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Nachrichten

18.08.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Der neue Syrien-Gesandte der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga, Lakhdar Brahimi, hat vor zu hohen Erwartungen in seine Mission gewarnt. In mehreren Interviews äußerte sich der frühere algerische Außenminister zurückhaltend zu der Frage, ob ihm eine Lösung des Konflikts in Syrien gelingen könne. Er sei nicht zuversichtlich, werde aber sein Möglichstes zur Beendigung der Gewalt tun, betonte der 78-Jährige. Die USA, Deutschland und andere Staaten sagten Brahimi volle Unterstützung zu. Als Syrien-Gesandter folgt Brahimi dem ehemaligen UN-Generalsekretär Kofi Annan nach. Dieser hatte sich erfolglos um eine Waffenruhe zwischen Regierung und Aufständischen in Syrien bemüht.

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Die Haftstrafen für drei Mitglieder der kremlkritischen Frauen-Punkband "Pussy Riot" sind weltweit auf Empörung und Kritik gestoßen. Rund um den Globus kam es in zahlreichen Städten zu Solidaritätsdemonstrationen für die jungen Frauen. In Russland kritisierten Opposition, Bürgerrechtler und regierungskritische Medien das Urteil gegen die Musikerinnen scharf. Ein Moskauer Gericht hatte die drei Frauen am Freitag wegen Rowdytums aus religiösem Hass zu je zwei Jahren Lagerhaft verurteilt. Die Verteidigung kündigte Revision an. "Pussy Riot" hatte im Februar mit einem "Punk-Gebet" in einer Moskauer Kirche gegen Kreml-Chef Wladimir Putin protestiert. Bundeskanzlerin Angela Merkel nannte das Urteil unverhältnismäßig hart. Ähnlich äußerten sich US-Präsident Barack Obama und andere westliche Politiker.

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Der Wikileaks-Gründer Julian Assange kann nach den Worten von Ecuadors Präsident Rafael Correa auf unbegrenzte Zeit in der ecuadorianischen Botschaft in London bleiben. Grund sei die Weigerung der britischen Regierung, Assange nach Ecuador ausreisen zu lassen. Nach lateinamerikanischem Recht müsse das Land, in dem sich ein Asylsuchender in der Botschaft eines anderen Landes befinde, sicheres Geleit gewähren, sagte Correa im nationalen Hörfunk. Dies scheine in Großbritannien anders zu funktionieren. Die Nationalversammlung Ecuadors verurteilte mit großer Mehrheit die Drohung des britischen Außenministers William Hague, Assange notfalls mit Gewalt aus der ecuadorianischen Vertretung zu holen und an Schweden zu überstellen. Assange hatte sich vor zwei Monaten dorthin geflüchtet, um einer Auslieferung an Schweden zu entgehen. Stockholm legt ihm Sexualdelikte zur Last.

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Nach dem Tod von 34 Bergleuten in Südafrika hat Präsident Jacob Zuma eine Untersuchung der Vorfälle angeordnet. Der Staatschef sei bestürzt und schockiert über die sinnlose Gewalt, hieß es in einer Stellungnahme seines Büros. In einem der schlimmsten Fälle von Polizeigewalt seit dem Ende der Apartheid hatten Polizisten am Donnerstag 34 streikende Minenarbeiter erschossen. Nach Angaben von Polizeichefin Rhia Phiyega handelten die Beamten in Notwehr, nachdem sie selbst beschossen worden seien. In der Platinmine Marikana streiken seit gut einer Woche 3000 Bergarbeiter für höhere Löhne. Der Minenbetreiber Lonmin und Polizeiminister Nathi Mthethwa nennen die Arbeitsniederlegungen illegal.

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Der Bundeswehrverband, eine Art Gewerkschaft der Soldaten, hat die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zu Kampfeinsätzen der Streitkräfte im Inland begrüßt. Verbandschef Ulrich Kirsch sagt der "Passauer Neuen Presse", für die Truppe sei Rechtssicherheit von zentraler Bedeutung. Er habe großes Vertrauen in die Politik, dass der Einsatz der Bundeswehr im Inneren auch zukünftig die 'Ultima Ratio' bleiben werde, erklärte der Oberst. Nach der Entscheidung der Verfassungsrichter in Karlsruhe darf die Bundeswehr in extremen Notfällen auch im Inland zur Abwehr von Gefahren eingesetzt werden. Zulässig sei dies in "ungewöhnlichen Ausnahmesituationen katastrophischen Ausmaßes".

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Die Euro-Krise hat die Spendenbereitschaft der Deutschen nicht beeinträchtigt. Wie das Zentralinstitut für soziale Fragen mitteilte, unterstützten die Bürger im vergangenen Jahr Hilfsprojekte weltweit mit rund sechs Milliarden Euro. Damit seien nur etwa hundert Millionen Euro weniger gespendet worden als 2010, teilte das Institut aus Anlass des Internationalen Tages der humanitären Hilfe an diesem Samstag mit.

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