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Nachrichten

17.11.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

In der griechischen Hauptstadt Athen wird erstmals eine Großdemonstration gegen die Sparmaßnahmen der neuen griechischen Krisenregierung von Ministerpräsident Lukas Papademos erwartet. Die Proteste am Jahrestag des Studentenaufstandes gegen die frühere Militärjunta im Jahr 1973 könnten, so Befürchtungen, die größte Massenmobilisierung seit Jahren werden. Der Übergangs-Regierungschef hatte in seinem Programm eine weitere Verschärfung der unpopulären Sparpolitik in Aussicht gestellt, um die Bedingungen von Europäischer Union, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank für neue Hilfskredite an das hochverschuldete Land zu erfüllen. Im griechischen Parlament bestand die große Koalition unter Führung von Papademos dagegen ihre erste Prüfung. Mit großer Mehrheit sprachen ihr die Abgeordneten das Vertrauen aus.

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In Italien sind Übergangsministerpräsident Mario Monti und sein Kabinett von Staatspräsident Giorgio Napolitano vereidigt worden. Der siebzehnköpfigen Ministerriege gehören ausschließlich Fachleute aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung an, darunter auch drei Frauen in Schlüsselpositionen. Monti übernahm bis auf weiteres zusätzlich die Ressorts Wirtschaft und Finanzen. Der ehemalige EU-Kommissar tritt die Nachfolge von Silvio Berlusconi an, der am Samstag zurückgetreten war. Die letzten Hindernisse bei der Regierungsübernahme hatte Monti zuvor ausräumen können. Fast alle großen Parteien sagten ihm ihre Unterstützung zu. Nur die populistische Lega Nord kündigte an, gegen Monti zu arbeiten. Sein Team muss Italien aus der schweren Schuldenkrise führen, die es an den Rand des Zusammenbruchs geführt hat und eine Gefährdung der gesamten Euro-Zone darstellt. Zuvor muss sich das Kabinett am Donnerstag und Freitag noch einer Vertrauensabstimmung in beiden Kammern des Parlaments stellen.

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Die Gutachter der sogenannten Troika aus Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds haben die nächste Tranche des Rettungspakets für Portugal in Höhe von acht Milliarden Euro freigegeben. Die Prüfer hätten festgestellt, dass Portugal beim Schuldenabbau und der Verbesserung seiner Wettbewerbsfähigkeit Fortschritte erzielt habe, teilte der portugiesische Finanzminister Vitor Gaspar in Lissabon mit. Insgesamt hatte die Troika Portugal ein Rettungspaket in Höhe von 78 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Im Gegenzug muss das Land ein strenges Spar- und Sanierungsprogramm durchziehen. In Folge der Sparbemühungen rechnet die Troika 2012 mit einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes um drei Prozent.

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Nach der scharfen Kritik der Arabischen Liga am gewaltsamen Vorgehen Syriens gegen die Opposition wollen Deutschland, Frankreich und Großbritannien eine Verurteilung des Regimes von Präsident Baschar al Assad durch die Vollversammlung der Vereinten Nationen erreichen. Der deutsche Botschafter bei den UN, Peter Wittig, sagte in New York, es gebe eine große Unterstützung für eine solche Resolution. Mehrere Vorstöße der drei europäischen Länder zur Verurteilung Syriens durch den UN-Sicherheitsrat waren in der Vergangenheit an den Vetomächten Russland und China gescheitert.

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Die rechtsextremistische Gruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) hat nach Erkenntnissen der Ermittler keine Anschläge gegen Personen des öffentlichen Lebens geplant. Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft sagte, es gebe "keine Anhaltspunkte" dafür, dass eine sichergestellte Liste mit den Namen und Adressen von 88 Personen im Zusammenhang mit konkreten Anschlagsplanungen der NSU stehe. Nach Angaben des Bundeskriminalamtes verzeichnet die Liste unter anderem die Bundestagsabgeordneten Hans-Peter Uhl (CSU) und Jerzy Montag (Grüne) sowie Vertreter türkischer und islamischer Organisationen. Der Zwickauer Neonazi-Zelle werden Morde an neun Zuwanderern und einer deutschen Polizistin zur Last gelegt. Wegen der Serienmorde hat die Bundesregierung einen Krisengipfel einberufen. Bei dem Treffen der Innen- und Justizminister aus Bund und Ländern soll in Berlin auch über Fahndungsfehler gesprochen werden.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nebel oder Sonne und trocken. Von Westen kommen Wolken auf. Höchsttemperaturen zwischen null Grad im Dauernebel und bis elf Grad bei Sonnenschein. Die weiteren Aussichten: Am Freitag regional sonnige Abschnitte. Die Temperaturen steigen auf maximal zwei bis zwölf Grad.

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