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Nachrichten

18.06.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

In Griechenland haben die Konservativen und damit die Unterstützer des Sparkurses die Parlamentswahl gewonnen. Die Nea Dimokratia wurde mit knapp 30 Prozent stärkste politische Kraft. Das radikale Linksbündnis Syriza erreichte etwa 27 Prozent. Die sozialistische PASOK kommt auf 12 Prozent und wurde drittstärkste Kraft. Konservativen-Chef Antonis Samaras sagte, sein Land wolle auf Europakurs bleiben. Er rief alle Parteien auf, sich an einer Regierung der nationalen Rettung zu beteiligen. Der Syriza-Vorsitzende Alexis Tsipras, kündigte bereits an, seinen Kampf gegen das von den internationalen Geldgebern verordnete Sparpaket fortzusetzen.

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Der Wahlausgang in Griechenland ist von der Bundesregierung mit Erleichterung aufgenommen worden. Kanzlerin Angela Merkel sagte, sie gehe davon aus, dass sich das Land an seine europäischen Verpflichtungen halte. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wertete das Abstimmungsergebnis als Votum für die Fortsetzung der Reformen. Auch auf europäischer Ebene wurde das Ergebnis positiv aufgenommen. EU-Kommissionschef José Manuel Barroso und EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy sagten, sie seien sich der Opfer bewusst, die den Griechen zur Reform der Wirtschaft abverlangt würden. Europa werde Griechenland als Mitglied der EU-Familie und der Eurozone weiter beistehen. Der Wahlausgang in Athen wird auch an den Börsen positiv bewertet. Alle wichtigen Handelsplätze in Asien konnten deutliche Kursgewinne verbuchen. In Europa starteten die Aktienmärkte im Plus.

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Die französischen Sozialisten gehen mit einer historischen Machtfülle in die neue Legislaturperiode. Bei der Wahl der neuen Nationalversammlung erreichte die Partei des neuen Präsidenten François Hollande klar die absolute Mehrheit. Die konservative UMP des abgewählten Präsidenten Nicolas Sarkozy und ihre Verbündeten erlitten eine herbe Niederlage. Mit ihrem Votum stärkten die Wähler Präsident Hollande klar den Rücken für seine Wachstumspolitik und seinen Widerstand gegen einen strikten Sparkurs. Der sozialistische Premierminister Jean-Marc Ayrault sagte, Frankreich werde alles für die Sanierung der öffentlichen Haushalte, die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und die Belebung der Industrie tun. Frankreichs Sozialisten stellen nun den Präsidenten, haben die Mehrheit in der Nationalversammlung, im Senat und in den Regionen.

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In Ägypten ist ein heftiger Streit um den Ausgang der Präsidentenwahl entbrannt. Offiziell soll das Ergebnis der Stichwahl erst am Donnerstag vorliegen. Die konservativ-religiöse Muslimbruderschaft erklärte ihren Kandidaten Mohammed Mursi aber bereits zum Sieger. Er liege mit rund 52 Prozent vor seinem Konkurrenten Ahmed Schafik, dem Kandidaten des alten Regimes um Ex-Präsident Husni Mubarak, der auf rund 48 Prozent komme. Die Zahlen sollen sich auf Zählungen in 98 Prozent der Abstimmungslokale beziehen. Schafiks Lager bestreitet die Angaben. Der regierende Militärrat weitete inzwischen seine Machtbefugnisse aus. Er gab ein Dekret bekannt, demzufolge die Gesetzgebungshoheit und das Haushaltsrecht des aufgelösten Parlaments an den Obersten Militärrat übergehen, bis eine neue Volksvertretung gewählt ist. Am Donnerstag hatte das Verfassungsgericht überraschend das erst vor vier Monaten gewählte Parlament aufgelöst.

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Kriege, Klimawandel und Hungersnöte haben im vergangenen Jahr die weltweite Zahl der neuen Flüchtlinge dramatisch erhöht. 4,3 Millionen Menschen seien 2011 vertrieben worden, erklärte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR in Genf. Das sei die höchste Zahl seit der Jahrhundertwende. Insgesamt waren laut der UNHCR-Statistik "Globale Trends" 2011 etwa 42,5 Millionen Menschen auf der Flucht. Davon beherbergte Deutschland rund 570.000 - mehr Flüchtlinge als jedes andere Industrieland. Die größten Flüchtlingsströme wurden 2011 durch die Gewalt in der Elfenbeinküste, in Libyen, Somalia und dem Sudan verursacht.

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