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Nachrichten

18.09.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Eine Selbstmord-Attentäterin hat in der afghanischen Hauptstadt Kabul mindestens zwölf Menschen mit in den Tod gerissen. Der Anschlag traf in der Nähe des Flughafens einen Minibus, in dem sich vorwiegend ausländische Mitarbeiter eines internationalen Kurierunternehmens befanden. Nach Polizeiangaben wurden neun Ausländer und drei Afghanen getötet. Eine Gruppe namens Hesb-e-Islami bekannte sich später zu dem Anschlag. Er sei eine Antwort auf das in den USA produzierte anti-islamische Schmäh-Video, erklärte ein Sprecher der Gruppe. Wegen der anhaltenden Proteste gegen den Film sollen alle deutschen Botschaften in den arabischen Ländern besser bewacht werden. Dazu werde mehr Personal in die betreffenden Staaten verlagert, berichtete die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Sicherheitskreise. Derzeit schützen rund 250 Elitekräfte der Bundespolizei die deutschen diplomatischen Vertretungen weltweit. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, sprach sich für ein Verbot des Videos aus.

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Der japanisch-chinesische Streit um unbewohnte Inseln im Ostchinesischen Meer geht mit unverminderter Härte weiter. Aus Furcht vor Ausschreitungen kündigte der japanische Autohersteller Toyota an, er werde die Fertigung in einigen chinesischen Produktionsstätten aussetzen. Andere japanische Konzerne wie Canon, Panasonic, Mazda, Honda und Nissan haben die Produktion in chinesischen Werken bereits verringert oder eingestellt. In Peking zogen wieder tausende Demonstranten vor die japanische Botschaft. Auch in anderen chinesischen Städten gab es Protestveranstaltungen. Die Teilnehmer forderten unter anderem einen Boykott japanischer Waren. Verstärkt wurden die Proteste noch durch den 81. Jahrestag der japanischen Invasion in China. Der 18. September ist der Jahrestag eines Anschlags, der 1931 zur Mandschurei-Krise geführt hatte. Japan besetzte damals die Provinz im Nordosten Chinas.

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Die Vereinten Nationen haben den islamistischen Rebellen im Norden Malis schwere Menschenrechtsverletzungen und mögliche Kriegsverbrechen vorgeworfen. Die UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay verurteilte in New York die Vorfälle in dem westafrikanischen Land. Die Aufständischen sollen demnach unter anderem Massenhinrichtungen und Steinigungen vorgenommen sowie mutmaßlichen Verbrechern Körperteile amputiert haben. Pillay nannte überdies Angriffe auf die Zivilbevölkerung, sexuelle Gewalt, die Rekrutierung von Kindersoldaten, Zwangsumsiedlungen sowie die Zerstörung von Welterbe-Stätten durch die Aufständischen.

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Bei den Privatvermögen in Deutschland nimmt die ungleiche Verteilung weiter zu. Das geht aus dem Entwurf für den vierten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung hervor, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Demnach erhöhte sich das private Nettovermögen zwischen 2007 und 2012 um 1,4 Billionen Euro. Die vermögensstärksten zehn Prozent der Haushalte verfügten dabei über 53 Prozent des gesamten Nettovermögens. 1998 habe dieser Anteil noch bei 45 Prozent gelegen. Die untere Hälfte der Haushalte besitze insgesamt nur gut ein Prozent des Nettovermögens, heißt es in dem Bericht weiter. Zum privaten Nettovermögen gehören etwa Immobilien, Bauland, Geldanlagen oder Ansprüche aus Betriebsrenten.

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Wegen der schweren Ölpest vor der brasilianischen Küste im November soll der US-Ölkonzern Chevron weitere Strafzahlungen in Millionenhöhe leisten. Die brasilianische Ölbehörde forderte weitere 17,5 Millionen Dollar - umgerechnet knapp 13,4 Millionen Euro. Insgesamt lägen 24 Rechtsverstöße vor. Die Ölpest vor dem Bundesstaat Rio de Janeiro am 7. November 2011 war durch eine Bohrung ausgelöst worden. Chevron hatte dafür die Verantwortung übernommen. Nach Angaben der Ölbehörde liefen 3000 Barrel Öl ins Meer. Ende November untersagte Brasilien dem Konzern bis auf Weiteres sämtliche Bohraktivitäten im Land.

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Im Norden Mexikos ist 132 Häftlingen die Flucht aus einem Gefängnis gelungen. Die spektakuläre Aktion ereignete sich in Piedras Negras nahe der Stadt Acuña im Grenzgebiet zu den USA. Die Gefangenen gelangten nach Behördenangaben durch einen fast 300 Meter langen Tunnel ins Freie. In Mexiko brechen Häftlinge häufig aus Gefängnissen aus, oft helfen ihnen bestochene Wächter dabei. Erst im vergangenen Dezember waren aus zwei Haftanstalten im Norden des Landes insgesamt 226 Insassen geflohen.

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