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Nachrichten

17.09.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Trotz Problemen in einzelnen Ländern der Europäischen Union ist die Schuldensituation in der EU nach Ansicht des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) insgesamt besser als in vergleichbaren Industrieländern. EZB-Chef Jean-Claude Trichet sagte nach einem Treffen der EU-Finanzminister und Notenbankchefs im polnischen Wroclaw, er rechne in diesem Jahr mit einem Gesamtdefizit der Euro-Staaten von 4,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gegenüber rund zehn Prozent "bei anderen großen Wirtschaftsnationen". Bundesbankpräsident Jens Weidmann erklärte, er gehe davon aus, dass sich das robuste Wachstum fortsetze. Die EZB sollte sich deshalb künftig nicht mehr an Staatsanleihekäufen durch den Euro-Rettungsfonds EFSF beteiligen. Bei dem Treffen wurden auch mögliche Abgaben auf Finanzgeschäfte erörtert. Dabei drängten Deutschland, Frankreich und Belgien auf ein Vorpreschen der Euro-Zone. Gegen eine solche Steuer stemmten sich vor allem Großbritannien und Italien. Sie argumentierten, der Handel würde an andere Standorte außerhalb Europas abwandern, solange die Steuer nicht weltweit eingeführt werde. - Wegen einer Großdemonstration gegen die Sparpolitik in Europa endete das informelle Treffen früher als geplant.

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Die radikal-islamische Organisation Hamas hat die von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas angestrebte UN-Mitgliedschaft eines unabhängigen Palästinenserstaates abgelehnt. Abbas mache mit dem Gang zu den Vereinten Nationen inakzeptable Zugeständnisse an Israel, heißt es in einer Stellungnahme der im Gazastreifen herrschenden Hamas. Die Palästinenser hätten Anspruch auf ganz Israel. Die Hamas lehnt das Existenzrecht des israelischen Staates grundsätzlich ab. Abbas hatte am Freitag angekündigt, er werde kommende Woche gegen den Willen Israels und der USA die Anerkennung eines Palästinenserstaates in den Grenzen von 1967 als UN-Vollmitglied beantragen. Dieser Staat soll das Westjordanland, den Gazastreifen und den arabischen Ostteil Jerusalems umfassen.

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Seit Beginn der Protestbewegung in Syrien sind nach UN-Angaben allein 3600 Menschen in den Libanon geflohen. Viele weitere Flüchtlinge hätten Zuflucht in der Türkei gesucht, heißt es beim UN-Entwicklungsprogramm UNDP. Manche Menschen hätten sich mit Schussverletzungen über die Grenzen retten müssen. Die Zahl der Todesopfer unter den syrischen Regimegegnern beziffert die UN-Organisation mit 2600. – Auch am Freitag sind die Truppen von Machthaber Baschar al-Assad wieder mit brutaler Gewalt gegen die Demokratiebewegung vorgegangen. Aktivisten berichten von mindestens 47 Menschen, die bei landesweiten Demonstrationen getötet worden seien. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben ist kaum möglich, da die syrische Regierung keine ausländischen Journalisten ins Land lässt.

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Die libysche Übergangsregierung hat den Sitz des nordafrikanischen Landes bei den Vereinten Nationen zugesprochen bekommen. Die UN-Vollversammlung stimmte mit großer Mehrheit dafür, dass der Übergangsrat Libyen ab sofort bei der UN repräsentiert. Der UN-Sicherheitsrat lockerte zugleich die Sanktionen gegen Libyen. Das mächtigste Gremium der Vereinten Nationen verabschiedete eine Resolution, die die im Frühjahr beschlossenen Strafmaßnahmen gegen Ex-Diktator Gaddafi zum Teil zurücknimmt. So werden die Konten zweier Ölgesellschaften wieder freigegeben und das Flugverbot gelockert.

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Die Truppen des libyschen Übergangsrats sind bei ihrem Vormarsch auf die verbliebenen Gaddafi-Hochburgen Sirte und Bani Walid auf unerwartet heftigen Widerstand gestoßen. Korrespondenten zufolge mussten sich die Kämpfer zunächst aus den Zentren beider Städte zurückziehen. Später solle es einen erneuten Vorstoß geben. Berichtet wurde zudem von Gefechten in der Region um Sabha im Süden Libyens. Auch Sabha wird noch von Truppen gehalten, die dem untergetauchten Ex-Diktator Muammar al-Gaddafi treu ergeben sind. Von ihm selbst fehlt weiter jede Spur.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Teils aufgelockert mit freundlichen Abschnitten, teils stark bewölkt. Dabei einige Schauer und Gewitter, die in der Südosthälfte auch kräftig ausfallen können. Höchstwerte im Norden und Westen bis 22 Grad.

 

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