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Terror in der Türkei

18 Festnahmen nach Anschlag in Izmir

Der in Izmir getötete Polizist wurde als "Held" zu Grabe getragen. Fethi Sekin habe "ein Massaker verhindert", erklärte die türkische Regierung. Für den Anschlag wurde die PKK verantwortlich gemacht.

Türkei Izmir - Beerdigung für die Opfer des Terror Angriffs (picture-alliance/AA/M. Serdar Alakus)

Izmir trauert um die Opfer des Terroranschlags

Wie so oft reagieren die türkischen Sicherheitskräfte auf Terrorangriffe mit Razzien und einer Welle von Festnahmen überall im Land. Nach dem Autobombenanschlag und den Feuergefechten in der Küstenmetropole Izmir gab Justizminister Bekir Bozdag bekannt, man habe 18 Verdächtige gefasst. Bozdag erklärte zudem, es gebe "keinen Zweifel", dass die kurdische Arbeiterpartei PKK für die Tat vom Donnerstag verantwortlich sei. "Alle Erkenntnisse, die wir bisher erlangt haben, deuten darauf hin, dass die separatistische Terrororganisation PKK den Auftrag zur Durchführung des Anschlags gegeben hat." 

Bekir Bozdag Türkei Justizminister (picture-alliance/dpa/E.Sansar)

Stellt erneut die PKK an den Pranger: Justizminister Bozdag

Täter trugen Kriegswaffen

Bei einem Überfall vor dem Justizgebäude von Izmir waren ein Polizist und ein Gerichtsmitarbeiter getötet worden. Die beiden Angreifer wurden erschossen. Sie sollen mit Kalaschnikows, Raketenwerfern und Handgranaten bewaffnet gewesen sein. Bozdag äußerte sich noch vorsichtig: "Die Identität der Terroristen, die den Anschlag verübt haben, wurde festgestellt, aber vorerst machen wir keine Angaben zur Identität." Zuletzt hatte sich mehrfach eine radikale Splittergruppe der PKK, die TAK, zu Terroranschlägen bekannt. 

Bozdag klagte, die Terrororganisation in der Türkei arbeiteten "geradezu in Schichten". In der Silvesternacht hatte ein Terrorist in einem Club in Istanbul 39 Menschen getötet. Die Verantwortung für diese Tat reklamierte die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) für sich. Der Angreifer ist weiterhin auf der Flucht. Es könnte sich laut türkischen Ermittlern um eine Uiguren handeln.   

Der in Izmir getötete Polizist wurde unter riesiger Anteilnahme beerdigt. Fethi Sekin habe ein "gewaltiges Massaker verhindert", als er das Fahrzeug der Angreifer aufgehalten habe, hieß es auch von Regierungsseite. Er habe "großes Heldentum" bewiesen, hatte am Vortag schon Ministerpräsident Binali Yildirim verkündet.    

Türkei Izmir - Beerdigung für die Opfer des Terror Angriffs (picture-alliance/AA/M. Serdar Alakus)

Tausende erweisen dem getöteten Polizisten in Izmir die letzte Ehre

Terror-Serie

Allein in den vergangenen vier Wochen kam es in der Türkei zu einer ganzen Reihe terroristischer Angriffe, bei denen mehr als 100 Menschen getötet wurden. Am 10. Dezember sprengten sich Attentäter der TAK in Istanbul nach einem Fußballspiel in die Luft. Die PKK-Fraktion  zeichnete auch verantwortlich für einen Anschlag im zentralanatolischen Kayseri eine Woche später. Am 19. Dezember wurde der russische Botschafter in Ankara erschossen. In der Silvesternacht kam es dann zu dem Terrorangriff in Istanbul.

In der Nacht zu Mittwoch hatte das Parlament in Ankara beschlossen, den seit dem Putschversuch im Juli geltenden Ausnahmezustand bis zum 19. April zu verlängern. Als Begründung für ihren Antrag gab die Regierung unter anderem auch die anhaltenden terroristischen Angriffe im Land an.

SC/jj (APE, afp, dpa)

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