerte zwischen vier und elf Grad.

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