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Nachrichten

17.11.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Nach Raketenfeuer der radikalislamischen Hamas bis nach Jerusalem und Tel Aviv haben die israelischen Streitkräfte ihre Luftangriffe auf den Gazastreifen weiter intensiviert. Unter anderem wurde ein Regierungsgebäude der Hamas in Gaza-Stadt bombardiert. Zugleich verstärkt die Armee ihre Vorbereitungen für eine mögliche Bodenoffensive. Dafür sollen Medienberichten zufolge bis zu 75.000 Reservisten mobilisiert werden. US-Präsident Barack Obama setzte sich in Telefonaten mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und dem ägyptischen Präsidenten Mohamed Mursi für eine Deeskalation der Lage ein. Er äußerte dabei die Hoffnung auf eine erfolgreiche Vermittlung Ägyptens zwischen Israel und den Palästinensern und sein Bedauern über die Opfer auf beiden Seiten. 30 Palästinenser und drei Israelis wurden bislang bei den Kampfhandlungen getötet.

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Die Bundeswehr wird sich nach einem Zeitungsbericht an einem bevorstehenden NATO-Einsatz an der türkisch-syrischen Grenze beteiligen. Wie die "Süddeutsche Zeitung" schreibt, werde Deutschland in Kürze Flugabwehrraketen mit Bedienungsmannschaft in die Türkei verlegen. Die Regierung in Ankara wolle am Montag eine offizielle Bitte an die NATO richten und zum Schutz ihres Territoriums Raketensysteme anfordern. Die Bundeswehr werde sich dann mit einer oder zwei Patriot-Staffeln und bis zu 170 Soldaten an der NATO-Operation beteiligen. Ob dazu ein Mandat des Bundestags erforderlich ist, prüfe die Bundesregierung derzeit.

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Mit deutlichen Worten hat Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einem Treffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin Repressionen gegen die Opposition kritisiert. Als Beispiel nannte Merkel die international umstrittenen Haftstrafen für Mitglieder der Punkband Pussy Riot. Sie frage sich, ob das gut für die Entwicklung Russlands sei, sagte die Kanzlerin. Sie ergänzte, Putin möge ihre Worte nicht als Angriff verstehen. Kritik sei Ausdruck des offenen Umgangs zwischen Partnern. Die deutsch-russischen Beziehungen gelten derzeit als angespannt. Ein Kreml-Sprecher hatte erst vor kurzem eine "antirussische Rhetorik" des deutschen Parlaments angeprangert. Putin selbst wies die Kritik Merkels zurück. Die Kanzlerin war zusammen mit acht Ministern und einer großen Wirtschaftsdelegation nach Moskau gereist. Deutsche und russische Unternehmen schlossen mehrere Verträge.

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In Sierra Leone finden an diesem Samstag Präsidentschafts- und Parlamentswahlen statt. Rund 2,6 Millionen Menschen sind in dem westafrikanischen ehemaligen Bürgerkriegsland zum Urnengang aufgerufen. Die aussichtsreichsten Kandidaten für den Präsidentenposten sind Amtsinhaber Ernest Koroma, der seit 2007 regiert, und der Ex-General Julius Maada Bio. Sollte keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang auf die notwendige Mehrheit kommen, ist für Anfang Dezember eine Stichwahl geplant. Die Wahlen gelten als Test für die demokratische Konsolidierung von Sierra Leone, wo von 1991 bis 2002 ein Bürgerkrieg wütete. Zehntausende wurden in dem Krieg getötet, 270.000 Menschen in die Flucht getrieben. Die Vereinten Nationen bescheinigen dem von Armut geprägten Land inzwischen eine positive Entwicklung.

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Die Vorsitzenden der Grünen, Claudia Roth und Cem Özdemir, stellen sich an diesem Samstag zur Wiederwahl. Mit Spannung wird auf dem Parteitag das Ergebnis für Roth erwartet, die bei der Ur-Wahl der Grünen-Spitzenkandidaten vergangene Woche eine deutliche Niederlage erlitten hatte. Parteiintern wird mit einem guten Ergebnis für Roth gerechnet, die zunächst erwogen hatte, auf eine Kandidatur zu verzichten. Am Vortag hatten die frisch gekürten Spitzenkandidaten der Grünen, Katrin Göring-Eckardt und Jürgen Trittin, ihre Partei mit Angriffen gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel auf den Bundestagswahlkampf eingestimmt. Spekulationen über eine Zusammenarbeit mit der Union erteilten sie eine Absage.

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Das Jüdische Museum in Berlin eröffnet an diesem Samstag eine neue Akademie. In dem Bau nach Entwürfen des Stararchitekten Daniel Libeskind sind unter anderem ein Archiv und eine Bibliothek untergebracht. Zu dem Festakt wird auch Bundespräsident Joachim Gauck erwartet. Außerdem erhalten Alt-Bundespräsident Richard von Weizsäcker und der Industriemanager Klaus Mangold den "Preis für Verständigung und Toleranz".

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