1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

18.07.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

***

Vor der geplanten Abstimmung im UN-Sicherheitsrat über die Verlängerung der UN-Beobachtermission in Syrien ist keine Einigung in Sicht. Eine Mehrheit des Gremiums unterstützt den britischen Entwurf, der Zwangsmaßnahmen nach Kapitel VII der UN-Charta vorsieht, falls die syrische Führung den Friedensplan von Sondervermittler Kofi Annan missachtet. Kapitel VII erlaubt auch die Anwendung von Gewalt. Das lehnt Russland kategorisch ab und droht mit einem Veto. Die syrische Hauptstadt wird derweil zunehmend zum Kriegsschauplatz. Nach Augenzeugenberichten schossen Aufständische einen Militärhubschrauber ab. In Israel gehen Sicherheitsexperten davon aus, dass der syrischen Führung die Kontrolle über Damaskus aus den Händen gleite. Das Regime ziehe bereits Truppen von den Golan-Höhen ab, um die Einheiten um Damaskus zu verstärken, sagte der Chef der Militäraufklärung, Generalmajor Awiw Kochawi, vor dem Parlament.

***

Die säkulare Allianz der Nationalen Kräfte ist aus der Parlamentswahl in Libyen als stärkste Partei hervorgegangen. Laut amtlichem Endergebnis kam die Partei des früheren Premiers des Übergangsrates, Mahmud Dschibril, bei der Wahl am 7. Juli auf 39 Sitze. Wie die Wahlkommission mitteilte, kam die Partei für Gerechtigkeit und Aufbau, die der islamistischen Muslimbruderschaft zugerechnet wird, nur auf 17 Mandate. Weitere 24 Sitze gingen an rund 20 kleinere Parteien. Die endgültige Machtverteilung in der Nationalversammlung ist aber noch unklar, da die übrigen 120 Sitze an unabhängige Kandidaten unterschiedlichster politischer Richtung gingen. Die Nationalversammlung ersetzt den bisher regierenden Nationalen Übergangsrat.

***

Im Streit um die Reform der Wehrpflicht hat die Kadima-Partei beschlossen, die Regierung der nationalen Einheit in Israel zu verlassen. Die Vorschläge von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, wonach Ultraorthodoxe erst im Alter von 23 Jahren zum Wehrdienst eingezogen werden sollen, gehen der Kadima nicht weit genug. Sie fordert, dass alle strengreligiösen Juden Armeedienst leisten müssen. Diese sind in Israel seit der Staatsgründung 1948 vom Militärdienst befreit. Das höchste Gericht Israels hatte sich jedoch im Februar in einer historischen Entscheidung gegen diese Freistellung ausgesprochen. - Die Netanjahu-Regierung hat ohne die Kadima-Partei nur noch eine hauchdünne Mehrheit in der Knesset, dem israelischen Parlament. Beobachter gehen davon aus, dass nun vorgezogene Neuwahlen wahrscheinlicher werden.

***

In Nordkorea übernimmt Machthaber Kim Jong Un nun auch den Posten des obersten Militärs. Sieben Monate nach seiner Ausrufung zum neuen Herrscher des kommunistischen Landes wurde ihm der Titel Marschall verliehen. Das berichten staatliche Medien. Die Beförderung erfolgte kurz nach der Ablösung des Generalstabschefs Ri Yong Ho, der lange Zeit als Mentor des knapp 30-jährigen Kim gegolten hatte. Nach offiziellen Angaben wurden Ri alle Ämter aufgrund einer Erkrankung entzogen. Am Dienstag wurde General Hyon Yong Chol zum Vize-Marschall befördert. Die Maßnahmen lösten im Ausland Spekulationen um einen internen Machtkampf in Pjöngjang aus. Kurz nach dem Tod seines Vaters und Vorgängers Kim Jong Il im Dezember war Kim Jong Un bereits zum "obersten Führer" der Partei, der Streitkräfte und des Staates ausgerufen worden.

***

Nordrhein-Westfalen hat laut Medienberichten schon wieder eine CD einer großen Schweizer Bank mit Daten mutmaßlicher Steuersünder erworben. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, hat die Steuerfahndung Wuppertal den Ankauf diese Woche getätigt. Erst vergangenes Wochenende hatten mehrere deutsche Medien berichtet, dass das rot-grün-regierte Nordrhein-Westfalen eine Daten-CD mit 1000 möglichen deutschen Steuerhinterziehern aus der Schweiz gekauft habe. In der Schweiz hatte das für große Empörung gesorgt, da die Regierung in Bern ein Abkommen mit Deutschland ausgehandelt hat, das aus Schweizer Sicht solche Ankäufe verbietet. Es ist aber noch nicht in Kraft. SPD, Grüne und Linkspartei lehnen das Abkommen außerdem als unzureichend ab.

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema