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Nachrichten

19.01.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Nach der Ermordung und der Verschleppung deutscher Touristen im Nordosten Äthiopiens hat das Bundeskriminalamt (BKA) mehrere Beamte in das Land am Horn von Afrika geschickt. BKA-Präsident Jörg Ziercke sprach von einem noch "sehr diffusen" Lagebild. Über Rebellen als Täter gebe es nur Vermutungen. Bundesaußenminister Guido Westerwelle bestätigte, dass bei dem Überfall im Grenzgebiet zu Eritrea zwei Deutsche erschossen und mehrere entführt wurden. Deren Schicksal sei ungeklärt. Außerdem wurden nach Angaben der ungarischen und der äthiopischen Regierung auch zwei Ungarn und ein österreichischer Urlauber umgebracht. Mehrere Teilnehmer der 27-köpfigen Reisegruppe aus Europa, den USA und Australien konnten sich teils schwer verletzt retten und wurden mit Hubschraubern nach Addis Abeba ausgeflogen.

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Im Kampf gegen die Euro-Schuldenkrise rüstet sich der Internationale Währungsfonds (IWF) für eine deutliche Stärkung seiner Schlagkraft. Der Fonds dürfte 500 bis 600 Milliarden Dollar an zusätzlichen Finanzreserven benötigen, verlautete in Washington. Binnen zwei Jahren drohe gar eine Finanzierungslücke von einer Billion Dollar, falls die Weltwirtschaft ins Trudeln gerate. Am Dienstag hatte IWF-Präsidentin Christine Lagarde offensichtlich ihre Pläne zur Geldbeschaffung im Exekutivrat durchgesetzt. In den vergangenen zwei Jahren sicherte der IWF ein Drittel der Rettungspakete in der Euro-Zone. Derzeit stehen 380 Milliarden Dollar für Kredite zur Verfügung. Die Hoffnungen auf Beiträge zu den angeforderten gigantischen Summen richten sich insbesondere auch auf die aufstrebenden Schwellenländer China, Indien und Brasilien.

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Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy sucht angesichts steigender Arbeitslosigkeit, sinkender Wirtschaftsleistung und schlechter Umfragewerte drei Monate vor der Wahl auch den Dialog mit den Gewerkschaften. Bei einem vierstündigen Krisentreffen mit den Tarifparteien in Paris versprach Sarkozy 430 Millionen Euro, um Arbeitsplätze zu retten. Sie sollen vor allem eingesetzt werden für die Qualifizierung der Arbeitnehmer und die bislang wenig genutzte Kurzarbeit. Sarkozy rechtfertigte das Eiltempo mit der "Schwere der Krise". Die Chefs der großen Gewerkschaften unterstützten Notmaßnahmen im Prinzip, lehnten Entscheidungen über tiefgehende Reformen so kurz vor den Präsidentenwahlen aber ab. Sarkozy hat in der innenpolitischen Debatte mehrfach betont, dass er sich bei Reformen am deutschen Vorbild einer stärkeren Sozialpartnerschaft und an den Arbeitsmarktreformen der "Agenda 2010" orientieren will.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel empfängt an diesem Donnerstag die Regierungschefs Portugals, Österreichs und Schwedens zu einem Gedankenaustausch. Ein Regierungssprecher betonte, das Abendessen Merkels mit Pedro Passos Coelho, Werner Faymann und Fredrik Reinfeldt sei kein Krisentreffen. Im Mittelpunkt der Unterredungen im Gästehaus der Bundesregierung, Schloss Meseberg in Brandenburg, soll demnach die Zukunft der Wirtschafts- und Währungsunion in Europa stehen. Aber auch die Verhandlungen über den dringend nötigen freiwilligen Schuldenschnitt zugunsten Griechenlands dürften angesprochen werden. Laut Bundesregierung sind weitere derartige informelle Treffen geplant.

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Vor der italienischen Küste sind die Rettungsarbeiten am gekenterten Kreuzfahrtschiff "Costa Concordia" erneut aus Sicherheitsgründen unterbrochen worden. Messgeräte verzeichneten ein leichtes Abrutschen des Wracks auf einem Felsen vor der Toskana-Insel Giglio, sodass die Suche nach den noch 21 Vermissten eingestellt wurde. Am Abend teilte eine bislang als vermisst geltende Deutsche mit, dass sie bereits in die Heimat zurückgekehrt sei. Kapitän Francesco Schettino, der als Hauptverantwortlicher für die Schiffskatastrophe gilt, überraschte weiter mit höchst widersprüchlichen Aussagen vor den Ermittlungsbehörden. Jetzt bestritt er, das Schiff vorzeitig verlassen zu haben und berichtete, er sei durch die Schlagseite des Luxusliners ins Wasser gestürzt. Ein Staatsanwalt kritisierte die Entlassung Schettinos aus der U-Haft in Hausarrest und sprach von Fluchtgefahr.

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Präsident Barack Obama hat die Baugenehmigung für eine 2700 km lange Ölpipeline von Kanada nach Texas quer durch die USA erst einmal abgelehnt. Grund dafür sei, dass die Republikaner im Kongress der Regierung nicht genügend Zeit für eine Prüfung möglicher Auswirkungen auf Anwohner und Umwelt gelassen hätten, erklärte Obama in Washington. Die kanadische Betreiberfirma kann aber eine alternative Route für die sogenannte "Keystone XL-Pipeline" vorlegen. Obama hatte im November eine Entscheidung darüber zunächst auf 2013 verschoben, nachdem der Staat Nebraska und Umweltschützer Bedenken vorgebracht hatten. Die oppositionellen Republikaner befürworten das sieben Milliarden Dollar teure Projekt, verbanden dann aber ein wichtiges Steuergesetz mit der Forderung nach einem Beschluss binnen 60 Tagen, um Druck auf Obama auszuüben.

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