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Sport

181 Nationen, ein Ziel: Gold in Shanghai

Mit Wasserball, Turmspringen, Freiwasser- und Synchronschwimmen ist die WM in Shanghai gestartet, so richtig hat sie aber erst mit den Schwimm-Wettbewerben begonnen. Der DSV hofft auf Britta Steffen und Paul Biedermann.

Britta Steffen springt vom Startblock (Foto: AP)

Futuristisch sieht es aus, das Oriental Sports Centre von Shanghai. Der moderne Prachtbau wurde erst mit dem Beginn der 14. Schwimm-WM offiziell eröffnet. Bereits in den ersten Tagen herrschte hier beste Stimmung – kein Wunder, denn insbesondere beim Turmspringen zeigten die chinesischen Athleten vor den eigenen Fans ihre Klasse.

Britta Steffen bei der WM 2009 in Rom (Foto: AP)

Britta Steffen kehrt zurück - aber wie gut ist sie?

Doch der Höhepunkt der WM sind die Beckenwettbewerbe der Schwimmer, das Herzstück der Weltmeisterschaften seit Sonntag (24.07.2011). Hier fallen 40 von 66 Entscheidungen und hier starten auch die Stars des Sports: US-Schwimmer Michael Phelps, aber auch die Deutsche Britta Steffen. Sie ist bereits zweifache Olympiasiegerin. Was Steffen diesmal erreichen kann, weiß sie nicht. Denn wegen diverser Verletzungen und Erkrankungen musste sie 15 Monate lang pausieren. "Klar bin ich unsicher und nervös. Aber ich habe richtig Lust, zu schwimmen und auch schnell zu schwimmen. Wenn andere besser sein sollten, kann ich das akzeptieren. Aber ich mache mein Ding und werde sehen, wozu es reicht."

Shanghai vor Augen, London im Kopf

181 Nationen gehen von den Startblöcken ins Wasser – so viele wie nie zuvor. Dabei geht es nicht nur um die Weltmeistertitel. Die Wettbewerbe sind zugleich auch das letzte Kräftemessen vor Olympia 2012 in London. "Ich denke mal, es gibt eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Medaillengewinner der WM auch 2012 in London eine gute Platzierung erzielen", meint Schwimm-Bundestrainer Dirk Lange. Damit könnte er Recht behalten, auch wenn die Fachwelt gebannt auf die Rückkehr des australischen Wunderschwimmers Ian Thorpe wartet, der in Shanghai noch fehlt.

Der deutsche Schwimmer Paul Biedermann, aufgenommen von unten während der Olympischen Spiele in Peking 2008 (Foto: dpa)

Die große deutsche Hoffnung bei den Männern: Paul Biedermann (oben) in seinem Element.

Gefehlt haben im Schwimmsport sechs Jahre lang auch Bluttests. In Shanghai führt der Weltschwimmverband FINA sie endlich wieder ein. Für den deutschen Weltmeister von 2009, Paul Biedermann, wurde es auch höchste Zeit dafür. "Ich würde gerne mal die Verantwortlichen der FINA hören, was die dazu sagen, warum die Blutkontrollen ausgesetzt wurden. Ich bin es leid, mich dafür zu rechtfertigen. Ich begrüße, dass es endlich wieder Blutkontrollen gibt." Dass Handlungsbedarf besteht, zeigte sich am jüngsten Dopingfall des Titelverteidigers über 100 Meter, Cesar Cielo aus Brasilien.

Die Angst vor dem Fleisch

Außerdem ein viel diskutiertes Thema in Shanghai: Unbeabsichtigtes Doping durch Fleischverzehr. Denn Ende 2010 wurde der deutsche Tischtennis-Nationalspieler Dimitrij Ovtcharov nach einem China-Trip positiv auf Clenbuterol getestet. So etwas will Weltschwimmverband unbedingt vermeiden und versichert: Das Essen in allen Mannschaftshotels wurde auf Verunreinigungen getestet. So soll ein Dopingfall zum Beispiel durch Clenbuterol-verseuchtes Fleisch verhindert werden. Britta Steffen hat da ihre eigene Strategie. Sie wollte sich vor der WM im Bioladen mit den für sie wichtigsten Lebensmitteln eindecken: "Ich nehme mir Haferflocken, Hirseflocken und ganz viele Nüsse mit. Davon rühre ich mir meinen Brei zusammen, von dem ich zwei Wochen leben kann. Ich bin kein großer Fleisch-Esser, aber wenn es mal ein Steak gibt, dann kann man das bedenkenlos essen, hat man uns gesagt."

Bleibt zu hoffen, dass weniger die Steaks als vielmehr die Leistungen im Wasser für Gesprächsstoff bei den Schwimm-Weltmeisterschaften in Shanghai sorgen werden.

Autor: Joscha Weber
Redaktion: Sabine Faber