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Nachrichten

18.01.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Im Norden Äthiopiens sind nach Angaben der Regierung fünf ausländische Touristen bei einem Rebellenüberfall getötet worden, darunter ein Deutscher. Die weiteren Opfer stammten aus Österreich, Belgien, Italien und Ungarn, sagte Regierungssprecher Bereket Simon in Addis Abeba. Zwei Touristen seien verwundet worden, einer habe dem Angriff in der Region Afar nahe der Grenze zu Eritrea entkommen können. Das Auswärtige Amt bemüht sich um Aufklärung. Die "Bild"-Zeitung hatte zuvor berichtet, bei dem Überfall seien ein Bundesbürger und ein Österreicher erschossen worden. Laut dem Außenministerium in Wien waren gut 20 Touristen aus mehreren europäischen Staaten Ziel des Angriffs. - Das ostafrikanische Eritrea beherbergt die Oromo-Befreiungsfront - eine Rebellengruppe, die von der äthiopischen Regierung als Terror-Organisation betrachtet wird.

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Der Kapitän des vor der italienischen Küste havarierten Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia", Francesco Schettino, ist unter Hausarrest gestellt worden. Das teilte sein Anwalt in der Stadt Grosseto mit, wo Schettino seit Samstag in Haft war. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 52-Jährigen mehrfache fahrlässige Tötung, Havarie und das Verlassen seines Schiffes schon während der Evakuierung vor. Schettino drohen bis zu 15 Jahre Gefängnis. Am Dienstag wurden im überfluteten Heckteil der "Costa Concordia" fünf Leichen entdeckt. Damit erhöhte sich die Zahl der geborgenen Toten auf elf, rund 25 Menschen werden noch vermisst. Das 290 Meter lange Schiff mit mehr als 4200 Menschen an Bord hatte am Freitag einen Felsen der kleinen Insel Giglio gerammt und war leckgeschlagen. Es liegt derzeit in starker Schräglage und droht abzurutschen und zu versinken. Naturschützer befürchten, dass die 2400 Liter Treibstoff an Bord das Ökosystem weit über die toskanische Insel hinaus verseuchen werden.

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Die Weltbank hat ihre Wachstumsprognosen für dieses und das kommende Jahr wegen der Euro-Krise deutlich nach unten korrigiert. Weltweit rechnet die Weltbank in diesem Jahr mit einem Wachstum von 2,5 Prozent, 2013 mit 3,1 Prozent, heißt es im jetzt vorgelegten Halbjahresbericht. Bisher war das Wachstum in beiden Jahren mit 3.6 Prozent veranschlagt worden. Sollte sich die Krise verschärfen, könnte das Wachstum in den Industriestaaten wie auch in den aufstrebenden Staaten noch weit stärker abstürzen als während der Krise in den Jahren 2008 und 2009, sagte der Chefautor des Berichts, Andew Burns in Washington. 2012 werde ein "schwieriges Jahr". China dürfte dem Bericht zufolge auch in diesem Jahr der Konjunkturmotor bleiben. Für die Eurozone erwartet die Weltbank dagegen einen leichten Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,3 Prozent.

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Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler legt an diesem Mittwoch die neue Konjunkturprognose der Regierung vor. Nach zwei Boomjahren rechnet die schwarz-gelbe Koalition für dieses Jahr nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von gut 0,7 Prozent, wie die "Bild"-Zeitung vorab berichtet. Die Regierung bleibt mit dem Jahreswirtschaftsbericht 2012 etwas optimistischer als viele Ökonomen, die im Schnitt ein Plus von nur noch 0,5 Prozent vorausgesagt haben. Deutlich besser sind dem Blatt zufolge aber die Erwartungen für 2013. Hier gehe Rösler von einer Steigerung des Bruttoinlandsprodukts um 1,6 Prozent aus.

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Als Reaktion auf die jahrelang unerkannt gebliebene Mordserie der rechtsterroristischen Zwickauer Zelle wird das Bundeskabinett an diesem Mittwoch eine Neonazi-Datei von Bund und Ländern beschließen. Zentral erfasst werden sollen darin Daten von gewaltbezogenen Rechtsextremisten, die von Hintermännnern und Drahtziehern. Auf diese Formulierung hatten sich das FDP-geführte Bundesjustizministerium und das CSU-geführte Bundesinnenministerium nach wochenlanger Diskussion geeinigt. Der Kompromiss ist umstritten. Einige Bundesländer halten die Datei für nicht weitreichend genug. Nicht gespeichert werden darin die Daten von denjenigen, die Gewalt nur verbal befürworten. - Der Zwickauer Neonazi-Zelle werden zehn Morde vorgeworfen.

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Der konservative ungarische Ministerpräsident Viktor Orban nimmt an diesem Mittwoch an einer Debatte des Europaparlaments über die Lage in seinem Land teil. Dies gab der neue Parlamentspräsident Martin Schulz in Straßburg bekannt. Bei der Debatte geht es unter anderem um die umstrittene Änderung der ungarischen Verfassung, mit der zu Jahresbeginn der Einfluss der Regierung auf die Zentralbank verstärkt wurde. Die EU-Kommission hatte am Dienstag insgesamt drei Verfahren gegen Budapest wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das europäische Gemeinschaftsrecht eingeleitet. Sie beziehen sich auf die Zentralbank, aber auch auf die ungarische Justiz und die Datenschutzbehörde, deren Unabhängigkeit die EU-Kommission ebenfalls gefährdet sieht. In der kommenden Woche will Orban zu einem Krisengespräch mit Kommissionspräsident José Manuel Barroso nach Brüssel reisen.

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