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Nachrichten

18.04.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Die Parlamentswahl in Finnland hat dem Land einen deutlichen Rechtsruck gebracht. Die konservative Nationalpartei wurde bei der Abstimmung knapp stärkste Partei. Großer Gewinner ist aber die rechtspopulistische euroskeptische Partei "Wahre Finnen", die ihr Ergebnis im Vergleich zur Wahl von 2007 fast verfünffachen konnte. Dem vorläufigen Endergebnis zufolge kommt die Nationalpartei von Finanzminister Jyrki Katainen auf 20,4 Prozent. Als Chef der stärksten Partei kann der 39-jährige Katainen die neue Regierung bilden. Als wahrscheinlich gilt eine Koalition mit den "Wahren Finnen", die auf 19 Prozent kommen. Die Rechtspopulisten fordern unter anderem den Austritt Finnlands aus der Eurozone und sind strikt gegen den EU-Stabilitätspakt mit Hilfen an überschuldete Länder wie Griechenland, Irland und Portugal. Klarer Verlierer der Wahl ist die liberale Zentrumspartei der bisherigen Regierungschefin Mari Kiviniemi, die nur noch auf 15,8 Prozent kommt. Die oppositionellen Sozialdemokraten liegen bei 19,1 Prozent.

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Die Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi sind nach tagelangen Kämpfen bis ins Zentrum von Misrata vorgedrungen, der einzigen von Rebellen gehaltenen Stadt im Westen des nordafrikanischen Landes. Sie hätten dabei schwere Waffen eingesetzt und würden von Scharfschützen unterstützt, berichteten Bewohner aus Misrata. Mindestens 17 Menschen wurden nach Angaben von Ärzten allein am Sonntag bei Kämpfen getötet. In Tripolis wies Gaddafis Sprecher Mussa Ibrahim erneut Vorwürfe zurück, die libysche Armee hätte in Misrata international geächtete Streubomben eingesetzt. Auf der Suche nach einem Ausweg aus dem Libyen-Konflikt suchen die USA einem Medienbericht zufolge nach einem möglichen Asylland für Gaddafi, vorrangig in Afrika. Es ist allerdings mehr als fraglich, ob der Langzeitmachthaber zum Verlassen des Landes bewegt werden kann.

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Der Streit innerhalb der Europäischen Union über den Umgang mit Flüchtlingen aus Tunesien spitzt sich zu. Die französischen Behörden verhinderten vorübergehend die Weiterfahrt eines Zuges mit Migranten aus Tunesien an der Grenze bei Ventimiglia. Italien hatte kürzlich damit begonnen, tunesischen Flüchtlingen, die nach der Revolution in dem nordafrikanischen Land zu Tausenden über das Mittelmeer nach Italien gekommen waren, befristete Aufenthaltsgenehmigungen auszustellen. Nach Einschätzung der italienischen Regierung dürfen sie damit auch visafrei in andere europäische Länder weiterreisen. Ob die Sondervisa gültig sind, ist in der EU jedoch heftig umstritten. Frankreich kündigte an, nur diejenigen Migranten aufzunehmen, die für ihren Unterhalt aufkommen könnten. Auch die deutsche Regierung hat eine Aufnahme tunesischer Flüchtlinge abgelehnt. Die Regierung in Rom protestierte gegen die französische Blockade der Zugstrecke.

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Das amerikanische Außenministerium hat heimlich Gegner des syrischen Präsidenten Baschar Assad finanziert. Dies berichtet die "Washington Post" mit Verweis auf vertrauliche Dokumente, die ihr von der Enthüllungsplattform Wikileaks zugespielt worden sind. Danach hat das State Department mindestens sechs Millionen Dollar an syrische Oppositionsgruppen und an den Fernsehsender Barada-TV gezahlt, der von London aus per Satellit regierungskritische Nachrichten in Syrien verbreitet. Wie die Zeitung weiter berichtet, geht aus den Wikileaks-Dokumenten nicht hervor, ob die finanzielle Unterstützung der syrischen Opposition andauert. Bis September 2010 sei dies dokumentiert. - Offiziell bemüht sich die Regierung von Präsident Barack Obama um eine Annäherung an Syrien, um auf diese Weise demokratische Veränderungen in dem Land herbeizuführen. So entsandte Washington im Januar erstmals seit fünf Jahren wieder einen Botschafter nach Damaskus.

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Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer - GDL - hat zu einem weiteren Arbeitskampf bei den Privatbahnen aufgerufen. Der Streik soll an diesem Montag um 14 Uhr beginnen und 60 Stunden andauern. Die Gewerkschaft hält den Unternehmen vor, dass diese Rahmentarifverträge für die Lokführer ablehnten, die mit der Deutschen Bahn vergleichbar seien. Die meisten Privatbahnen hingegen haben die Gespräche mit der GDL für gescheitert erklärt. Sie peilen nun Einzelabschlüsse für jedes Unternehmen an. Die Gewerkschaft strebt ihrerseits einen bundesweiten Tarifvertrag für alle 26.000 Lokführer im Fern-, Nah- und Güterverkehr an.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Am Montag ist es im ganzen Land meist sonnig und trocken. Die Temperaturen steigen auf 16 bis 22 Grad. Nur an den Küsten ist es mit neun bis 14 Grad kühler. Die weiteren Aussichten: Es bleibt frühlingshaft bei weiterhin steigenden Temperaturen.

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